34. Osttirol Messe: „Schaufenster in die Region” eröffnet

Die Aufwärtsbewegung in Osttirols Wirtschaft mit Rekord an Beschäftigten und sinkenden Arbeitslosenzahlen war Hauptthema bei den Reden zur Messe-Eröffnung.

Die 34. Osttirol Messe in und um die Dolomitenhallen in Lienz wurde am Freitag, 20. September, um 11.00 Uhr, offiziell durch LA Martin Mayerl eröffnet. Die Lienzer Bgm. LA Elisabeth Blanik trat als erste ans Rednerpult. „Das Thema Abwanderung wurde in den letzten Jahren stark thematisiert. Ich möchte heute einmal auf die umgekehrte Entwicklung hinweisen. Es gibt trotz Verstädterung auch einen Trend zur Rückkehr in ländliche Gebiete. Und diese Phase der Rückkehr in Arbeits- und Lebenssituationen am Land hat bei uns in Osttirol bereits eingesetzt. Bei der von den großen österreichischen Tageszeitungen in Auftrag gegebenen und von der  Pöchhacker Innovation Consulting GmbH durchgeführten Studie zur Zukunftsfähigkeit von Österreichs Bezirken wurde Osttirol heuer auf Platz 10 gereiht und ist der Aufsteiger des Jahres. Unser Wirtschafts- und Lebensraum entwickelt sich also sehr positiv, und es ist uns gelungen, die Abwanderung abzumildern”, so Blanik.

 

Wirtschaftskammer-Obmann Michael Aichner: „In Osttirols Wirtschaft herrscht eine positive Stimmung. Bei den Arbeitsplätzen hat die Industrie das Gewerbe bereits knapp überflügelt. 2018 hatten wir noch einen Arbeitslosenrate von 7,2%, für 2019 erwarten wir eine Quote von 6%.”

 

„Osttirols Wirtschaft befindet sich im Aufwind”, so leitete Wirtschaftskammer-Obmann Michael Aichner seine Rede ein. „Wir dürfen uns über einen Rekord an unselbstständig Beschäftigten – rund 21.000 im heurigen Juli – freuen. Die Arbeitslosigkeit ist im Sommer auf rund 4% gesunken, das bedeutet annähernd Vollbeschäftigung. In den letzten 30 Jahren sank die Arbeitslosenquote unter den Österreich-Schnitt”, so Aichner. Er sprach auch eine positive Entwicklung im Tourismus an. „Wir erwarten für das heurige Jahr 2,1 Mio. Nächtigungen. Das ist eine positive Entwicklung, es gibt im Tourismus aber noch Luft nach oben. Von LKW-Fahrverboten halte ich übrigens nichts, weil diese primär unserer heimischen Wirtschaft schaden würden”, so Aichner.

 

Euregio-Generalsekretär Christoph von Ach: „Die Osttirol Messe ist ein Zeichen für eine vitale, aufstrebende Region. Die West-Ost-Verbindung wird immer wichtiger, und Lienz steht dabei im Zentrum.”

 

Christoph von Ach, Generalsekretär der Europaregion Tirol-Südtirol-Trentino, bezeichnete Osttirol als „wichtige Brücke von Westen nach Osten”. „Diese Brücke in den Osten wird immer bedeutender, obwohl wegen des Transitverkehrs viel mehr von der Nord-Süd-Verbindung gesprochen wird. Es gilt in der Europaregion, Bereiche einzubinden, die früher manchmal zu Unrecht als Peripherie bezeichnet wurden. Diese Regionen müssen mit den Zentren vereint und auch versöhnt werden”, betonte der Generalsekretär.

Von einer „vorbildlichen Entwicklung des Bezirkes Osttirol” sprach EU-Abgeordnete Barbara Thaler. „Leader- und Interreg-Projekte wirken sich positiv auf Land und Leute aus. Die Wirtschaft entwickelt sich gut, und die Arbeitslosenquoten sinken. Zum Thema Klimaschutz möchte ich vor allem die Regionalität betonen. Wir müssen verstärkt auf eine Politik der kurzen Wege setzen. Es muss noch viel mehr regional produziert und vor allem auch konsumiert werden. So werden Arbeitsplätze vor Ort erhalten”, so Thaler.

 

LA Martin Mayerl: „Seit 34 Jahren ist die Osttirol Messe das Schaufenster in die Region. Erfreulich ist, dass unser Bezirk deutlich aufgeholt hat. Die Wirtschafts- und Arbeitsmarktzahlen deuten in die richtige Richtung.”

 

Die positive wirtschaftliche Entwicklung im Bezirk betonte auch LA Martin Mayerl, der die Messe offiziell eröffnete. „Wir haben einen großen Wohlstand erreicht, stehen aber vor ebenso großen Herausforderungen. Wir dürfen die Frage der Verteilung nicht außer Acht lassen und müssen die natürlichen Ressourcen schonen. Mir geht es vor allem auch darum, über die Grenzen zu schauen. Europa hat sich in den letzten 60 Jahren wirtschaftlich stark – und vor allem im Frieden vereint – entwickelt. Ich sehe unsere Zukunft optimistisch und glaube, dass wir auch die Herausforderung des Klimawandels positiv meistern werden – mit neuen Technologien, mit Vernunft und insbesondere auch durch Verhaltensänderungen”, sagte Mayerl.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger

20. September 2019 um