Arbeitslosenquote sank in Osttirol im Juli um 20,5 Prozent
Mit 2,7 % war die Arbeitslosenquote in Tirol so niedrig wie vor 20 Jahren. Tirol hat damit die geringste Arbeitslosigkeit in Österreich. Arbeitskräftemangel ist weiterhin deutlich spürbar.
Mit Stichtag 31. Juli 2022 waren in Tirol 9.983 Personen als arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind das um 3.138 Menschen weniger (minus 23,9 %). Im Bezirk Lienz waren mit Ende Juli 546 Personen als arbeitslos vorgemerkt – 141 Personen oder 20,5 % weniger als im Juli 2021. Österreichweit liegt der Rückgang der Arbeitslosigkeit bei 16,7 %.
Bei 9.983 Arbeitslosen und geschätzten 362.000 unselbstständig Beschäftigten (plus 10.000 im Vergleich zum Juli 2021) betrug die Arbeitslosenquote im Juli 2022 in Tirol 2,7 %.
„Im Sommer sorgt der saisonale Faktor in Tourismus und Bau in Tirol traditionell für hohe Beschäftigungszahlen. Die aktuellen Arbeitslosenzahlen sind nun aber unabhängig davon sehr niedrig. Das Thema Nummer eins am Arbeitsmarkt ist der gravierende Personalmangel quer durch alle Branchen und Bezirke. Das Arbeitsmarktservice kann diesem Mangel nur mehr eingeschränkt durch Fachqualifizierung und Vermittlung entgegenwirken. Daneben braucht es wirkungsvolle arbeitsmarktpolitische Instrumente: Gleichstellungspolitik und Vereinbarkeit von Familien und Beruf werden auch bei uns deutlich an Bedeutung gewinnen”, erklärt dazu Sabine Platzer-Werlberger, stv. Landesgeschäftsführerin des AMS Tirol.

Mit 10.877 sofort verfügbaren und beim AMS gemeldeten offenen Stellen ist der Arbeitskräftemangel weiterhin deutlich spürbar. 5.836 dieser offenen Stellen setzen maximal eine Pflichtschulausbildung voraus, 1.492 sind Teilzeitjobs und 1.801 entweder befristete Dienstverhältnisse, Saisonarbeitsplätze, Ferialjobs oder Praktika.
2.103 arbeitslose Menschen sind aktuell länger als ein halbes Jahr auf Jobsuche. Viele von ihnen haben keine berufliche Ausbildung oder gesundheitliche Beeinträchtigungen. Die Diskriminierung von Älteren, Frauen oder Menschen aus bestimmten Herkunftsländern erschwert die Jobsuche zusätzlich. „Der auch demografisch bedingte Mangel wird den Wettbewerb um Arbeitskräfte auch zwischen den Branchen deutlich verstärken und die Branchenstruktur am Tiroler Arbeitsmarkt verändern. Die Kräfteverhältnisse am Arbeitsmarkt haben sich umgekehrt. Damit werden auch die Jobchancen für bisher benachteiligte Menschen steigen”, so Sabine Platzer-Werlberger.
Text: Redaktion, Foto: AdobeStock/Olga