AusbildungsFit: Junge OsttirolerInnen entdecken in Lienz ihre Berufs-Chancen
Osttiroler Jugendliche, die eine Lehrstelle oder Ausbildung suchen, können am Programm „AusbildungsFit“ teilnehmen und bekommen dort viel Unterstützung.
Über 500 Osttiroler SchülerInnen beenden jährlich die Schulpflicht. Wer schwer eine Stelle findet, kann sich beim Jugendcoaching oder AMS Lienz Hilfe holen: Rund 80 junge OsttirolerInnen erkunden bei „AusbildungsFit Osttirol“ ihre Fähigkeiten, bekommen private Lebensthemen in den Griff, besuchen Betriebe, eignen sich praktisches Wissen an und stärken mit Sport ihre Belastbarkeit. Seit 2017 erheben Sozial- und Bildungsministerium gemeinsam alle Jugendlichen, die nicht in Ausbildung sind. Mit speziellen Angeboten hilft das AMS denjenigen, die von lebenslanger Erwerbslosigkeit bedroht sind, Arbeit zu finden.

Eine 15-Jährige aus Lienz war eine Zeit lang zu Hause und unsicher – bis sie vom Projekt „AusbildungsFit“ erfuhr und dort startete. Bei den regelmäßigen Aktivitäten mit Gleichaltrigen fand sie neue Motivation und „einen Grund, wieder früh aufzustehen“. Heute macht sie eine Doppellehre zur Köchin/Kellnerin und freut sich, dass alles so gut geklappt hat.

„Wenn wir mit den Jugendlichen gemeinsam kochen, sporteln, Theater spielen, ein Hochbeet bauen oder Bewerbungen schreiben, entdecken sie ihre Kreativität“, erklärt Josef Luxenberger, Leiter von AusbildungsFit Osttirol. „Sie sind fast überrascht, wenn wir ihre Stärken aufzählen, anstatt ihre schulischen Schwächen.“ Derart ermutigt, wagte es auch ein 20-jähriger Gaimberger nach einigen Umwegen, bei einem Installateur zu schnuppern. Dort überzeugte er alle mit seinem handwerklichen Geschick. Heute macht er eine verlängerte Lehre zum Installations- und Heizungstechniker und bekommt Lernunterstützung.
Ein geschickter junger Gaimberger hat seine Berufung gefunden und eine verlängerte Installateur-Lehre begonnen.
„Es gibt viele Gründe, warum Jugendliche die Schule abbrechen oder aussteigen und daheim bleiben“, weiß Josef Luxenberger. Er und sein Team lassen den Jugendlichen die Zeit, die sie benötigen, um „die Ausbildung zu finden, die sie erfüllt“. So wie Markus aus Sillian, der bei seiner ersten Lehrstelle überfordert war und abbrechen musste. Heute arbeitet er mit Leidenschaft in einer Bäckerei und ist glücklich: „Ich hab in der Zeit den Führerschein gemacht. Jetzt hab ich mit meinem ersten Geld ein Auto gekauft, und es geht mir echt gut!“

Josef Luxenberger erlebt täglich, dass junge Menschen sich bei AusbildungsFit Osttirol ihrer Fähigkeiten bewusst werden, und er ermutigt sie: „Bei uns können Interessierte ganz unkompliziert vorbeikommen und reinschnuppern!“ Weil das Programm vom Sozialministeriumservice gefördert wird, bekommen alle TeilnehmerInnen die Fahrtkosten ersetzt – auch schon fürs Schnuppern.
Wer regelmäßig teilnimmt, erhält vom Arbeitsmarktservice (AMS) sogar eine monatliche Entschädigung und ist ab dem ersten Tag voll kranken- und pensionsversichert. Noch wichtiger ist für die Jugendlichen, dass sie hier ernst genommen werden. „Früher haben andere für mich entschieden. Hier hört man mir zu, wenn ich einen Vorschlag zum Sportprogramm oder einer Betriebsbesichtigung mache“, erklärt eine Teilnehmerin.
AusbildungsFit Osttirol …
… richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene nach Beendigung ihrer Schulpflicht, die Unterstützung für ihre weitere schulische oder berufliche Ausbildung suchen. Die Teilnahme ist freiwillig und kostenlos. Das Projekt begleitet, bis eine passende Ausbildung oder Erwerbstätigkeit gefunden ist, längstens zwei Jahre.
AusbildungsFit ist eine Leistung vom Netzwerk berufliche Assistenz (NEBA) und wird vom Sozialministeriumservice gefördert. In seinem Auftrag übernimmt in den Bezirken Lienz, Imst, Landeck und Reutte die Lebenshilfe diese Aufgabe.
Infos:
AusbildungsFit Osttirol, Mühlgasse 1, 9900 Lienz, Tel.-Nr. 0676/88 509 205
www.osttirol.ausbildungsfit.tirol
Text: Redaktion, Fotos: AusbildungsFit Osttirol