Am 25. und 26. Feber sind Wirtschaftskammerwahlen
Seit 3 Jahren ist Michael Aichner Obmann der Bezirksstelle Lienz. Im Osttirol heute-Gespräch hebt er die gesellschaftliche und ökologische Verantwortung der Unternehmer hervor.
Bei der letzten Wirtschaftskammerwahl hat der ÖVP nahe Wirtschaftsbund rund 80 Prozent der Wählerstimmen erreicht, wobei in Osttirol insgesamt rund 50 Prozent der Unternehmer ihre Stimme abgaben, während es in Gesamttirol nur rund 36 Prozent waren. Gewählt wird der Obmann durch die einzelnen Berufsgruppen, die jeweils eine unterschiedliche Gewichtung haben. Osttirol heute führte mit Michael Aichner, dem Bezirksstellenobmann der Wirtschaftskammer Lienz, ein kurzes Interview.
Osttirol heute: Wie präsentiert sich Osttirols Wirtschaft für den Betrachter?
Michael Aichner: Osttirols Wirtschaft ist im Wesentlichen auf vier circa gleich starke Säulen, Tourismus, Handel, Gewerbe und Handwerk und Industrie, aufgebaut. Das ist ein guter Mix und hat uns befähigt die Wirtschaftskrise relativ gut zu überstehen. Gebiete mit hoher Industrielastigkeit, wie etwa das Tiroler Inntal, spüren Auf- und Abschwünge viel stärker als unser Raum. Grundsätzlich ist dieser Mix gemeinsam mit den landschaftlichen Gegebenheiten und Schönheiten unseres Raumes ein guter Ansatz für eine positive Entwicklung.
Osttirol heute: Wie stellen Sie sich die Zukunft für Osttirols Wirtschaft vor?
Michael Aichner: Durch den Prozess Vordenken für Osttirol ist es gelungen, etliche Institutionen und viele Personen dafür zu gewinnen, sich über die Zukunft unseres Bezirkes Gedanken zu machen. Nun gilt es ein Leitbild zu entwickeln, bei dem es nicht in erster Linie darum geht, kurzfristig das Bruttoregionalprodukt zu steigern, sondern vorrangiges Ziel ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung Osttirols anhand der Stärken (Tourismus, Landwirtschaft, Handwerk, Gewerbe,..) und mithilfe von Kooperationen, etwa im Bereich Tourismus und Gesundheit. Mitte März werden die Ergebnisse der Arbeit des Vordenker-Prozesses präsentiert und diskutiert und in ein Zukunftsprogramm Osttirol 2020 bis 2025 eingearbeitet. Eine Herausforderung ist es, die Marke Osttirol weiterzuentwickeln und diese in möglichst viele Bereiche einzuschließen.
Osttirol heute: Wo sehen Sie Ihre besonderen Aufgaben als Bezirksstellenobmann der Wirtschaftskammer Lienz?
Michael Aichner: Die Wirtschaftskammer ist eine Interessensvertretung, wobei sich die Osttiroler UnternehmerInnen ihrer gesellschaftlichen und ökologischen Verantwortung in unserem Bezirk vollkommen bewusst sind. Das Ziel unserer Wirtschaftskammer ist ein möglichst intensiver Kontakt mit seinen Mitgliedern, um ihre Interessen möglichst gut vertreten zu können. Zeitlich ist es leider nicht möglich, mit den mehr als 2.300 Unternehmerinnen und Unternehmern einen regelmäßigen Kontakt zu pflegen, mit mehreren hundert ist dieser jedoch durchaus intensiv. Wir laden alle herzlich zu einem Besuch bei uns ein und sind auch für andere Bevölkerungsschichten und Gruppen offen, wie zahlreichen Kurse in unserem Haus belegen. Besonders erfreut bin ich über das Engagement unserer Mitarbeiter, die eine ausgezeichnete Arbeit leisten.
Osttirol heute: Gibt es ein besonderes Anliegen für die nächste Zeit?
Michael Aichner: Ein besonderer Schwerpunkt in unserem eher peripher gelegenen Gebiet ist der Bereich Bildung und Ausbildung. Hierbei ist in den letzten Jahren, wenn ich nur an die HTL und die Mechatronikausbildung denke, sehr viel geschehen. Bei dieser Initiative war die Wirtschaftskammer immer mit federführend, um vor allem die Arbeitslosigkeit von jungen Menschen abzupuffern. Nun ist es mit Beteiligung der Wirtschaftskammer und dem Engagement von Direktor HR Mag. Peter Girstmair und anderen Institutionen gelungen, einen Universitätslehrgang Mechatronik nach Osttirol zu bringen. Gott sei Dank ist uns hierbei auch das Land Tirol rasch und unbürokratisch hilfreich zur Seite gestanden.
Text: J. Hilgartner, Foto: Brunner Images

