Am Oswalderhof trifft Käsegenuss auf Lesachtaler Gastfreundschaft

Mit einer harmonischen Mischung aus traditioneller Landwirtschaft und innovativer Käseprododuktion führen Viktoria und Johann Obererlacher gemeinsam mit Sohn Hannes und Tochter Vanessa den Oswalderhof in Obertilliach.

Seit seiner Gründung im Jahre 1724 befindet sich der Oswalderhof im malerischen Lesachtal in Familienbesitz. Im Jahr 1993 trat Johann Obererlacher in die Fußstapfen seiner Vorfahren und übernahm die Verantwortung für den landwirtschaftlichen Betrieb. Der Oswalderhof ist ein typischer Grünlandbetrieb. Im Zentrum der landwirtschaftlichen Arbeit stehen die Milchvieh- und Mastviehhaltung sowie die Milchverarbeitung, insbesondere die Käseproduktion.

 

Der Oswalderhof steht nicht nur für hochwertige Käse, sondern auch für nachhaltige Tierhaltung und echte Osttiroler Gastfreundschaft im familieneigenen Hotel.

 

„Das Käsen hat mich immer schon fasziniert, und so hat mich meine Frau vor einigen Jahren in der HBLFA Rotholz für einen entsprechenden Kurs angemeldet. Die Vielfalt an Verarbeitungsmöglichkeiten hat mich begeistert, und so beschlossen wir, verstärkt in die Käseproduktion einzusteigen“, erzählt Johann, der sich neben der Milchverarbeitung gemeinsam mit Sohn Hannes um die Tiere am Hof kümmert. Seine Frau Viktoria ist für die Vermarktung und den Verkauf der Produkte verantwortlich. Tochter Vanessa, eine gelernte Köchin, ist derzeit für den Event-Caterer DO & CO weltweit unterwegs, unterstützt aber zusammen mit Freund Julian die Familie, wann immer es möglich ist.

 

 

Leidenschaftliche Handarbeit, beste hofeigene Milch und die Zugabe der wohl wertvollsten Ressource, nämlich Zeit, machen den Käse vom Oswalderhof zu etwas besonders Wertvollem. Die Produktpalette umfasst die Schnittkäsesorten „Berggenuss“, „Bergfeuer“, den geräucherten „Oswalderrauch“ sowie den „Eingelegten“ und den „Salatkönig“. Zudem werden aus der Milch auch Naturtopfen und Naturjoghurt hergestellt. „Alle hofeigenen Produkte werden direkt vermarktet. Sie bereichern das Frühstücksbuffet und die Küche in unserem Hotel. Außerdem steht rund um die Uhr ein Milchautomat bereit, und mit unseren Käsen und Milchprodukten beliefern wir auch Gastronomiebetriebe in der Region“, informiert Viktoria.

 

 

Da es in Obertilliach keine Almwirtschaft für Milchkühe gibt, sondern nur für Galtvieh, und somit auch keine Almsennerei, hat Johann einen eigenen Weidestall abseits des Hofes mit Melkstand und modernen Gerätschaften errichtet. Den Zeitraum von etwa Mitte Mai bis Ende September – je nach Wetterlage auch etwas länger – verbringen die Tiere auf der Weide. „Wir legen großen Wert auf das Tierwohl, was mit dieser Lösung in hohem Maße gegeben ist. Die Kühe werden zwei Mal täglich am Melkstand auf der Weide gemolken. Sie müssen nicht über die Hauptstraße in den Stall getrieben werden, was Stress für Mensch und Tier vermeidet“, informiert er.

 

 

Die Produktion von Käse erfolgt am Oswalderhof gewissenhaft und vor allem mit viel Leidenschaft. Ein- bis zweimal pro Woche widmet sich Johann der Käseproduktion. Zunächst wird die Milch gekühlt, anschließend nach weiteren vorbereitenden Arbeiten angesäuert und dickgelegt. Während der Vorreifung wird der Käse täglich geschmiert, bis er nach 10 bis 14 Tagen eine goldgelbe Rinde bildet.

 

 

„Nach etwa sechs Wochen zeigt sich, ob der Reifeprozess erfolgreich war. Der geräucherte Käse kommt nach acht Wochen für drei bis vier Tage in die Räucherkammer. Nach der Reifung, die etwa 14 bis 16 Wochen dauert, wird der Käse angeschnitten, verkostet und je nach Kundenwunsch verpackt und verkauft“, erklärt der Landwirt, für den das Käsen viel mehr als „nur“ Arbeit ist. „Jeder Käse ist einzigartig, genau wie jeder Tag in der Käserei. Es ist faszinierend, wie sich Milch und Käse durch jeden Schritt der Verarbeitung entwickeln und wie sich die Aromen im Laufe der Reifung entfalten. Diese Vielfalt und die Möglichkeit, kreativ zu sein, machen für mich die Arbeit in der Käserei zu einer besonderen Erfahrung“, betont der Obertilliacher.

 

 

Die Gäste des Oswalderhofes können die delikaten Käse und die Milchprodukte am Frühstücksbuffet genießen, das außerdem auch Speck und Wurstwaren aus eigener Produktion umfasst. Am Abend werden im Rahmen der Halbpension Gerichte mit in der Hotelküche verarbeitetem Kalbs-, Rind- und Schweinefleisch und weiteren Produkten aus der eigenen Landwirtschaft serviert. Wenn Johann im Sommer auf der Hotelterrasse vorzügliche Grillspezialitäten zaubert, kommt dies bei den Urlaubern besonders gut an.

 

 

„Für unsere Gäste nur das Beste“ – unter diesem Leitsatz führt Familie Obererlacher nach echter Osttiroler Gastgeber-Tradition ihr Hotel, in dem man auch alle Vorzüge von „Urlaub am Bauernhof“ genießen kann. „Gastfreundschaft und Herzlichkeit verbindet die Menschen im Lesachtal – und dies soll man auch beim Aufenthalt bei uns im Haus spüren. Gemeinsam mit unseren Mitarbeiter:innen wollen wir unseren Gästen in ihrem Zuhause auf Zeit einen unvergesslichen Urlaub ermöglichen“, so Viktoria und Johann Obererlacher abschließend.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger

21. Juli 2024 um