25-Jahr-Jubiläum des Heizwerkes Sillian: Gute Wärme ist so nah!
Aus Anlass des Jubiläums ist die Biomasse Verarbeitungs- und Heizgenoss. Sillian Hochpustertal Hauptsponsor des letzten Heimspiels der Spielgemeinschaft Sillian-Heinfels am 21.10.
Die Anfänge des heute in der Region fest verankerten Biomasse-Heizwerks gehen auf die Initiative von 10 Pionieren aus dem Osttiroler Pustertal zurück. Gemeinsam gründeten die Oberländer im Jahr 1998 eine Genossenschaft und legten mit dem Ankauf eines Grundstückes die Basis für die Realisierung des Heizwerkes in der Bahnhofsstraße 152 in Sillian. Im Blickfeld der Mitglieder standen nicht die Hürden, die es zu überwinden galt, sondern die Vision einer umweltfreundlichen, kostengünstigen, zentralen und gleichzeitig lokalen Wärmeversorgung. Nachdem die erforderliche Marke an unterzeichneten Wärmelieferungsverträgen erreicht und Planung, Einreichverfahren sowie Ausschreibung abgeschlossen waren, konnte das Heizwerkgebäude in nur fünf Monaten Bauzeit errichtet und eine erste Kesselanlage mit Ölbrenner installiert werden. Dieser dient heute nur mehr als Ausfallsreserve.
Die Gebäude der ersten Kunden, unter ihnen Privatpersonen, Firmen und öffentliche Einrichtungen, wurden Schritt für Schritt an das Fernwärmenetz des Heizwerkes angeschlossen. „Heute umfasst unser Netzausbau, der von Sillian bis Heinfels reicht, eine Länge von 15 Kilometern“, informiert Peter Paul Guggenberger, der Obmann der Biomasse Verarbeitungs- und Heizgenossenschaft Sillian. Er war als Gründungsmitglied von Anfang an dabei und sorgt seit vielen Jahren mit viel Einsatz und Engagement dafür, dass der Betrieb im Heizwerk reibungslos läuft. Peter Paul Guggenberger lebt mit seiner Familie am Brunnerhof in Panzendorf 38. Den landwirtschaftlichen Betrieb und sein Forstunternehmen hat er bereits an die nächste Generation weitergegeben. Die Verwaltungsarbeiten für die Genossenschaft erledigt der Obmann vom Büro aus, das er sich am Hof hoch oben über dem Tal eingerichtet hat. „Lange Zeit war ich der einzige, wenn auch nur geringfügig angestellte Mitarbeiter, inzwischen beschäftigen wir auch eine Sekretärin in Teilzeit“, lässt er wissen.
Per Computer und Handy kann Peter Paul Funktion und Betrieb des Heizwerkes überwachen. Treten Störungen auf, dann ist er innerhalb kurzer Zeit im nur einige Kilometer vom Brunnerhof entfernt liegenden Heizwerk, um sich direkt vor Ort um die Probleme kümmern zu können. „In den vergangenen 25 Jahren haben wir laufend in unser Heizwerk investiert. Bereits ein Jahr nach Eröffnung konnten wir die Wärmerückgewinnung in Betrieb nehmen und eine Rauchgaskondensationsanlage einbauen. Aufgrund der positiven Resonanz aus der Bevölkerung nahmen wir im Jahr 2000 auch die Verdichtung bzw. den Weiterbau des Rohrnetzes in Angriff, um weitere Haushalte anschließen zu können. 2004 folgte der Ankauf eines modernen Biomasseheizkessels“, erläutert er Details. Insgesamt hat das Heizwerk heute zwei leistungsstarke Kessel mit einer Leistung von 1,5 MW bzw. drei MW. Als eine gute Investition bezeichnet er die Erweiterung des Heizgebäudes um ein großes Hackschnitzel-Lager sowie den Kauf eines modernen Laders (2021), der die Bringung des Hackgutes hin zur automatisch funktionierenden Beschickung der Kesselanlagen sicherstellt. „Wir legen großen Wert auf Regionalität und eine umweltschonende Versorgung. Daher stammt das verwendete Waldhackgut zum überwiegenden Teil von unseren Mitgliedern selbst bzw. von Anbietern aus einem Einzugsgebiet kleiner als 20 Kilometer zum Heizwerk. Die Verarbeitung des unbehandelten Holzes in Hackschnitzel wickelt Heinrich Weiler für unsere Genossenschaft ab.“

Pro Jahr werden im Sillianer Heizwerk rund 6.000 Festmeter Brennholz verfeuert und 10 Millionen kWh Wärme erzeugt. Über das Leitungssystem der Biomasse Verarbeitungs- und Heizgenossenschaft Sillian wird das im Heizkraftwerk erhitzte Wasser zu den Kunden gebracht, wo es über einen Wärmetauscher Wärme zum Heizen oder zur Warmwasseraufbereitung abgibt. 200 Objekte (Bauernhöfe, Privathäuser, öffentliche Gebäude, Gewerbe- und Hotelbetriebe) werden verlässlich und sicher mit Energie direkt aus der Region versorgt. 2023 konnte am Dach des Heizwerkes eine PV-Anlage zur Gewinnung von Strom installiert werden. „Die Zufriedenheit unserer Kunden ist groß. Alleine 2022 wurden 60 Häuser neu angeschlossen“, freut sich Peter Paul. Die ungebrochene Nachfrage erklärt er u.a. mit der 100-prozentigen Versorgungssicherheit, dem Komfort auf Knopfdruck direkt ins Heim sowie der Beratung und Dienstleistung direkt aus der Region. „Und nicht zuletzt darf man auch die gute Ökobilanz und die Unabhängigkeit von großen Anbietern nicht vergessen.“
Das Führungsteam der Genossenschaft: die beiden Vorstandsmitglieder Hannes Kraler und Hanspeter Trojer, Aufsichtsratsvorsitzender Anton Calovi, Obmann Peter Paul Guggenberger sowie die beiden Aufsichtsratsmitglieder Albert Hofmann und Peter Troyer
Wenn der Obmann heute auf die vergangenen 25 Jahre zurückblickt, spricht er Höhen und Tiefen an, die es natürlich gegeben hat. „Ohne Zweifel aber ist unser Heizwerk eine Erfolgsgeschichte. Wir stehen gut da und konnten in den vergangenen Jahren auch die Preise immer sehr stabil halten. Erst im heurigen Jahr haben wir eine moderate Indexanpassung vorgenommen“, sagt er und betont abschließend die gute Zusammenarbeit im Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft, die heute 19 Mitglieder, darunter die Gemeinden Sillian und Heinfels, zählt.
Die gelb markierten Häuser bezeichnen die angeschlossenen Haushalte.
Aus Anlass des 25-Jahr-Jubiläums ist die Biomasse Verarbeitungs- und Heizgenossenschaft Sillian Hochpustertal Hauptsponsor des letzten Heimspiels der Spielgemeinschaft Sillian-Heinfels am 21. Oktober 2023 (Kartenausgabe ab 14.30 Uhr). Die Eintritte werden bezahlt und es werden 300 T-Shirts mit dem Logo des Heizwerkes an Kunden aus beiden Pustertaler Gemeinden verteilt.
Text: E. Hilgartner, Fotos: Peter Leiter