Alle Lawinenschutzbauten weiter voll schutzwirksam

Nach den Erkundungsflügen mit Bundesheer-Hubschraubern geben sowohl die Wildbach- und Lawinenverbauung als auch der Lawinenwarndienst größtenteils Entwarnung.

In den letzten Tagen wurden umfangreiche Erkundungsflüge mit Bundesheer-Hubschraubern durchgeführt – einerseits um die Lawinensituation nach den massiven Schneefällen besser beurteilen zu können, andererseits um die Lawinenschutzbauten der Wildbach- und Lawinenverbauung zu überprüfen. „Wie erwartet gab es keinerlei Schäden an den Verbauungen“, so DI Otto Unterweger, Gebietsbauleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung in Osttirol. Die Verbauungen seien solide gebaut, und es wäre laut Unterweger auch nach den Ereignissen der letzten Schneefälle mehr als ausreichend Platz. Es ging bei den Erkundungsflügen auch darum abzuklären, wie sich der Füllgrad auch unter Berücksichtigung der Windverfrachtungen darstellt.

Die Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie des Lawinenwarndienstes erkundeten die aktuelle Lage aus der Luft.

Die Experten der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie des Lawinenwarndienstes erkundeten die aktuelle Lage aus der Luft.

Die Verbauungen im Defereggental seien nur zur Hälfte mit Schnee gefüllt, im Bereich der Mitterwurzenlawine in Außervillgraten habe der Wind den meisten Schnee verblasen, sodass die Verbauung nicht einmal mehr halb voll sei. „Am meisten Schnee befindet sich in der Verbauung der Lahnerbachlawine in Sillian, aber selbst diese ist noch zu einem Drittel frei“, erklärt Unterweger. Die Verbauungen in Kals am Großglockner wären von der Straße aus inspiziert worden. „In den Tauern war durch die etwas geringeren Schneefälle sowieso alles hochgradig im grünen Bereich, sodass wir nach Prägraten gar nicht mehr geflogen sind“, so der Gebietsbauleiter. Im Bereich der verbauten Lawinen müsse man sich daher absolut keine Sorgen machen, alle Schutzbauten seien weiterhin voll schutzwirksam.

Laut Dr. Rudi Mair ist die Schneedecke ziemlich stabil aufgebaut und die Lawinenaktivität auf der Höhe gering.

Laut Dr. Rudi Mair ist die Schneedecke ziemlich stabil aufgebaut und die Lawinenaktivität auf der Höhe gering.

Mit den Bundesheer-Hubschraubern unterwegs war am Donnerstag, 6. Februar 2014, auch Dr. Rudi Mair, Leiter des Lawinenwarndienstes für Tirol. „Die gewaltigen Neuschneemengen vom vergangenen Wochenende haben sich gesetzt und entsprechend verfestigt“, so seine Beobachtungen, „die Lawinenaktivität ist gering, an frischen Lawinen waren praktisch nur Gleitschneelawinen zu beobachten.“ Die Untersuchungen zeigten einen recht stabilen Aufbau der Schneedecke. Die Lawinengefahr ist inzwischen meist höhenabhängig. „Unterhalb von 2 000 Metern ist sie als mäßig (Stufe 2), darüber gebietsweise als erheblich (Stufe 3) einzustufen“, so der Lawinenexperte.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images 

07. Februar 2014 um