Hohe Tauern Trophy: Martin Weißkopf ist Mitfavorit
Der 23-jährige Prägratner Martin Weißopf ist bei den Österr. Meisterschaften im Individual Race am 21. März einer der Favoriten – ein Gespräch mit dem Lokalmatador.
Am Samstag, 21. März 2015, werden im Rahmen der Hohe Tauern Trophy am Zettersfeld in Lienz die Österreichischen Meisterschaften im Individual Race ausgetragen. Der Skibergsteiger Martin Weißkopf aus Prägraten ist einer der Mitfavoriten auf Gold. Im Gespräch erzählt er über seine Ambitionen in der Heimat:
Vorletztes Wochenende hast du Platz zehn beim Weltcupsprint im Martelltal geholt. Die Form sollte stimmen für das Individual Race am Zettersfeld?
Ja, der zehnte Platz im Sprint war echt gut, ich konnte schon in der Qualifikation Vollgas geben und mich bis ins Halbfinale vorkämpfen. Nach dem schlechten Individualrennen am Vortag war das sicher eine kleine Wiedergutmachung.
Wie verlief die Saison heuer bisher für dich?
Bisher ganz gut, ich konnte meine Leistung eigentlich immer abrufen und gute Platzierungen machen. Ein kleiner Wermutstropfen waren sicherlich die Weltmeisterschaften. Ich reiste schon krank in die Schweiz an, und bei den ersten Bewerben stand ich nicht ganz fit am Start. Dennoch bot ich auch dort solide Leistungen, und wir holten schließlich den fünften Platz für Österreich in der Staffel.
Die Form scheint besser als im Vorjahr zu sein? Was sind die Gründe?
Ja, ich denke auch, dass ich mich dieses Jahr wieder etwas steigern konnte. Aber es ist natürlich ein langer Weg, der nicht immer leicht ist. Die Leistung aller Rennläufer nimmt von Jahr zu Jahr zu und damit auch die Dichte bei den Bewerben. Die Gründe für meine Leistungssteigerung sind sicher mein konsequentes Training und der Ehrgeiz, immer besser zu werden. Momentan weiß ich auch schon wieder, was ich nächstes Jahr in meinem Training ändern muss, um noch besser zu werden.
Zu den Meisterschaften am Zettersfeld: Wer sind deine größten Gegner?
Mich freut es natürlich, dass die ÖM dieses Jahr in Osttirol stattfinden. Ich rechne mir gute Chancen aus. Nur abzuholen ist der Titel sicherlich nicht, meine Teamkameraden Daniel Zugg und Jakob Hermann sind beide echt gut drauf. Noch dazu nehme ich eine Woche vorher bei der Pierra Menta teil, einem 4-Tages- Rennen mit 10.000 Höhenmetern im Aufstieg. Ich hoffe, ich kann mich in den Tagen vor der ÖM gut erholen, um dann topfit am Zettersfeld am Start zu stehen.
Was sagst du zur Strecke? Was sind deine persönlichen Highlights?
Soweit ich die Strecke gesehen habe, schaut sie richtig gut aus. Ich würde mir nur wünschen, dass sie von Anfang an richtig alpiner angelegt wird. Highlights sind sicher die Streckenabschnitte im Debanttal, dort werden die wahren Skibergsteiger ihre Klasse ausspielen können. Mit Aufstiegen und Abfahrten im freien Gelände und der nordseitigen Tragepassage auf das Schoberköpfl ist es eine gelungene Streckenwahl.
Wie sieht die Wettkampf- und Trainingsplanung eines Profi-Skibergsteigers aus?
Für eine Wettkampfplanung bleibt bei dem dicht gedrängten Rennkalender nicht viel Zeit. Von Anfang Dezember bis Mai geht es Vollgas durch, dabei bestreite ich etwa 25 bis 30 Rennen. Es gibt aber natürlich auch Rennen mit einem besonderen Stellenwert – wie etwa die Weltmeisterschaft, die Anfang Februar in Verbier (SUI) stattfand. Zu einem solchen Anlass lässt man die Woche vorher schon mal ein Rennen aus, um gut vorbereitet und vollkommen regeneriert in diese anstrengende Woche zu starten.
Für die Trainingsplanung selbst sollte man sich dagegen sehr viel Zeit nehmen und diese dann auch gewissenhaft ausführen – am besten in Zusammenarbeit mit einem Trainer. Bei mir sieht das etwa so aus, dass ich im Sommer viel Umfang in geringer Intensität mache, um eine gute Grundlagenausdauer zu bekommen. Je näher der Winter kommt, desto spezieller wird das Training. Mit Skirollertraining kann man im Herbst sehr viel machen, weiters erhöhe ich die Intensität und gehe mit den Umfängen zurück.
Welche Entwicklung nimmt deiner Meinung nach das internationale Skibergsteigen?
Der internationale Verband ISMF ist sehr bestrebt, dass Skibergsteigen Olympisch wird. 2022 sollte es soweit sein. Aus sportlicher Sicht ist es meiner Meinung nach nicht unbedingt notwendig. Zurzeit ist ein Sieg bei der Pierra Menta oder der Patrouille de Glacier in diesem Sport das Maß aller Dinge und ebenbürtig mit einem Olympiasieg, aber in ein paar Jahren kann das ganz anders sein. Dennoch ist für die Entwicklung des Sportes – wie zum Beispiel Nachwuchsarbeit und Professionalisierung -Olympia sicher unverzichtbar. In dieser Hinsicht gibt es sehr viel Aufholbedarf.
Text: Sportredaktion, Foto: Andreas Lugger
