Alle Hochsteinlifte bleiben im Winter offen

Für die Sicherung entsprechender Umsätze müssten, so Bergbahnen-Vorstand Hofstätter, sämtliche Lifte am Hochstein auch im kommenden Winter in Betrieb bleiben.

„Wenn man die Kostenstruktur der gesamten Lienzer Bergbahnen betrachtet, wäre es auf den ersten Blick betriebswirtschaftlich vernünftiger, die beiden oberen Lifte H2 und H3 am Hochstein im Winter zu schließen“, so Mag. Klaus Hofstätter, Vorstand der Lienzer Bergbahnen. Im gleichen Atemzug nennt er jedoch ein großes „Aber“. „Wir brauchen die beiden oberen Lifte unbedingt, um entsprechende Umsätze und in weiterer Folge Deckungsbeiträge zu erzielen“, plädierte er dafür, im Winter alle Lifte am Hochstein in Betrieb zu halten. Die Aufsichtsräte haben seinem Vorschlag zugestimmt, und so ist die nächste Wintersaison am Lienzer Hausberg gesichert. Rund 20% tragen die Hochsteinlifte zur Frequenz der Lienzer Bergbahnen AG bei, die restlichen 80% an Liftfahrten im Winter bringen die Bahnen am Zettersfeld. „Einen negativen Deckungsbeitrag gibt es auf jeden Fall, das Offenlassen der Lifte H1 und H2 trägt durch die höheren Umsatzerlöse aber zur Reduzierung bei“, so Hofstätter. Dass die beiden Lifte im Sommer keine Gäste mehr befördern, ist für Hofstätter eine feststehende Tatsache. „Vorerst bleibt die Doppelsesselbahn in diesem Sommer geschlossen, ich bin aber davon überzeugt, dass sie auch in den folgenden Sommern nicht mehr in Betrieb genommen wird“, erläutert Hofstätter seine Sicht zukünftiger Entwicklungen.

Der Osttirodler ist laut Hofstätter zu einem wesentlichen Umsatzbringer für das Unternehmen Lienzer Bergbahnen AG geworden.

Der Osttirodler ist laut Hofstätter zu einem wesentlichen Umsatzbringer für das Unternehmen Lienzer Bergbahnen AG geworden.

„Trotz eines schwierigen Jahres und eines harten Winters steht die Lienzer Bergbahnen AG nicht so schlecht da, im Wirtschaftsjahr 2010/2011 konnten wir trotz erhöhter Leasingaufwendungen einen positiven Cash Flow erzielen“, so Hofstätter weiter. Veranstaltungen wie das Banken-Skimeeting Interbancario im Jänner 2012 wären extrem wichtig, um in Zeiten geringerer Frequenz Umsätze zu generieren. „Davon profitieren nicht nur die Bergbahnen, sondern auch viele andere Unternehmen“. Es bräuchte laut Hofstätter bei den Lienzer Bergbahnen einen Mitarbeiter, der sich explizit und ausschließlich nur um den Bereich Verkauf kümmern solle. „Mit 2 ½ Angestellten im Office inklusive mir können wir diese Aufgaben nicht bewerkstelligen. Die Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband steht außer Frage, und dient hauptsächlich der Organisation der Unterkünfte“, so Hofstätter. Am wichtigsten sei aber die Auslastung vorhandener Bettenkapazitäten, wobei auch neue geschaffen werden müssten.

Als großen Vorteil für die Lienzer Bergbahnen nennt Klaus Hofstätter vor allem den Umstand der unmittelbaren Stadtnähe. Dies steigere vor allem die Umsätze bei den Tagesgästen. Nicht nur in Lienz, überall würden, so Hofstätter, Tourismuseinrichtungen mit ähnlichen Problemen zu kämpfen haben. „Ich gebe zu, der Winterurlaub ist teuer geworden, aber wenn es gelingt, ein entsprechendes Umfeld zu schaffen, dann kommen auch die adäquaten Zielgruppen. Dies ist nicht nur von der Größe des Skigebietes abhängig“, meint Hofstätter und plädiert abschließend dafür, im Tourismus mehr in Richtung „Inszenierung“ zu gehen. „In den USA ist es üblich, mit einer Region, einem Berg, auch eine Geschichte zu erzählen. Der Hochstein als historischer Berg der Lienzer würde sich doch hervorragend dafür eignen“, nimmt der Bergbahnen-Vorstand abschließend fast schon Visionäres in den Mund.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Raimund Mühlburger und Brunner Images

03. Juli 2012 um