Vordenken und Energie für Osttirol
Im Rahmen des Leitbildprozesses „Vordenken für Osttirol“ beschäftigte sich der Arbeitskreis Energie in den ersten beiden Workshops mit der Energieversorgung in Osttirol.
Mit Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Energieversorgung in Osttirol beschäftigte sich der Arbeitskreis Energie unter der Leitung von Regionsmanager DI Michael Hohenwarter und Gruppensprecher Jan Schäfer vor kurzem. „Die Energieversorgung hat eine zentrale Bedeutung für die Entwicklung der Gesellschaft und wird von der Europäischen Kommission als Lebenssaft der Wirtschaft bezeichnet“, meinte Hohenwarter. Osttirols Energieerzeugung konzentriere sich heute auf erneuerbare Energieträger, vor allem Wasserkraft und Biomasse.
Die Frage, ob die Vision eines energieautarken Osttirols möglich sei, wurde aufgeworfen. Theoretisch ja, meinen die Autoren Michael Kernitzkyi und Christoph Neger, die sich in der Studie „Der Wirtschaftsstandort Osttirol“ mit dem Thema beschäftigen. „Praktisch sprechen dem die Nutzungskonkurrenz bei Biomasse, die in der Frage der Energieautarkie nicht mit einberechnet wurde, der mangelnde politische Wille bei der Windkraft sowie massive Bedenken der Bevölkerung und des Naturschutzes bei der Wasserkraft entgegen“, erklärte Hohenwarter. Wirkliche Hebel seien seiner Meinung nach eine Effizienzsteigerung bestehender Energieträger, Einsparung und das Nutzen von Synergien.
Im Leitbildprozess „Vordenken für Osttirol“ werden zunächst Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken der Energieversorgung in Osttirol herausgearbeitet. „Eine Chance ist definitiv das Potenzial für eine ganze Reihe von erneuerbaren Energieformen, die Energiegewinnung aus Wasserkraft, Biomasse und Solarenergie in Osttirol möglich und sinnvoll“, so der Regionsmanager. Gruppensprecher Jan Schäfer ergänzte, dass dem Risiko der Versorgungssicherheit die Chance der dezentralen Verfügbarkeit von Energie (beispielsweise Wasserkraft oder Biomasse in den Tälern) gegenübersteht.
Als richtige „Denksportaufgabe“ erwies sich in den bisherigen Workshops die Diskussion um die Dominanz des motorisierten Individualverkehrs. „Unsere Gruppe ist dynamisch, individuell, vielfältig und mischt Expertenmeinungen mit bürgerlich-unbefangenen Standpunkten. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir unter der Maxime des ,menschlichen Maßes‘ eine Leitlinie erarbeiten können, die auch auf diese Frage Antwort gibt“, verwies Schäfer auf den offenen Prozess.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Regina M. Unterguggenberger


