Thomas Charamza aus Lienz: Ein Leben für den Tennissport

Leistungsspieler in Wien, Senioren-Weltmeister mit dem österreichischen Nationalteam – Thomas Charamza hat im Tennissport schon viel erlebt. Als Diplom-Tennislehrer gibt er seine Leidenschaft für Tennis an die nächste Generation weiter.

Wenn Thomas Charamza über Tennis spricht, merkt man sofort: Dieser Sport ist für ihn weit mehr als nur ein Beruf. „Tennis war immer meine große Leidenschaft“, sagt der heute 56-Jährige. Seit mehr als zwanzig Jahren arbeitet er als diplomierter Tennistrainer – und ist seit vielen Jahren auch eng mit der Tennis Union Lienz verbunden. Geboren wurde Charamza 1969 in Wien. Schon früh entdeckte er seine Begeisterung für den Sport. Zunächst spielte er Fußball und wurde mit der Nachwuchsmannschaft der Vienna sogar U16-Meister.

Parallel dazu begann er auch Tennis zu spielen – mit Erfolg. Bereits als Zwölfjähriger stand er im Finale der Wiener Nachwuchsmeisterschaften. Später spielte Charamza in der höchsten Wiener Landesliga und war viele Jahre im leistungsorientierten Tennis aktiv. In dieser Zeit zählte er – gemeinsam mit Thomas Muster, Horst Skoff oder Alexander Antonitsch – zu den besten 16 Spielern im österreichischen Tennisverband (ÖTV).

 

 

Auch beruflich blieb Thomas dem Sport immer treu. Er absolvierte die Trainerausbildung in Deutschland und gab Tennisstunden. Der Weg nach Osttirol führte ihn über seine Frau Verena, eine gebürtige Lienzerin. Die beiden lernten sich in Wien über den Sport kennen – Verena studierte Sport und war Mitglied des UTC Schönbrunn. Bevor er nach Osttirol zog, leitete Thomas zuletzt eine große Tennisanlage mit Hallen- und Freiplätzen im niederösterreichischen Ebreichsdorf. Aus dieser Zeit stammen auch einige besondere Begegnungen: So stand er sogar einmal mit Popstar Falco – mit bürgerlichem Namen Hans Hölzl – auf dem Tennisplatz.

 

 

Zu seinen Trainingspartnern und Weggefährten zählten bekannte Namen des österreichischen Tennissports. Mit Alexander Peya spielte er im gleichen Clubverein in Wien. Gerald Mandl gehört neben Werner Eschauer zu seinen besten Freunden. Auch mit Skisprung-Ass Andreas Goldberger verbindet Charamza eine enge Freundschaft. Gemeinsam standen sie etwa bei Charity-Turnieren mit Tennisprofi Jürgen Melzer auf dem Platz.

Seine größten internationalen Erfolge feierte Charamza später im Seniorentennis. In den Klassen +35 und +40 führte er zehn Jahre lang durchgehend die österreichische Rangliste an. In dieser Phase wurde er auch Staatsmeister im Einzel und im Doppel. Bei der inoffiziellen Europameisterschaft +40 in Pörtschach besiegte er im Finale die Nummer eins, den Kroaten Dinko Gudelj.

 

 

Gemeinsam mit Gerald Mandl und Werner Eschauer vertrat Thomas Österreich auch bei Weltmeisterschaften. Besonders erfolgreich verliefen die Turniere in Mallorca und in der Türkei, wo sich das österreichische Team den Weltmeistertitel holte. Später konnte der Titel sogar in Miami verteidigt werden. Für seine Verdienste um den österreichischen Tennissport wurde Charamza gemeinsam mit Mandl und Eschauer in Kitzbühel geehrt.

Seine Spielweise beschreibt er selbst mit einem Schmunzeln so: „Ich bin relativ klein und hatte nie den stärksten Aufschlag. Aber ich war immer sehr schnell und habe wenige Fehler gemacht.“ Entscheidend sei im Tennis, wie er sagt, vor allem die mentale Stärke. „Du musst dich quälen – körperlich und geistig.“ Im Laufe seiner Trainerkarriere hat Thomas bereits viele Spielerinnen und Spieler betreut – vom Nachwuchs bis zu ambitionierten Hobbyspielern. „Seit vielen Jahren arbeite ich eng mit der Tennis Union Lienz zusammen. Das ist ein super Verein.“

 

 

Nach der Corona-Zeit musste er einige körperliche Rückschläge hinnehmen und kann heute nicht mehr leistungsmäßig spielen. Sportlich aktiv bleibt er dennoch und verbringt viel Zeit beim Langlaufen, bei Skitouren oder beim Training im Fitnessstudio. „Ich bin sehr glücklich, dass ich meinen Beruf als selbstständiger Tennistrainer weiterhin ausüben kann.“ Seine Begeisterung für Tennis ist nach wie vor ungebrochen. Und genau diese Leidenschaft versucht er auch an seine Schüler weiterzugeben. „Tennis ist und bleibt mein Leben“, hält der Tenniscoach abschließend fest.

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Martin Lugger

03. April 2026 um