400 VolksschülerInnen bei „Erlebniswelt Baustelle” der Wirtschaftskammer
Sinn der Mitmachausstellung ist es, Kindern die Berufe am Bau näher zu bringen – dies auch vor dem Hintergrund des sich immer stärker abzeichnenden Fachkräftemangels.
Bereits zum 3. Mal machte die „Erlebniswelt Baustelle” am 7. und 8. Mai in der Wirtschaftskammer Lienz Station. „Mit dem Projekt im Auftrag der Tiroler Bauwirtschaft und der Wirtschaftskammer Tirol wollen wir Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren die Berufe am Bau näher bringen”, so Nadja Elmer von Elmer Event Consulting. Zunächst werden die Berufe an den 17 Stationen theoretisch erklärt, dann können die Kinder selbst Hand anlegen. So wurde auch in Lienz fleißig gemörtelt, getischlert, gepflastert, gemalt, gespenglert und gegärtnert.
Nadja Elmer: „Wir wollen den Kindern vermitteln, dass Handwerksberufe am Bau auch jede Menge Spaß machen. Ich muss oft staunen, welche Talente in den Kindern schlummern, etwa wenn ein 8-Jähriger bei der Station des Fliesenlegers ein wunderschönes Mosaik kreiert.”
Bereits 30.000 SchülerInnen erfuhren in den letzten Jahren an der Bauakademie in Innsbruck und bei der Tour durch alle Tiroler Bezirke viel Wissenswertes rund um die Bauberufe Gärtner, Maurer, Baumeister, Glaser, Installateur, Dachdecker, Tischler, Maler, Pflasterer, Tiefbauer, Zimmerer, Fliesenleger, Spengler, Elektrotechniker und Bodenleger. Wirtschaftskammer-Bezirksstellenleiter Reinhard Lobenwein bezeichnete das Projekt als ideal dafür, um schon früh damit anzufangen, den Kindern Wege aufzuzeigen, wie sie sich verwirklichen können. „Auf keinen Fall soll jemand in einen Beruf gedrängt werden. Es gibt die verschiedensten Talente, viele Menschen haben eben auch geschickte Hände. Das Projekt kommt uns sicher auch im Hinblick auf den immer stärker werdenden Fachkräftemangel sehr entgegen”, betonte Lobenwein, der einige statistische Zahlen nannte.

132 offenen Lehrstellen stünden laut Auskunft des AMS Lienz aktuell nur 16 Lehrstellensuchende gegenüber. Mit Ende 2018 standen in Osttirol 823 Lehrlinge in Ausbildung. „Die Anzahl hat sich gegenüber 2017 um 33 erhöht. Hingegen war die Anzahl der Lehrbetriebe etwas rückläufig. 293 Betriebe bildeten mit Ende 2018 Lehrlinge aus, 2017 waren es im Bezirk noch 299”, so Lobenwein. Mit verschiedenen Initiativen wolle man in Osttirol vonseiten der Wirtschaftskammer auch die Weiterbildung auf Facharbeiter-Ebene fördern. „Wir beginnen z.B. in Kürze mit einem neuen Weiterbildungsprojekt in den Holzberufen Tischler und Zimmerer. Dabei geht es insbesondere um Digitalisierung, Persönlichkeitsbildung, Innovation, Kreativität und Sprachkompetenzen”, erklärte der WK-Bezirksstellenleiter dazu.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger



