AMS-Leiterin Batkowski: „Arbeitsmarkt in Osttirol trotz Corona relativ günstig!“

Beim AMS Lienz sind trotz Corona-Krise viele offene Stellen gemeldet. Der Fachkräftebedarf ist laut der Osttiroler AMS-Leiterin in allen Bereichen unverändert gegeben.

Da Osttirol nicht so tourismusorientiert ist wie einige Nordtiroler Bezirke, stellen sich die Arbeitslosenzahlen auch derzeit relativ gut dar. Im August 2020 betrug die Arbeitslosigkeit „nur“ 4,8 Prozent. 1.115 Personen waren im September im Bezirk Lienz als arbeitslos gemeldet, 13 % mehr als im September 2019. Osttirol liegt damit deutlich besser als das gesamte Bundesland Tirol, wo die Arbeitslosigkeit noch immer 48,2 % über dem Vorjahresniveau liegt.

Die Arbeitslosenquote lag in Tirol mit Stichtag 30.09.2020 bei 5,5 %. Für die Bezirke kann die Quote verzögert erst einen Monat später errechnet werden. Im August 2020 lag die Arbeitslosenrate in Osttirol bei 4,8 %. „Das ist exakt dieselbe Arbeitslosenquote wie im August 2018. Sie liegt damit nur 0,6 Prozent höher als im August des Vorjahres. Mit 6,5 % durchschnittlicher Arbeitslosenrate war 2019 bisher das beste Jahr“, berichtet Doris Batkowski, Leiterin der AMS-Geschäftsstelle Lienz.

In Osttirol sei die Arbeitslosigkeit z.B. bei einem Wirtschaftsaufschwung nie so stark gesunken wie in anderen Regionen. „Jetzt in der Corona-Krise ist sie auch nicht so massiv angestiegen wie anderswo. Natürlich war die Arbeitslosigkeit auch bei uns im Bezirk während des Lockdowns im März/April sehr hoch. Jetzt profitieren wir jedoch davon, dass wir nicht so Tourismus dominiert sind wie andere Gebiete. Am meisten Beschäftigte finden sich in Osttirol in der Industrie, dann folgt das Gewerbe und erst an dritter Stelle der Tourismus. Dieser Mix hilft uns jetzt in der Krise“, betont Batkowski. Der Fachkräftebedarf in allen Bereichen im Bezirk sei unverändert gegeben. Beim AMS Lienz sind trotz Corona-Krise viele offene Stellen gemeldet (www.ams.at/arbeitsuchende/arbeitslos-was-tun/jobsuche-online-und-mobil#ams-ejob-room).

Für eine Entspannung sorgte wie in ganz Tirol auch die relativ gute Auslastung im Sommertourismus. „Die Destination Osttirol war im Sommer sehr gut gebucht. Der Tourismus profitierte vor allem auch von österreichischen Gästen“, so die AMS-Leiterin. Sabine Platzer-Werlberger, stellvertretende Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol, sieht für den Tiroler Arbeitsmarkt im Herbst große Herausforderungen. „Im Herbst steigt die Arbeitslosigkeit in Tirol immer. Heuer wird die Saison jedoch infolge der ausgesprochenen Reisewarnungen früher und abrupt zu Ende gehen“, so Platzer-Werlberger.

 

Text: Raimund Mühlburger, Symbolfoto: AdobeStock/Osterland

02. Oktober 2020 um