Abfallwirtschaftszentrum in Nußdorf-Debant: Wiederaufbau schreitet zügig voran
Die Betreiberfirma Rossbacher investiert rund 45 Mio. Euro in die Modernisierung. Damit sollen der Brandschutz verbessert, mehr Wertstoffe wiederverwertet und Abfalltransporte verstärkt auf die Schiene verlagert werden.
Meterhohe Flammen, dichter Rauch und hunderte Einsatzkräfte: Die Bilder des Großbrandes in der Recyclinganlage in Nußdorf-Debant Ende Juni 2025 sind vielen Menschen noch in Erinnerung. Mit dem Wiederaufbau setzt die Betreiberfirma Rossbacher GmbH auf eine umfassende Modernisierung des Abfallwirtschaftszentrums.
Von den geplanten 45 Millionen Euro entfallen rund vier Millionen Euro auf den Brandschutz. Die Halleninfrastruktur soll bis Ende 2026 fertiggestellt werden, die Anlagentechnik befindet sich derzeit in der Genehmigungsphase. Der Ausbau der Bahninfrastruktur ist für 2027 und 2028 vorgesehen.

„Der Großbrand in Nußdorf-Debant hat gezeigt, wie rasch ein Brandereignis zur Herausforderung für eine ganze Region werden kann. Umso wichtiger ist es, beim Wiederaufbau konsequent auf Sicherheit und Vorsorge zu setzen. Eine flächendeckende leistungsfähige Abfallwirtschaft ist für Tirol unverzichtbar. Dabei müssen der Schutz der Beschäftigten, der Bevölkerung und unserer Umwelt oberste Priorität haben“, betonte Landeshauptmann Anton Mattle bei einem Lokalaugenschein am Samstag, 17. Oktober.
„Der Brand war für unser Unternehmen und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein einschneidendes Ereignis. Mit dem Wiederaufbau setzen wir auf moderne Sicherheitsstandards, innovative Recyclingtechnik und eine umweltfreundlichere Abfalllogistik. Unser Ziel ist es, einen sicheren und zukunftsfähigen Standort zu schaffen, der langfristig zur Entsorgungssicherheit und Ressourcenschonung in der Region beiträgt“, erklärte Franz Rossbacher.

Herzstück werden eine vollautomatische Kunststoffsortieranlage sowie eine sogenannte Ressourcenrückgewinnungsanlage. Erstere soll Verpackungskunststoffe für rund 500.000 Einwohnerinnen und Einwohner verarbeiten und die bisherige Sortierleistung verdoppeln. In der Ressourcenrückgewinnungsanlage sollen bis zu 60 Prozent der in Sperrmüll sowie Gewerbe- und Baustellenabfällen enthaltenen Wertstoffe zurückgewonnen werden. Damit bleiben wertvolle Rohstoffe im Kreislauf und Abfallmengen, die thermisch verwertet werden müssen, können reduziert werden.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ausbau des Bahnanschlusses. Durch die verstärkte Verlagerung von Abfalltransporten auf die Schiene könnten laut Unternehmensangaben künftig bis zu 4.000 LKW-Fahrten im Bezirk Lienz eingespart werden. Das entlastet die Straßen und trägt zum Klima- und Umweltschutz bei.

Der Großbrand hat auch die Gefahren falsch entsorgter Batterien und Akkus deutlich gemacht. Das Land Tirol nimmt den Lokalaugenschein einmal mehr zum Anlass, an die Bevölkerung zu appellieren, Batterien, Akkus und Elektrogeräte fachgerecht zu entsorgen. Sie gehören keinesfalls in den Restmüll oder in den „Gelben Sack“ beziehungsweise die „Gelbe Tonne“. Das gilt auch für E-Zigaretten und Einweg-Vapes mit fest verbauten Akkus.
Batterien und Akkus können kostenlos bei Rücknahmestellen im Handel oder bei den Recyclinghöfen der Gemeinden abgegeben werden. Bei Lithium-Ionen-Akkus wird empfohlen, sichtbare Pole nach Möglichkeit mit Isolierklebeband abzukleben, um Kurzschlüsse zu vermeiden. Beschädigte oder aufgeblähte Akkus sollten möglichst rasch bei einer geeigneten Sammelstelle abgegeben werden.
Text: Redaktion, Fotos: Land Tirol/Fitsch
