Mythos Dolomitenmann: Viermal an die Belastungsgrenze

Der Dolomitenmann lebt von vier Disziplinen, die jede für sich höchste Ansprüche stellt. Erst das perfekte Zusammenspiel der vier Teammitglieder entscheidet am 12. September in Lienz über Sieg oder Niederlage.

Den Auftakt bildet einer der härtesten Bergläufe der Welt. Vom Hauptplatz in Lienz führt die zwölf Kilometer lange Strecke auf das 2.441 Meter hoch gelegene Kühbodentörl. Dazwischen liegen 2.000 Höhenmeter, felsige Passagen, extrem steile Anstiege und Abschnitte, die selbst Spitzenathlet:innen auf alle Viere zwingen.

Kraft, Ausdauer und taktische Renneinteilung entscheiden darüber, ob der Bergläufer seinem Team eine gute Ausgangsposition verschafft. Nicht zuletzt deshalb hat sich ein Team aus China den frei übersetzten Teamnamen gegeben: „Darum betteln, sich auf alle Viere begeben zu dürfen.“

 

Philemon Kiruago aus Kenia übergab 2025 als Drittplatzierter an seinen Paragleitpiloten Aaron Durogati, der zum dritten Mal in Folge den Disziplinensieg für sich erringen konnte.

 

Am Kühbodentörl übernimmt der Paragleiter – doch bevor es in die Luft geht, muss zunächst mit kompletter Ausrüstung zum Startplatz gelaufen werden. Nach dem ersten Flug wartet eine Zwischenlandung auf der Moosalm, ehe mit geschultertem Schirm erneut ein anspruchsvoller Anstieg zum zweiten Start bewältigt werden muss. Erst danach folgt der finale Flug ins Lienzer Dolomitenstadion. Präzision, Fluggefühl, Kondition und absolute Nervenstärke sind hier gleichermaßen gefragt. Der 19-jährige Lokalmatador Noah Lang nimmt heuer als jüngster Paragleiter die beiden Flüge in Angriff.

Nach der Übergabe beginnt für die Mountainbiker ein Rennen voller Gegensätze. Lange Anstiege wechseln mit technisch anspruchsvollen Trails, immer wieder muss das Rad geschultert und getragen werden. Erst nach den kräftezehrenden Uphills wartet die rasante Abfahrt über steile Downhillpassagen zurück ins Tal. Kraft, Fahrtechnik und Mut entscheiden darüber, wer auf dieser legendären Strecke Zeit gutmachen kann. Mit Laura Stigger haben die Red Bull Damen heuer eine Bikerin der Sonderklasse am Start, die allen Anforderungen des Kurses gewachsen ist.

 

Auch wenn jede Sekunde zählt, steht die Sicherheit und die Kontrolle des Materials bei allen vier Disziplinen an oberster Stelle.

 

Die Schlussdisziplin verlangt höchste Konzentration bis zum letzten Meter. Nach dem Einstieg in die Isel kämpfen sich die Kajakfahrer durch Stromschnellen, müssen Wellen, Walzen und Kehrwasser meistern und sogar Passagen gegen die Strömung bewältigen. Nur wer Bootsbeherrschung, Kraft und taktisches Geschick perfekt kombiniert, bringt sein Team sicher ins Ziel.

Neben der überwiegenden Zahl an heimischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind im Kajak vor allem Athlet:innen aus Deutschland und Tschechien am häufigsten vertreten.

Genau diese einzigartige Kombination aus Berglauf, Paragleiten, Mountainbike und Wildwasserkajak macht den Red Bull Dolomitenmann zu einem Bewerb, der weltweit seinesgleichen sucht. Vier Athlet:innen, vier völlig unterschiedliche Herausforderungen – und ein gemeinsames Ziel: als Team über die eigenen Grenzen hinauszuwachsen.

 

Text: Redaktion, Fotos: Red Bull Content Pool, Philipp Carl Riedl, Mirja Geh

20. August 2026 um