Virgen/S. Stefano di Cadore: Neue Perspektiven für alpine Regionen
In Virgen gibt es als Ergebnis des Interreg-Projektes Pläne zur Errichtung einer Alpine Academy. Im Belluno wird vor allem an besseren Perspektiven für junge Menschen gearbeitet.
Im Rahmen des Programms Interreg V-A Italien-Österreich 2014-2020 – CLLD Dolomiti Live sind die Gemeinde Virgen im Nationalpark Hohe Tauern und die Fondazione Comelico Dolomiti – Centro Studi Transfrontaliero (S. Stefano di Cadore/Belluno) Partner des Projekts „NEW FAR Neue Perspektiven für die Zukunft alpiner Regionen ITAT 4087”.
Die Gemeinde Virgen als Lead Partner und die Fondazione Comelico Dolomiti – Centro Studi Transfrontaliero als Partner haben in den vergangenen vier Jahren gemeinsam an neuen Perspektiven für die Zukunft alpiner Regionen gearbeitet. In beiden Regionen sollten entsprechende Angebote geschaffen werden.
In Virgen gibt es Pläne zur Errichtung einer Alpine Academy. Dazu wurde im Rahmen des Projektes eine entsprechende Studie ausgearbeitet. Die Akademie mit Seminar- und Beherbergungsbereich soll eine Einrichtung rund um das Thema „Zukunft von alpinen Regionen” sein. Es gab bereits Unterstützungszusagen seitens der Politik. Die Corona-Krise führte im Jahr 2020 zu einer Unterbrechung der Projektarbeit.
Aufgrund der unsicheren Situation entschieden sich die beiden Partner für eine Verlängerung der Projektlaufzeit. Durch die Pandemie haben sich die Voraussetzungen für die Errichtung einer Alpine Academy in Virgen wesentlich verändert, das Konzept wurde entsprechend angepasst. Geprüft wird nun, ob anstatt eines Neubaus vorhandene Infrastruktur für die Alpine Academy verwendet werden kann. Vorhandene Bausubstanz im Ortskern soll umgebaut und verdichtet werden. So kann Grünland eingespart und bestehende Bausubstanz sinnvoll genutzt, erhalten und verbessert werden. Von der Errichtung eines Hotelbetriebes in Zusammenhang mit der Alpine Academy wird derzeit abgesehen, vorerst sollte die vorhandenen Beherbergungsstruktur genutzt werden.
Beim Erfahrungsaustausch in Santo Stefano di Cadore
Im Belluno arbeiteten die Verantwortlichen an der Schaffung attraktiver Perspektiven insbesondere für junge Menschen. Die Fondazione Comelico Dolomiti – Centro Studi Transfrontaliero hat drei Aktivitäten durchgeführt: eine Machbarkeitsstudie für die Unterbringung von nicht ortsansässigen StudentInnen der örtlichen Schulen, einige Studienreisen und Besuche in Internaten und Schulen in den Ostalpen und die Erstellung eines Werbevideos „Lernen im Comelico”.
Die Studie wurde in verschiedenen Kapiteln entwickelt: Nach einer Analyse von Good-Practice-Beispielen für die Unterbringung von externen StudentInnen in sozioökonomischen Regionen, die vergleichbar mit dem Comelico sind, wurden bestehende Unterbringungsmöglichkeiten näher angeschaut. In Bezug auf das Bildungsinstitut „Enrico Fermi” in S. Stefano di Cadore wurden danach die potenzielle Nachfrage nach Studentenunterbringung, die potenzielle Benutzeranzahl und die potenziellen Konkurrenten bewertet. Die Studie wird in den kommenden Wochen der Provinz Belluno und den zuständigen Referenten vorgestellt.
Um Good Practice Beispiele kennen zu lernen, wurden gemeinsame Studienreisen organisiert: Im Frühjahr und Herbst 2022 besuchten die Partner und Lehrpersonen Internate in Friaul, Südtirol und Osttirol. Auch die Besichtigung der Landwirtschaftliche Schule in Lienz lieferte wichtige Inputs.
Zweck des Werbevideos ist es, das Gebiet des Comelico und dessen Hochschulen in S. Stefano di Cadore bekannt zu machen und zu bewerben.
Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit lieferte für beide Partner wertvolle Erkenntnisse für die regionale Entwicklung. Am 18. Dezember 2022 fand in Santo Stefano di Cadore eine Abschlusspressekonferenz statt, bei der die Ergebnisse der Projektarbeit präsentiert wurden.
Text: Redaktion, Fotos: Gemeinde Virgen, Fondazione Comelico Dolomiti CST