39.200 Jungbäume: Osttiroler Jungbauern unterstützten Waldbauern bei der Aufforstung

Rund 300 Mitglieder der JB/LJ Osttirol bepflanzten einen Monat lang rund 30 ha Waldgebiet und halfen damit den Bauern, die Folgen der Sturmschäden und des Schneebruchs zu beseitigen.

Nach den beiden massiven Sturmtiefs VAIA (Oktober 2018) und INGMAR (November 2019) war Osttirol auch im Herbst 2020 wieder von Unwettern betroffen. Das Sturmtief VIRPY brachte noch nie gemessene Niederschlagsmengen und führte zu enormen Neuschneehöhen. „Von Windwurf und Schneebruch waren in den letzten drei Jahren vor allem auch unsere Waldbauern stark betroffen. Das veranlasste uns dazu, ein Aufforstungsprojekt zu starten. Wir wollten vor allem Waldbauern helfen, die körperlich nicht mehr so fit sind oder denen es an Nachwuchs bzw. Arbeitskräften am Bauernhof fehlt“, so Bezirksleiterin Barbara Preßlaber bei einem Pressetermin am Mittwoch, 13. Oktober, in Lienz.

 

Bezirksleiterin Barbara Preßlaber und Bezirksobmann Clemens Girstmair: „Das Echo auf unsere Ausschreibung des Aufforstungs-Projektes war enorm. 24 der 36 Osttiroler Ortsgruppen haben Freiwillige gestellt, und so konnten wir rund 30 besonders massiv von den Sturm- und Schneebruch-Schäden betroffenen Bauern helfen.“

 

24 von den insgesamt 36 Osttiroler Ortsgruppen haben sich für das Projekt „Zukunft Wald – Die Jungbauern forsten auf!” gemeldet und zunächst gemeinsam mit den Landwirten, Waldaufsehern und Förstern die erforderlichen Maßnahmen besprochen. Von Mitte Mai bis Mitte Juni 2021 wurden so 39.200 Jungpflanzen auf einer Fläche von ca. 30 Hektar gesetzt. „Die 24 Ortsgruppen und zusätzlich der Bezirksausschuss stellten Teams. Wichtig war uns, dass wir nicht nur Fichten pflanzen. Wir haben 15 Baumarten gesetzt – neben der Fichte z.B. auch Lärche, Tanne, Bergahorn, Vogelbeere, Rotbuche oder Vogelkirsche. Die 300 beteiligten Freiwilligen haben rund 2.000 Stunden geleistet“, berichtete Bezirksobmann Clemens Girstmair.

 

v.l.n.r.: LA Martin Mayerl (GF Maschinenring Osttirol), Hannes Theurl (GF Theurl Holz), Bezirksleiterin Barbara Preßlaber, Bezirksobmann Clemens Girstmair, BO-Stv. Lukas Kaplenig, Bezirksgeschäftsführer Maximilian Jans, Landesobmann-Stv. Bernhard Hauser

 

Durch die massiven Waldschäden bestand in ganz Osttirol Bedarf an Aufforstung – besonders betroffen waren aber die Sonnseite des Lienzer Talbodens, Kals am Großglockner, das Defereggental oder St. Johann im Walde. Unterstützung für ihr Projekt bekam die Osttiroler Jungbauernschaft vom Maschinenring Osttirol und von der Firma Theurl Holz. Hannes Theurl übergab einen Scheck in Höhe von 5.000 Euro an die Jungbauernschaft. „Die großzügige Spende kommt unserem Sozialfonds zugute, durch den Bauernfamilien unterstützt werden, die einen schweren Schicksalsschlag erlitten haben. Wir werden demnächst vorschlagen, einen Teil des Geldes einer Familie in Innervillgraten zugutekommen zu lassen, die durch einen tragischen Forstunfall in Not geraten ist“, so Bezirksgeschäftsführer Maximilian Jans.

 

Hannes Theurl: „Für einen holzverarbeitenden Betrieb ist ein gesunder Wald die Basis. Die Waldbauern waren von den Stürmen und den massiven Schneefällen in den letzten drei Jahren stark betroffen. Hinzu kam in letzter Zeit noch die Borkenkäfer-Plage. Wir freuen uns, dass sich besonders auch die junge Generation mit dieser Thematik beschäftigt und dass die Jungbauernschaft mit ihrem Projekt auch selbst Hand angelegt hat. Deswegen unterstützen wir von der Firma Theurl die Jungbauernschaft mit einer Spende für ihren Sozialfonds!”

 

Maschinenring-Geschäftsführer LA Martin Mayerl lobte das Engagement der JB/LJ Osttirol in hohen Tönen: „Neben dem Pflegen der Gemeinschaft und dem sozialen Aspekt erfüllt euer Projekt auch einen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zweck. Die Aufforstung und Wiederherstellung eines funktionsfähigen Waldes stellt für viele Bauern und Waldbesitzer nach den massiven Schäden in Osttirol eine große Herausforderung dar. Vor dem Hintergrund, dass auch in diesem Bereich immer mehr Arbeitskräfte fehlen, habt ihr einen besonders wertvollen Beitrag geleistet.“

 

Der Maschinenring Osttirol spendierte Verpflegung und unterstützte damit die jungen Bäuerinnen und Bauern bei ihrer harten Arbeit im Wald.

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: JB/LJ Osttirol, Osttirol heute/Mühlburger

13. Oktober 2021 um