Alpenverein Lienz sucht neue Pächter für die Wangenitzseehütte

Claudia und Franz Aßlaber haben das Schutzhaus in der Schobergruppe 38 Saisonen lang vorbildlich geführt. Nachdem sich das Wirtspaar nun allmählich in einen ruhigeren Lebensabschnitt zurückzieht, wird die Hütte neu verpachtet.

Ein Ort zum Wohlfühlen und ein idealer Stützpunkt für Bergsteiger und Wanderer ist die Wangenitzseehütte auf der Kärntner Seite des Nationalparks Hohe Tauern. Das Schutzhaus liegt auf 2.508 Metern Seehöhe und ist damit die höchstgelegene Schutzhütte in der Schobergruppe. 2009 übernahm die Alpenvereins-Sektion Lienz das im Jahre 1927 von der DAV-Sektion Moravia/Brünn errichtete Schutzhaus vom NKBV (königlicher niederländischer Kletter- und Bergsteigerverein).

Wir unterhielten uns mit Marco Holzer, Obmann der Alpenvereins-Sektion Lienz:

 

Marco Holzer ist seit dem Jahr 2019 Vorsitzender der Alpenvereins-Sektion Lienz, die neben der Wangenitzseehütte auch die Lienzer Hütte und die Hochsteinhütte betreibt.

 

Marco, kannst Du uns bitte die Lage der Wangenitzseehütte beschreiben?

Die Hütte liegt idyllisch am Wangenitzsee und Kreuzsee. Die beiden Seen mit den umliegenden Gipfeln sind in das einst vom Gletschereis ausgeschürfte Becken eingebettet. Die Wanderer und Bergsteiger erwarten unverwechselbare landschaftliche Eindrücke im Hochgebirge. Die Schobergruppe bietet mit 53 Dreitausendern und vielen weiteren Gipfel- und Hüttenzielen eine große Fülle an Möglichkeiten für Bergsportler und Naturgenießer. Für kleine und große Wanderer empfiehlt sich auch der Rundweg am See mit einem kleinen Klettersteig.

Wie erreicht man die Hütte?

Die Hütte erreicht man, in dem man von Nußdorf-Debant kommend durch das Debanttal bis zum Parkplatz Seichenbrunn fährt und dann weiter zur Lienzer Hütte (1.977 m) wandert. Von dort dauert der Aufstieg noch rund 3 Stunden.

 

 

Warum sucht Ihr jetzt neue Pächter?

Einen neuen Pächter, eine Pächterin oder eine Pächterfamilie suchen wir ab der nächsten Saison 2025 deshalb, weil sich Claudia und Franz Aßlaber allmählich in einen ruhigeren Lebensabschnitt zurückziehen. Claudia und Franz haben die Hütte 38 Saisonen lang in vorbildlicher Weise und zur vollsten Zufriedenheit des Alpenvereins geführt. Davor hatten Claudias Eltern die Wangenitzseehütte viele Jahre lang bewirtschaftet.

Kannst Du uns die Hütte beschreiben?

Die Hütte verfügt über zehn Zimmer mit 27 Betten und ein Lager mit zehn Betten. Die zwei Gaststuben bieten Platz für rund 50 Gäste. Auf der Terrasse finden noch einmal etwa 50 Gäste Platz.

 

 

Wie ist die Hütte ausgestattet?

Die Küche ist voll eingerichtet und ausgestattet. Zum Kochen stehen ein Holzofen und ein Gasherd zur Verfügung. Die Hütte verfügt über Gefriertruhen und eine Waschmaschine. Erst kürzlich haben wir eine moderne Gastro-Espressomaschine angekauft. In einer Gaststube sorgt ein Kachelofen für wohlige Wärme. Vor Kurzem wurden die Sanitäranlagen erneuert und auf den neuesten Stand gebracht. Den Übernachtungsgästen steht auch eine Dusche zur Verfügung.

Wie erfolgt die Versorgung des Schutzhauses?

Die Versorgung erfolgt über einen mit einem Dieselaggregat betriebenen Aufzug. Für die Energieversorgung steht ein Wasserkraftwerk zur Verfügung, und kürzlich haben wir eine Photovoltaik-Anlage errichtet, mit der wir in Zukunft einen großen Teil des Energiebedarfs abdecken wollen. Bei Bedarf können wir auch das Dieselaggregat dazuschalten.

Was erwartet der Alpenverein vom neuen Pächter?

Der neue Pächter sollte mit dem Leben im Hochgebirge vertraut sein und idealerweise auch über gute Ortskenntnisse verfügen. Handwerkliches Geschick ist für einen Hüttenbewirtschafter immer von Vorteil. Als Wirt sollte der neue Pächter auch eine gute, solide Küche anbieten können. Einen gastfreundlichen und guten Umgang mit Menschen setzen wir voraus. Alpine Erfahrung sowie Kenntnisse im Umgang mit den besonderen Wetterbedingungen im Hochgebirge sind von Vorteil.

Ihre Bewerbung richten Sie an: info@av-lienz.at

 

Die Hängebrücke am Wangenitzsee ist ein beliebtes Fotomotiv.

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Ingemar Wibmer, privat

22. Oktober 2024 um