Historische Sternstunden des Ski-Weltcups in Lienz
In Osttirol ist in fast 30 Jahren Weltcup-Geschichte vielen ÖSV-Athleten – von Bernhard Gstrein über Sabine Egger bis Marlies Schild – Sporthistorisches gelungen.
Seit Jahrzehnten wird in Osttirol Skigeschichte geschrieben. Am Hochstein, dem Hausberg der Lienzer, fanden nach ersten internationalen Snowboard-Events im Jahr 1996 die ersten FIS-Snowboard-Weltmeisterschaften statt. Aber schon acht Jahre früher gastierten die besten alpinen Skiherren in der Sonnenstadt. Das spannende Duell, als der Tiroler Bernhard Gstrein 1988 zum ersten Mal den schier übermächtigen Alberto Tomba im Lienzer Hexenkessel besiegte, bleibt legendär.
1997 wurden zum ersten Mal Damen-Weltcuprennen am Hochstein organisiert. Seither veranstaltet Lienz alle zwei Jahre – immer abwechselnd mit dem Semmering – am Jahresende einen Slalom und Riesentorlauf für die Weltcup-Damen. Unvergessen bleiben die Auftritte von „Slalom-Queen“ Marlies Schild, die in Lienz vier Mal siegte. 2009 gewann sie den Slalom, nachdem sie die gesamte Saison zuvor durch eine schwere Beinverletzung ausfiel, mit einem Rekordvorsprung von 1,83 Sekunden. Und unvergessen bleibt auch ihr Sieg vor zwei Jahren, als sie in der Osttiroler Bezirkshauptstadt ihren 35. Slalomsieg feierte und damit die ewige Siegesliste anführt.
Die Salzburgerin Anna Fenninger holte sich vor zwei Jahren in Lienz den Sieg im Riesentorlauf vor der Schwedin Jessica Lindell-Vicarby und Mikaela Shiffrin aus den USA.
Die letzte Gesamtweltcupsiegerin Anna Fenninger verbindet mit Lienz auch Glücksmomente. 2011 feierte die Salzburgerin in Osttirol ihren überhaupt ersten Weltcupsieg, und vor zwei Jahren gewann sie den Riesentorlauf. Durch eine Verletzung im Oktober beim Training in Sölden fällt Anna Fenninger heuer leider für die gesamte Saison aus. Unvergessen bleibt auch Sabine Eggers Sieg beim Riesenslalom 1999. Nur einen Tag nach Anita Wachters Erfolg im Slalom startete die Kärntnerin zu einer nie dagewesenen Aufholjagd und wedelte vom letzten Platz nach dem ersten Durchgang zum Sieg.
Auch bei den heurigen Rennen am 28. und 29. Dezember sind die ÖSV-Läuferinnen wieder heiße Kandidatinnen für Spitzenplätze. Mit Eva-Maria Brem, die den letzten Riesentorlauf in Courchevel für sich entschied, ist eine der besten Riesentorläuferinnen am Start. Und beim Slalom sind die Filzmooserin Michaela Kirchgasser und Carmen Thalmann aus Berg im Drautal heiß auf Spitzenergebnisse.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Expa Pictures


