Am Gannerhof in Innervillgraten wird wieder der Sautanz gefeiert
Gemeinsam mit Max Stiegl vom Gut Purbach wird am Sonntag, 4. Oktober, am Gannerhof im Villgratental der Sautanz begangen – als Verneigung vor dem Tier, als Fest des Handwerks und als Rückbesinnung auf eine alte Tradition.
Früher war ein Schlachttag auf einem Bauernhof nicht nur die Verarbeitung eines Tieres. Familie, Nachbarn und Freunde kamen zusammen, halfen mit, aßen miteinander und teilten, was das Tier gab. Nichts sollte achtlos verloren gehen. Vom Kopf bis zum Schwanz wurde verwertet – das Schwein war gewissermaßen eine lebende Vorratskammer, die eine Familie über lange Zeit versorgen konnte.
An diese Haltung knüpft der Sautanz am Gannerhof an. Nicht der Überfluss steht im Mittelpunkt, sondern die Wertschätzung für das Tier und das Bewusstsein dafür, dass Fleisch nicht einfach ein Produkt ist. Hinter jedem Stück steht ein Lebewesen, das dafür sein Leben gegeben hat.

Gemeinsam mit Max Stiegl werden Josef Mühlmann vom Gannerhof und seine Gäste am 4. Oktober zerlegen, verarbeiten, kochen, essen und feiern. Dabei zeigt sich, wie vielfältig ein Tier genutzt werden kann, wenn man ihm mit Wissen, handwerklichem Können und Respekt begegnet. Nicht nur die vermeintlich edlen Stücke finden ihren Platz auf dem Teller. Das ganze Tier wird zur Gabe, die es zu würdigen gilt.
So wird der Sautanz zu dem, was er ursprünglich einmal war: ein gemeinschaftlicher Festakt rund um das Tier, das Essen und das Handwerk. Ein Tag des Genusses – aber ebenso ein Tag, der daran erinnert, wo unser Essen herkommt und welchen Wert es hat.

Sautanz
Sonntag, 4. Oktober 2026, 10.00 bis 19.00 Uhr – Gannerhof in Innervillgraten
Text: Redaktion, Fotos: Der Gannerhof/Eduard Senfter



