Osttirolerin verpasste beim Dolomitenlauf knapp die Sensation

Am 18.1. endete der 56. Dolomitenlauf mit der Königsdisziplin in der klassischen Technik. Über die Langdistanz räumte Italien ab. Bei den Damen schrammte Lokalmatadorin Anna Schmidhofer mit Rang zwei knapp an einer Sensation vorbei.

Am Samstag, 17.1.2026, präsentierte sich der Dolomitenlauf in Obertilliach von seiner strahlenden Seite, am Sonntag, 18.1.2026, beim Höhepunkt mit dem Classicrace über 20 und 40 Kilometer, störte dichter Nebel die Sicht der rund 600 Teilnehmer:innen. Doch die Starter:innen aus 34 Nationen ließen sich die 56. Auflage des größten Volkslanglaufs Österreichs nicht vermiesen. Zufrieden zeigte sich auch OK-Chef Franz Theurl, der sich vor allem bei den vielen Mitarbeiter:innen bedankte: „Über 100 Helfer sorgten für einen reibungslosen Ablauf des Dolomitenlaufs, der heuer erneut zum weltumspannenden Worldloppet zählte. Die Loipen beim Biathlonzentrum Obertilliach waren in perfektem Zustand. Das nützen bald auch viele Biathlon-Nationalteams, die vor den Olympischen Spielen in Antholz in Osttirol ihre Trainingszelte aufschlagen werden.“ Neben Österreich werden ab Ende Jänner auch die Teams von Deutschland, Schweden und weiteren Nationen in Obertilliach trainieren.

Zurück zum Dolomitenlauf, wo es am Sonntag aufgrund des Wetters langsamer zuging als am Samstag in der freien Technik. Da kam es fast durchwegs zu Zielsprints, am Sonntag erreichten viele Läufer:innen aufgrund der schweren Bedingungen alleine das Ziel. Wie auch der Italiener Thomas Rinner, der sich über die Kurzdistanz sieben Sekunden gegen Vortages-Sieger Marius Bauer aus Deutschland durchsetzen konnte. Eineinhalb Minuten später kam dessen Landsmann Toni Escher ins Ziel, wie am Samstag wurde er erneut Dritter. Als bester Österreicher landete Harald Toplitsch vom Achensee an der vierten Stelle, gefolgt vom Steirer Hartwig Seebacher. „Es war richtig cool zu laufen, aber durch die schlechte Sicht und angeschlagene Brillen hatte ich schon Probleme mit der Orientierung“, so Toplitsch.

Bei den Damen gab es einen deutschen Doppelsieg: Alexandra Danner, am Samstag über die 40 km in der freien Technik Zweite, jubelte über den Sieg bei ihrem ersten Dolomitenlauf. „Ich fand gleich zu Beginn eine starke Gruppe mit Männern und freue mich richtig über zwei starke Ergebnisse“, erklärte die ehemalige Weltcupläuferin, die schon Top-Ergebnisse im Sprint holte. Danner siegte rund 50 Sekunden vor ihrer Adidas Terrex-Teamkollegin Miriam Reisnecker, am Samstag Triumphatorin über die 40 km. Die Italienerin Anna Gordan komplettierte vor Lokalmatadorin Eva Schmidhofer das Podium. Die junge Osttirolerin zeigte sich mit den Plätzen drei und vier beim 56. Dolomitenlauf sehr zufrieden.

 

Jubel im Nebel: Lorenzo Busin passierte die Ziellinie auf einem Bein knapp vor Teamkollege Francesco Ferrari.

 

Busin krönte sich zum König von Osttirol

Beim Langdistanzrennen prägte lange eine achtköpfige Spitzengruppe das Geschehen, doch nach der Rennhälfte entwickelte sich ein richtiges Ausscheidungsrennen. Am Ende blieben drei Italiener übrig, die schließlich den Sieg unter sich ausmachten. Die schnellsten Beine hatte Lorenzo Busin, der sich im Zielsprint knapp vor seinem Trentino-Teamkollegin Francesco Ferrari durchsetzen konnte. Dritter wurde Stefano Mich und bester Österreicher Matthias Waldauf als Elfter. Busin war erneut unschlagbar und steht damit bei drei Siegen beim Dolomitenlauf und einem über die Kurzdistanz: „Es war ein unglaubliches Rennen. Heuer war die Strecke leichter als in den Vorjahren. Mir liegen steile und lange Anstiege mehr, deshalb bedeutet mir dieser Sieg noch mehr!“

Schmidhofer: Rang zwei gewonnen, nicht Platz eins verloren

Bei den Damen sorgte Anna Schmidhofer für ein Top-Ergebnis für Österreich. Im Vorjahr belegte sie den dritten Platz, heuer steigerte sie sich erneut und landete im Zielsprint hinter ihrer Trentino-Internorm-Teamkollegin Malin Boerjesjoe, vor zwei Jahren bereits Dolomitenlauf-Siegerin, auf dem tollen zweiten Platz. Die Zuschauer hofften auf den lange ersehnten Triumph für Österreich beim Klassiker, doch für die Osttirolerin zählte der zweite Platz wie ein Sieg: „Malin und ich liefen das ganze Rennen an der Spitze. Im Zielsprint bin ich normal schneller, aber ich machte hier einen taktischen Fehler. Ich habe den zweiten Platz gewonnen und nicht Rang eins verloren.“ Als Dritte erreichte die Österreicherin Petra Tanner mit einem Respektabstand von 20 Minuten das Ziel.

 

Text: Redaktion, Fotos: ©  Expa Pictures

19. Januar 2026 um