280 Interessierte bei Wolf-Diskussion von Forum Land in Lienz
Forum Land-Bezirksobmann Klemens Kreuzer betonte, die Situation nüchtern betrachten und eine nationale Lösung für ein zufriedenstellendes Wolfsmanagement finden zu wollen.
In Osttirol ist das Raubtier Wolf bisher nur durchgezogen, in den benachbarten Regionen Südtirols und Salzburgs kommt es jedoch vermehrt zu Wolfsrissen. „Wir wollen Aufklärungsarbeit leisten, um die Bäuerinnen und Bauern mit ihren Sorgen nicht allein zu lassen. Es geht uns von Forum Land um entsprechende Rahmenbedingungen und eine nationale Lösung für ein zufriedenstellendes Wolfsmanagement“, so Klemens Kreuzer bei einer Podiumsdiskussion unter dem Motto „Der Wolf im Alpenraum“ am 29. Mai in der Landwirtschaftlichen Lehranstalt Lienz.
Opportunistisch und intelligent – mit diesen Worten beschrieb Forstdirektor Franz Lanschützer von der Landwirtschaftskammer Salzburg den Wolf. „Der Wolf sucht sich leichte Beute. Vor allem, wenn er im Rudel jagt, gibt es kein Tier, das er nicht erlegen könnte. Das heißt, dass weder kleine noch große Tiere vor dem Wolf sicher sind. Mit bis zu fünf Kilogramm Fleisch pro Tag ist der Hunger des Wolfes enorm“, so Lanschützer. Er sieht in Herdenschutzmaßnahmen – wie scharfen Hunden oder Zäunen – keine Möglichkeit, die Nutztiere vor den wilden Räubern zu schützen. „Entnahmen und ein ordentliches Wolfsmanagement sind der einzig mögliche Schutz. Die gesamten Ostalpen müssen zum Erhalt der traditionellen Alm- und Weidewirtschaft wolfsfrei bleiben“, fordert der Forstdirektor.
Auch Johann Georg Höllbacher, Projektleiter Herdenschutz Österreich, sprach sich gegen eine Rückkehr des Wolfes aus. „Herdenschutz ist nicht überall möglich, und es braucht sehr viel Erfahrung und Gespür im Umgang mit den Hunden und der Herde“, betonte er. Thematisiert wurde auch, dass rund 70% der österreichischen Bevölkerung die Rückkehr des Wolfes unterstützen. „Das Vieh wird gerissen, und auch der emotionale Schaden, der den Bauern zugefügt wird, ist enorm. Selbst die ländliche Bevölkerung versteht das Anliegen der Landwirtschaft nicht und heißt den Wolf großteils willkommen. Mitschuld an der Pro-Wolf-Stimmung sind auch die NGOs, welche die Rückkehr des Wolfes für ihre Zwecke missbrauchen, indem sie mit dem geschützten Wolf für ihre Organisationen werben“, berichtete Lanschützer.
LA Hermann Kuenz will verstärkt mit Bauernvertretern aus Bayern und Südtirol zusammenarbeiten. „Der Schafbestand in Südtirol hat in einem Jahr um 15% abgenommen, weil die Angst vor Wolfsrissen so groß ist. Der Wolf ist mit 20.000 bis 30.000 Tieren in Europa keineswegs mehr vom Aussterben bedroht. Ausgehend davon müssen wir Druck nach oben erzeugen, um eine Lockerung des Schutzstatus zu erreichen“, so Kuenz.
Klemens Kreuzer appellierte abschließend für einen Schulterschluss aller Beteiligten. „Es braucht die Unterstützung der Jägerschaft und des Tourismus. Wir sind auch auf den Einsatz der Politik auf allen Ebenen angewiesen. Es wird auch das Zutun der Landwirtschaft brauchen, damit zumindest ein Mindestmaß an Herdenschutz angewandt wird. Ich bitte alle, auf Information und Aufklärung zu setzen, ruhig und sachlich zu argumentieren und damit einen Beitrag für ein rationales Umdenken in der Gesellschaft zu leisten“, hielt der Bezirksobmann von Forum Land fest.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Forum Land/Manzl