Dolomitenmann: Noch härter und live auf ServusTV

Andi Goldberger, Benjamin Karl, Alban Lakata, Paul Guschelbauer und Christian Hofmann sind die Prominentesten, die heuer beim Dolomitenmann schwitzen werden.

Von 5. bis 7. September geht es in den Dolomiten, im Wildwasser von Isel und Drau sowie  im Luftraum über dem Lienzer Talboden wieder richtig zu Sache. Bergläufer, Paragleiter, Kajakfahrer und Mountainbiker aus aller Welt werden sich wieder dem großen Leiden des „härtesten Teambewerbs der Welt“ aussetzen, um nach getaner Arbeit im Ziel die Begeisterung und den Applaus der vielen Zuschauer in vollen Zügen zu genießen. „Heuer wird der Dolomitenmann in seiner 27-jährigen Geschichte erstmals live im Fernsehen übertragen. ServusTV berichtet am Samstag, 6. September, ab 9.15 Uhr, mit großem Aufwand. 40 Kamerateams und insgesamt 110 Mann werden allein für diese Übertragung im Einsatz sein, dazu kommen weitere Fernsehteams“, berichtete Werner Grissmann bei einer Pressekonferenz am 2. September.

„Das Schlimmste sind die fünf Minuten vor dem Start und die ersten fünf Minuten im Ziel. Dazwischen versuchst du einfach nur, das Hirn auszuschalten", beschreibt Bergläufer Andi Goldberger „seine" Disziplin.

„Das Schlimmste sind die fünf Minuten vor dem Start und die ersten fünf Minuten im Ziel. Dazwischen versuchst du einfach nur, das Hirn auszuschalten“, beschreibt Bergläufer Andi Goldberger „seine“ Disziplin beim Dolomitenmann.

Neu ist auch die Streckenführung. Starten werden wie gewohnt die Bergläufer und auf ihrem Weg über den berüchtigten Goggsteig bis zum Kühbodentörl insgesamt rund 2000 Höhenmeter bewältigen. Nun dürfen die Paragleiter ans Werk. Sie müssen zunächst mit ihrem schweren Rucksack zu Fuß durch ein steiles Geröllfeld bis zum Startplatz, fliegen dann bis zum Zwischenlandeplatz auf der Moosalm. Dann geht es mit geschultertem Schirm 500 Höhenmeter bergauf und weiter wieder in der Luft bis zum Landeanflug auf den sehr engen Leisacher Sportplatz.

Eine ganze Familie organisiert den Dolomitenmann v.l.n.r.: Werner, Mag. Nikolaus, Sandra und karl grissmann

Eine ganze Familie organisiert den Dolomitenmann v.l.n.r.: Werner, Mag. Nikolaus und Sandra Grissmann sowie Nina Karl-Grissmann

Heuer neu ist, dass der Paragleiter in Leisach nicht an den Kanuten übergibt, sondern an den Mountainbiker. Mit dem Rad geht es über Schotterstraßen und Single Trails hinauf zum Hochsteinkreuz. Gute Nerven sind gefragt, wenn anschließend über Wald- und Schotterwege sowie die ehemalige Weltcup-Strecke H2000 bei einem Durchschnittsgefälle von 26 Prozent bergab bis nach Leisach geradelt wird. Nach dem Abklatschen sprintet der Kajakfahrer zu seinem Boot, durchschwimmt die Drau und setzt zum Startsprung aus sieben Metern Höhe an. Danach warten fünf Kilometer Wildwasserregatta mit Slalom- und Bergaufpassagen. Bei der Spitalsbrücke angekommen, bootet der vierte Athlet des Teams aus und läuft mit der gesamten Ausrüstung 800 Meter bis zum Ziel am Lienzer Hauptplatz.

Die Kanuten müssen nach ihrer Wildwasserregatta durch Drau und Isel mit ihrem Sportgerät 800 Meter bis zum Ziel am Lienzer Hauptplatz laufen.

Die Kanuten müssen nach ihrer Wildwasserregatta durch Drau und Isel mit ihrem Sportgerät 800 Meter bis zum Ziel am Lienzer Hauptplatz laufen.

„Sowohl der Mountainbiker als auch der Kanute haben es durch die neue Streckenführung viel schwieriger, und das macht den gesamten Teambewerb noch härter. Und dass die Kajakfahrer in der Stadt aus dem Wildwasser steigen und dann mit ihrem Sportgerät mitten in die Innenstadt laufen, gibt es sonst – was ich weiß – bei keinem Bewerb auf der ganzen Welt“, so Mag. Nikolaus Grissmann, der gemeinsam mit seinem Vater und der gesamten Familie den 27. Dolomitenmann organisiert. Die heurige Übertragung ist für ihn insbesondere auch eine logistische Herausforderung. Euro TV – Spezialist für Außenübertragungen – wickelt die Live-Übertragung für ServusTV ab. „16 Meter Kabel müssen verlegt werden, drei Satelliten-Übertragungsstationen, drei Übertragungswagen und ein eigenes Fernsehstudio werden eingerichtet“, berichtet Nikolaus Grissmann.

Für den Paragleiten ist nicht nur das Fliegen, sondern auch das Laufen mit ihrem schweren Rucksack zu den Startplätzen eine Herausforderung.

Für den Paragleiter ist nicht nur das Fliegen, sondern auch das Laufen mit schwerem Rucksack zu den Startplätzen eine Herausforderung.

Bis Dienstagvormittag haben sich 120 Mannschaften – darunter 24 Profiteams – gemeldet, für fünf wäre noch Platz. Für das Team „Wings for Life“ starten Andi Goldberger als Bergläufer, Wendelin Ortner als Paragleiter, Benjamin Karl als Mountainbiker und Marcel Bloder als Kajakfahrer. „Wir freuen uns besonders auch, dass Tausende Zuschauer jedes Jahr Anfang September zum Dolomitenmann nach Lienz kommen, um den Athleten beim Schwitzen und Leiden zuzusehen“, meinte Werner Grissmann abschließend.

Viele Athleten sind an den Übergabepunkten bzw. im Ziel am Ende ihrer Kräfte.

Viele Athleten sind an den Übergabepunkten bzw. im Ziel am Ende ihrer Kräfte.

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Red Bull Content Pool/Mirja Geh, Philipp Schuster; Osttirol heute/Mühlburger

02. September 2014 um