Abschussbescheide für Problemwölfe in Osttirol bleiben aufrecht – Kritik an WWF
Der Osttiroler Bezirksbauernobmann LA Bgm. Martin Mayerl kritisiert die „fast schon reflexartige Beeinspruchung der Abschussbescheide für Problemwölfe“ scharf.
„Der am vergangenen Freitag nach entsprechender Empfehlung durch das Fachkuratorium Wolf, Bär, Luchs erlassenen Entnahmebescheid für die beiden Wölfe 108MATK und 121FATK im Bereich von Lavant bleibt aufrecht“, teilte LH-Stv. Josef Geisler nach Einlangen eines DNA-Befundes mit. Dieser besagt, dass der im Zuge von Schafsrissen am 9. Juli im Gemeindegebiet von Lavant nachgewiesene Wolf mit hoher Wahrscheinlichkeit von den Problemwölfen abstammt. Weitere Verwandtschaftsverhältnisse zwischen den mittlerweile sieben verschiedenen, im heurigen Jahr in Osttirol nachgewiesenen Wolfsindividuen, wurden bei den DNA-Abgleichen bisher nicht festgestellt.
In einer Medienaussendung informiert das Land Tirol, dass der Riss eines 300 Kilogramm schweren Ochsen vom 30. Juli in Lavant eindeutig den beiden zum Abschuss freigegebenen Wölfen zuzuschreiben ist. Die Proben enthielten DNA von beiden Tieren. Ein weiterer, bislang in Österreich nicht erfasster Wolf wurde im Zuge von Rissen am 27. und 31. Juli in Anras festgestellt. Es handelt sich dabei um ein männliches Tier mit der Bezeichnung 165MATK.
Damit erhöht sich die Zahl der im heurigen Jahr bislang in Osttirol nachgewiesenen Individuen auf acht. Im Zuge der Probenuntersuchung eines Rissereignisses am 27. Juli in Obertilliach wurde neuerlich der männliche Wolf mit der Bezeichnung 151MATK nachgewiesen. Dieses Individuum wurde bereits bei Schafsrissen in Obertilliach und Anras sowie bei einem Rehriss in Kartitsch bestätigt.
Scharfe Kritik an WWF
„Diese Problemwölfe töten nicht nur Schafe, sondern auch nahezu ausgewachsene Rinder. Sie sind eine Bedrohung für sämtliche Almtiere. Wir müssen unbedingt verhindern, dass sich ein Rudel bildet, das selbst Rinder reißt“, so Josef Geisler. Rechtlich ist die Entnahme durch die Jagdausübungsberechtigten gedeckt. Das bestätigt auch ein vom Land Tirol in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten. In Lavant wurde am 29. Juli ein 300 Kilo schwerer Ochse von Wölfen getötet. Auf unmittelbar angrenzendem Kärntner Gebiet wurden heuer bereits drei Rinder bei Wolfsangriffen verletzt, eines davon musste notgeschlachtet werden.
„In der Schweiz hat sich das sogenannte Beverin-Rudel in Graubünden auf Rinder spezialisiert. Dort befürworten Naturschutzorganisationen wie der WWF den Abschuss des Leitwolfes sowie der Nachkommenschaft. Klar ist, dass im Falle der Erfüllung des Abschussbescheides darüber entschieden werden muss, wie weiter verfahren wird. Das intensive Monitoring wird fortgesetzt. Außerdem werden zusätzliche Wildkameras in diesem Gebiet aufgestellt. Die Jägerschaft wird dringend ersucht, allfällige Bilder bestehender Fotofallen den Behörden zur Verfügung zu stellen“, so Geisler.
„Es ist sehr zu begrüßen, dass LH-Stv. Josef Geisler am Bescheid festhält. Es darf nicht sein, dass selbsternannte Tierschützer das Wohl eines Wolfes über das von Dutzenden Schafen stellen, zumal der Wolf in Europa schon längst nicht mehr vom Aussterben bedroht ist. Wir verzeichnen einen Zuwachs von mehr als 25 Prozent pro Jahr. Während im Jahr 2021 an die 250 Rudel im Alpenraum angesiedelt waren, sind es jetzt bereits 300 Rudel“, sagt der Osttiroler Bezirksbauernobmann LA Bgm. Martin Mayerl.
Er habe „diese reflexartige Beeinsprucherei” satt. „Es kann nicht sein, dass in unserem Land die Stimmen von NGOs über offiziell eingesetzte Expertenkommissionen und Gesetzgeber gestellt werden. Wenn wir die Osttiroler Problemwölfe nicht abschießen, ist unsere Alm- und Landwirtschaft in ernster Gefahr. Die Auswirkungen treffen dabei nicht nur unsere Bauernfamilien. Unsere gepflegte und intakte Kulturlandschaft ist Basis für den Schutz vor Naturgefahren, und gleichzeitig lockt unsere herrliche Almenkulisse Touristen aus nah und fern zu uns nach Osttirol.“
Die Vorwürfe des WWF, wonach zu wenig Herdenschutz betrieben würde, weißt Mayerl aufs Schärfste zurück: „Mehr Herdenschutz wie auf der Lavanter Alm ist nicht möglich. Die Alm wird behirtet und umzäunt. Die Tiere wurden sogar in einem Nachtpferch vor Raubtieren geschützt. Wenn hier der Wolf dennoch zugreift, dann ist das ein höchst problematisches Verhalten. Diese Wölfe gehören abgeschossen“, hält Martin Mayerl unmissverständlich fest.
Text: Redaktion, Symbolfoto: AdobeStock/Dennis