Alt und Neu vereint: Wohn- und Pflegeheim Matrei i.O. wird umfassend erweitert
Der Großteil der Doppelzimmer wird zu Einzelzimmern umfunktioniert, die Küche modernisiert und erweitert. Investiert werden 15,7 Millionen Euro.
Bei einem Medientermin am Freitag, 31. Mai, präsentierte Verbandsobfrau LA DI Elisabeth Blanik gemeinsam mit Franz Webhofer, Leiter der Osttiroler Wohn- und Pflegeheime, Architekt DI Anton Mariacher und dem Matreier Bürgermeister Raimund Steiner das Bauprojekt.
„Das Wohn- und Pflegeheim Matrei wurde 1984 als Altenheim errichtet und 1994 nach Süden hin erweitert. 2014 wurde mit einem Dachgeschoßausbau das Angebot ergänzt. Mit dem nunmehrigen Projekt werden die bestehenden Doppelzimmer größtenteils in Einzelzimmer umfunktioniert. Die Küche wird modernisiert und erweitert. Wesentlich ist, dass aus den beiden Bestandsobjekten eine Einheit wird“, erklärte Franz Webhofer einleitend.
Auf Basis von Vorstudien wurde 2022 ein EU-weit offener „Wettbewerblicher Dialog” abgehalten. „Schon beim Bau des Heimes in Nußdorf-Debant haben wir mit Architekt Anton Mariacher sehr gut zusammengearbeitet. Nun freuen wir uns, mit ihm in Matrei das nächste Großprojekt umsetzen zu können. Investiert werden hier 15,7 Mio. Euro. Mit Bedarfszuweisungen tragen das Land Tirol und die Gemeinden 30 Prozent zur Finanzierung bei“, informierte die Verbandsobfrau.
Aufbauend auf einer eingehenden Analyse des Bestandes wurde ein Projekt erarbeitet, das die Bestandsobjekte verbindet und an funktionalen Stellen erweitert. „Im Zentrum der vereinigenden Baumaßnahmen steht die Geschossverbindung im 1. Obergeschoss mit Ost- und Westspange. Sie ermöglicht einen Rundgang im Innenraum, und gleichzeitig werden die Personalwege verkürzt. Es entsteht ein neuer zentraler Innenhof inklusive witterungsgeschütztem Außenraum“, berichtete der Architekt.
v.l.n.r.: Bgm. Raimund Steiner, Franz Webhofer (Leiter der Osttiroler Wohn- und Pflegeheime), Verbandsobfrau LA DI Elisabeth Blanik, Architekt DI Anton Mariacher, Wirtschaftsleiterin Magdalena Bauernfeind, Pflegedienstleiter Christian Wibmer
Die neue Kapelle wird im 1. Obergeschoss zentral angeordnet und dockt sich so an den Wandelgang und den Innenhof an. Die 3-geschossige Erweiterung im Norden wird durch zusätzliche Rundgänge im Altbestand eingebunden. Gleichzeitig wird im Erdgeschoss die bestehende Küche modernisiert und vergrößert.
„In der Heimküche werden täglich inklusive Essen auf Rädern, betreubarem Wohnen, Schule und Kindergarten rund 200 Essen ausgegeben. Neben der Erhöhung der Wohnqualität wird mit dem Um- und Erweiterungsbau auch eine wesentliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die rund hundert Beschäftigten erreicht“, erklärte Bgm. Raimund Steiner.
Eine Erweiterung im Untergeschoss ermöglicht die Unterbringung von dringend erforderlichen Funktionsräumen. Eine Attraktivierung des öffentlichen Raumes entsteht durch die Schaffung eines großzügigen Eingangsbereiches mit Café und anschließender Terrasse. Weiters wird in Zukunft allen Wohngruppen ein direkt erreichbarer Freibereich angeboten.
„Ein neues, helles Stiegenhaus mit Ausblick ermöglicht den Rückbau der derzeit innenliegenden Hauptstiege. Es wird in Zukunft keine Sackgassen mehr geben, die Bewegungsflächen und Rundgänge laden zum Flanieren ein. Die Reaktionswege für die Beschäftigten werden verkürzt“, informierte Anton Mariacher. In den nächsten Tagen wird mit den Baumaßnahmen begonnen, die Fertigstellung ist für März 2026 geplant.
„Wie schon derzeit wird das Wohn- und Pflegeheim Matrei auch nach Umsetzung der Baumaßnahmen über 90 Pflegebetten verfügen, aufgeteilt sind diese dann auf 18 Doppel- und 54 Einzelzimmer. Durch den Um- und Erweiterungsbau erreichen wir nicht nur eine Erhöhung der Wohnqualität für unsere BewohnerInnen, sondern auch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen für die MitarbeiterInnen. Die internen Abläufe werden an die Ansprüche zeitgemäßer Pflege angepasst“, hielt Franz Webhofer abschließend fest.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Wohn- und Pflegeheim Matrei, Osttirol heute/Mühlburger