„arbas“ hilft Menschen mit Handicap in der Arbeitswelt
Im Juli 1998 wurde das Büro der Arbeitsassistenz Tirol in Lienz mit zwei Mitarbeiterinnen eröffnet. Heute helfen fünf Beraterinnen Menschen mit Einschränkungen.
Im Rahmen einer kleinen Festveranstaltung feierte die Arbeitsassistenz (arbas) Tirol am Dienstag, 19. Mai 2015, in der Wirtschaftskammer „15+ Jahre Arbeitsassistenz in Lienz”. 1996 nahm die Arbeitsassistenz Tirol in Innsbruck ihre Tätigkeit auf, im Jahr 1998 wurde das Büro in Lienz mit den beiden Mitarbeiterinnen Gerlinde Kieberl und Gerda Willmann eröffnet. arbas unterstützt Menschen mit Erkrankungen, körperlichen oder psychischen Einschränkungen, aber auch mit Lern- oder Sinnesbeeinträchtigungen hierin, eine Ausbildung zu machen oder diese abzuschließen sowie am ersten Arbeitsmarkt (wieder) Fuß zu fassen.
Die Berufsorientierung am Ende der Schulzeit, die Suche nach einem Lehrplatz, die Begleitung in der Lehrzeit oder bei der Teilqualifizierung bis zum Ausbildungsabschluss ist genauso Gegenstand der Betreuung wie die Suche nach einem Arbeitsplatz und die Betreuung bei der Einarbeitung. „Immer mehr Arbeitgeber arbeiten mit uns zusammen, auch Betriebe der Privatwirtschaft. Wir beraten diese auch über Förderungsmöglichkeiten und Steuerbegünstigungen, wenn sie von uns betreute Personen anstellen oder ausbilden“, so Gerlinde Kieberl von arbas Lienz.
Wenn es darum geht, im öffentlichen Bereich Menschen mit Handicap anzustellen, hinkt das Land Tirol etwas hinten nach. Dr. Marco Nicolussi, Geschäftsführer von arbas Tirol, nennt die Bundesländer Oberösterreich und Steiermark in diesem Zusammenhang als Vorbilder. „Aber auch in Tirol ist in den letzten Jahren viel geschehen, wenn es darum geht, Menschen mit Einschränkungen in die Arbeitswelt zu integrieren. Als besonders engagiert darf ich beispielsweise die TILAK nennen“, so Nicolussi.
Als Drehscheibe zu den Betrieben sieht arbas Lienz-Mitarbeiterin Gerda Willmann die Arbeitsassistenz. „Die Osttiroler Firmen Greenprint und Tschojer möchte ich als besonders engagiert hervorheben, aber auch die Stadtgemeinde Lienz hat neben diesen schon den Integrationspreis gewonnen“, so Willmann. Finanziert wird die Arbeitsassistenz mit fünf Standorten in Tirol vom Bundessozialamt, vom Arbeitsmarktservice (AMS) und vom Land Tirol. In Osttirol bieten fünf Mitarbeiterinnen eine breite Palette an Diensten an – unter anderem die Arbeitsassistenz für Jugendliche und Erwachsene, Berufsausbildungsassistenz, Jugendcoaching und die Unterstützung von Betrieben.
„Durch unsere Beratungs- und Aufklärungstätigkeit ist es gelungen, dass sogar behinderte Menschen, die nach gängiger Definition gar nichts arbeitsfähig sind, einen Zugang zum ersten Arbeitsmarkt finden. Hier ist viel passiert, das hätte man sich bei Gründung der Arbeitsassistenz vor mehr als 15 Jahren nicht vorstellen können“, betonte Marco Nicolussi abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: arbas

