Dolomitenmann in Lienz: Vor 35 Jahren ging Werner Grissmanns Traum in Erfüllung
Die 35. Ausgabe des Red Bull Dolomitenmanns geht am 10. September über die Bühne. Das Publikum darf sich auch wieder auf die gewohnten Zuschauer Hot Spots freuen.
„Vor 35 Jahren hatte ich einen Traum – vom härtesten Teambewerb der Welt im größten Stadion der Welt. Wenn man 70 ist und der Dolomitenmann 35, kann man schon sagen, dass es eine tolle Veranstaltung geworden ist“, blickte Ski-Legende Werner Grissmann bei der finalen Presskonferenz für die Jubiläumsausgabe des Dolomitenmanns am 6. September in Lienz zurück.
Organisator Nikolaus Grissmann berichtete von einer großen Änderung gegenüber dem Vorjahr. „Corona schränkt uns nicht mehr ein, und wir können wieder fast einen Dolomitenmann wie vor der Pandemie durchführen. Mit 100 Teams haben wir gerechnet. Nachdem vier wieder abgesagt haben, stehen nun 96 auf der Startliste.“
Mit 35 Profi- und Amateurteams stammen mehr als ein Drittel aller Teilnehmer aus Osttirol und Kärnten. Das zeigt, wie begehrt der Extremsportevent auch im 35. Austragungsjahr bei regionalen Athleten ist. Egal ob aus Osttirol oder Frankreich – allen Sportlern steht ein und dieselbe Tortur bevor: 12 Kilometer Berglauf über 2.000 Höhenmeter, ein Paragleitflug vom hochalpinen Start auf 2.441 Metern ins Lienzer Stadion, 1.600 Mountainbike-Höhenmeter über 19 Kilometer bergauf und 13 Kilometer downhill und nach einem 7 Meter Startsprung eine 6 Kilometer lange Kajak-Regatta mit finalem 500 Meter Zielsprint auf den Hauptplatz.
Harald Hudetz kennt die Bedingungen im Wildwasser der Drau gut und wird um seinen achten Einzelsieg fahren. Foto: Red Bull Content Pool/Christopher Kelemen
Neben reinen Länderteams aus Deutschland, Tschechien, Frankreich, Italien, Slowenien, Ungarn und der Schweiz sind Athleten aus 11 Nationen am Start. „Damit vom Startschuss bis zur Siegerehung alles reibungslos abläuft, sind am Eventtag rund 600 Mitarbeiter im Einsatz. Red Bull schickt bei der Jubiläumsausgabe gleich drei Teams ins Rennen. Über das Legenden-Quartett mit Bergläufer Markus Kröll, Paragleiter Wendelin Ortner aus Sillian, der als einziger Athlet bisher bei jedem Dolomitenmann am Start war, Biker Roland Stauder und dem Kanuten Harald Hudetz freuen wir uns besonders“, so Niki Grissmann.
Für die Wings For Life Foundation wird sich Biathlon-Weltmeister Dominik Landertinger die Seele aus dem Leib laufen, Arno Flitsch den Schirm highspeed bergab steuern, Olympiasieger Benjamin Karl seinen Hausberg am Mountainbike erklimmen und Marcel Bloder durch das Wildwasser der Drau paddeln.
Im Red Bull Team läuft der italienische Skibergsteiger Davide Magnini auf das Kuhbodentörl, von wo aus der mehrfache Dolomitenmann-Sieger Paul Guschlbauer ins Rennen fliegen wird. Mountainbike-Weltmeister Daniel Geismayr greift nach seinem dritten Sieg, und EM-Medaillengewinner Felix Oschmautz hofft als Schlussläufer eine Top-Platzierung ins Ziel am Lienzer Hauptplatz bringen zu können.
Mountainbike-Weltmeister Daniel Geismayr fährt bei der Jubiläumsausgabe des Dolomitenmanns um seinen dritten Disziplinensieg. Foto: Red Bull Content Pool/Mirja Geh
Wirtschaftsfaktor Red Bull Dolomitenmann
Einen direkten Effekt der Veranstaltung auf die heimische Wirtschaft und den Tourismus zeigt der Economics Public Value Report vom August 2021. Aus einer aktuellen Auswertung der Invenium Data Insights GmbH ergab sich für das Rennwochenende der Jahre 2018 bis 2020 trotz der zuschauerfreien Veranstaltung 2021 eine durchschnittliche Frequenz von erstaunlichen 129.670 Besuchen mit mindestens 30 Minuten Aufenthalt.
Unmittelbare Effekte zeigen sich in den getätigten Investitionen und Betriebsausgaben. In Summe aus den direkten Tagesausgaben der Besucher und der Organisation der Veranstaltungen, verknüpft mit den initiierten Nächtigungen, ist durch den Sportevent (im Schnitt der Jahre 2018/2019 und damit noch ohne Corona-Verzerrung) eine Nachfrage nach Gütern und Dienstleistungen von 6,6 Mio. Euro entstanden. „Aus der direkten Nachfrage am Veranstaltungswochenende entsteht im Schnitt der letzten Jahre eine zusätzliche Wertschöpfung von rund 2,9 Mio. Euro jährlich für Osttirol“, berichtete Niki Grissmann.
Besonders erfreulich ist, dass die begehrten Hot Spots für die Zuschauer nach der zweijährigen Pause wieder bespielt werden können. Im Dolomitenstadion, auf der Moosalm sowie am Iselkatarakt und natürlich im Start/Ziel Bereich am Lienzer Hauptplatz können Fans und Zuschauer die Athleten diesmal wieder hautnah miterleben und anfeuern.
Neben den sportlichen Höchstleistungen warten zum 35. Geburtstag auch musikalische Highlights auf die Besucher. Am Freitag, 9. September, steigt ab 19.00 Uhr die Warm-Up Party am Hauptplatz mit der neuen Osttiroler Band „Maya” und dem Wiener DJ-Duo MÖWE. Nach der Siegerehrung um 19.00 Uhr rockt am Samstagabend Thorsteinn Einarsson die Ö3 Champions-Night.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger, Red Bull Content Pool