Apex: Die Snowboard-Manufaktur im Oberpinzgau

Für die besten Boarder der Welt entwickeln und bauen Peter Maier und Bernd Wallner in Hollersbach Snowboards. Aber auch bei Hobbysportlern sind ihre Ski und Boards äußerst beliebt.

Bernd Wallner (36) ist gelernter Elektriker und Peter Maier (40) Tischler von Beruf – und beide sind begeisterte Snowboarder. In einer kleinen Garage starteten sie in den späten 90er-Jahren damit, an ihren Sportgeräten herumzutüfteln und schließlich eigene Boards zu produzieren. 2006 machten sich die beiden mit der Firma Apex Custommade Snowboards selbstständig und bauten die kleine, an einem Berghang etwas oberhalb von Hollersbach gelegene Garage in Reitlehen zu einer Werkstätte aus. „Begonnen hat alles mit den Freestyleboards. Bald schon aber fanden einige Weltcup-Boarder Gefallen an unseren Custommade Snowboards. So konnten wir im Weltcupzirkus Fuß fassen. Mario Fuchs aus Maishofen war der erste, der auf unseren Boards Weltcupsieger wurde“, blickt Bernd auf die Anfänge zurück.

 

 

Die Qualität der Boards aus dem Pinzgau sprach sich in der Szene rasch herum, die Nachfrage stieg. An ihrem Anspruch, Topqualität zu liefern, haben Bernd und Peter jedoch nichts geändert. „Qualität geht vor Quantität“, meint Peter dazu. Inzwischen haben die findigen Unternehmer auch ein „Alpinboard“ für Hobby-Snowboarder entwickelt. Zudem verlassen Alpin-, Touren- und Freerideskier ihre Werkstatt. Die beiden Handwerker beliefern inzwischen längst schon die besten BoarderCross-Sportler der Welt. Athleten aus den USA, aus Deutschland, Italien, Kanada oder Russland feiern mit den Boards aus der Pinzgauer Manufaktur einen Erfolg nach dem anderen.

 

 

Der Australier Alex „Chumpy” Pullin holte sich beispielweise mit Apex-Snowboards zwei Weltmeister-Titel, die Französin Nelly Moenne Loccoz ist Weltcup-Siegerin und schwört ebenso auf die Boards aus dem Pinzgau wie der Vorarlberger Alessandro Hämmerle (Overall Worldcup Winner) oder der Russe Nicolay Oljunin (Silber/Olympische Spiele in Sotschi). Auch Versehrtensportler setzen auf die von Peter und Bernd entwickelten Renngeräte. Der Finne Matti Suur Hamari errang bei den Winter Paralympic Games in Südkorea 2018 eine Goldmedaille. „Bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang
stellten sich zehn der zwölf schnellsten Herren auf unseren Boards dem BoarderCross-Wettkampf“, freut sich Bernd über den Erfolg.

 

 

„Unser Ziel ist es, für jede Bedingung, für jeden Anspruch das beste Board zu bauen. Ob es nun darum geht, Powder zu fahren, einfach die Piste hinunter zu gleiten oder professionell bei Rennen anzutreten – wir entwickeln gemeinsam mit jedem einzelnen Sportler das für ihn bzw. für sie ideale Board.“ Den Kontakt mit ihren Kunden zu pflegen ist Bernd und Peter enorm wichtig. Immer wieder schauen Athleten und Hobbysportler persönlich in der Snowboard-Manufaktur in Hollersbach vorbei. „Wir besprechen die jeweiligen Wünsche und achten auf jedes auch noch so kleine Detail. Für die Rennfahrer stellen wir die Boards auf den jeweiligen Fahrstil ein. Die Härte ist dabei ein entscheidendes Kriterium“, informiert Peter. „Beim Design sind den Wünschen keine Grenzen gesetzt. Vor kurzem haben wir einem Kunden ein pinkes Board mit Hundefoto geliefert“, schmunzelt Bernd.

 

 

Die Boards der Snowboard-Manufaktur haben im Allgemeinen einen Kern aus Holz, der zumeist aus einer Buche-Pappel-Konstruktion besteht. Verbaut werden aber auch Kohlefaser, Fiberglas und ähnliche Materialien, die besonders viel Stabilität bieten. Die Ober- bzw. Lauffläche besteht aus Kunststoff. „Wir machen jedes Board natürlich mit Kantentuning und Strukturschliff rennfertig”, erzählt Peter und verweist darauf, dass er gemeinsam mit Bernd laufend darum bemüht ist, die Qualität der Produkte, aber auch die Fertigungsprozesse zu optimieren. „Wir testen die Boards selbst aus und freuen uns, wenn wir unsere Kunden treffen, wenn sie etwa am Kitzsteinhorn oder in Hintertux trainieren.“

 

 

Das positive Feedback, das die beiden Pinzgauer immer wieder erhalten, ist Ansporn genug, immer neue Ideen zu entwickeln und diese auch kreativ umzusetzen. „Uns ist ein Weltmeister-Titel ebenso wichtig wie die Zufriedenheit eines Hobbysportlers, der uns von seinem perfekten Board vorschwärmt, das ihn begeistert und das für schöne Wintertage und viel Spaß auf der Piste sorgt“, meinen die beiden abschließend.

 

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Apex, David Innerhofer

25. November 2019 um