Regionalwirtschaftliches Programm für ganz Osttirol in Matrei präsentiert
Insgesamt werden 20 Millionen Euro auf zehn Jahre zur Verfügung gestellt. Die Ziele und Details des Programms stellte Landeshauptmann Anton Mattle im Rahmen einer Betriebsbesichtigung der Firma Makkon in Matrei/Seblas vor.
LH Anton Mattle präsentierte am Freitag, 27. Feber, gemeinsam mit dem derzeitigen Präsidenten des Bundesrates, Markus Stotter, Bgm. von Oberlienz und Obmann des PV 36 „Lienzer Talboden“, Dietmar Ruggenthaler, Bgm. von Virgen und Obmann Regionsmanagements Osttirol sowie Obmann PV 34 „Iselregion“, und Matthias Scherer, Bgm. von Obertilliach und Obmann des PV 35 „Osttiroler Oberland“, die Eckpunkte des neuen Regionalwirtschaftlichen Programms Osttirol.
Nachdem Ziele, Entwicklungsschwerpunkte, Umsetzungsstrategien sowie ein Aktionsplan final vorliegen, können Unternehmen und andere Projektwerber:innen ab Juli dieses Jahres für Förderungen ansuchen.
„Durch das Förderprogramm der letzten zehn Jahre konnte die Abwanderung eingedämmt werden. Osttirol hat sich stark entwickelt – es gab noch nie so viele Arbeitsplätze, starke Unternehmen haben sich angesiedelt. Dazu haben auch die Förderprogramme beigetragen. Auch die Firma Makkon wurde gefördert. Der Umsatz konnte von 1,8 Mio. Euro im Jahr 2019 auf aktuell 6,8 Mio. Euro gesteigert werden. Ich bin tief beeindruckt von der Leistung von Markus Köll und seinem Team“, sagte der Landeshauptmann.
v.l.n.r.: Bgm. Matthias Scherer, Nico Köll (Maccon GmbH), LH Anton Mattle, Markus Köll (Geschäftsführer Makkon GmbH), Bundesratspräsident Bgm. Markus Stotter, Bgm. und RMO-Obmann Dietmar Ruggenthaler
Trotz der budgetär herausfordernden Zeit werde durch das neue Förderprogramm die positive Entwicklung des Bezirkes Lienz weiter vorangetrieben. „Mit dem Regionalwirtschaftlichen Programm setzen wir einen wichtigen Impuls für die Wirtschaft, machen die Region weiterhin attraktiv für Investitionen und schaffen Arbeitsplätze. Wie wichtig das ist, zeigt die derzeitige Bevölkerungsentwicklung in Osttirol. Um sich gezielt gegen Abwanderung zu stemmen, braucht es weiterhin erfolgreiche Betriebe, attraktive Gemeinden, eine gute Daseins-Vorsorge und vor allem auch die Mithilfe der Bevölkerung“, betonte Mattle.
Seit Herbst 2025 wurde unter Einbindung regionaler Akteure vor Ort mithilfe einer externen Begleitung durch Expert:innen und in enger Abstimmung mit dem Land Tirol, der Bezirkshauptmannschaft Lienz und dem Regionsmanagement Osttirol (RMO) ein Programm für ganz Osttirol geschaffen. Konkrete Ziele des neuen RWP Osttirols sind: Daseinsvorsorge stärken, Ortskerne lebendig halten, Wirtschaft und Gesellschaft bei Transformationen unterstützen (unter anderem im Bereich Digitalisierung oder Mobilitätswende) oder Strategien schaffen, die Herausforderungen aufgrund des demographischen Wandels entgegenwirken.

Das neue RWP Osttirol sieht konkret vier Aktionsfelder vor, in denen Projekte und Unternehmen unterstützt werden können: Attraktivierung des Tourismus und der Freizeitinfrastruktur, Steigerung der Innovation und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen, Energie- und umweltbezogene Maßnahmen, Sondermaßnahmen in der Daseinsvorsorge und Standortqualität sowie weitere regionale Einzelmaßnahmen.
Noch im März wird das finale RWP nach derzeitigem Planungsstand von der Generalversammlung des RMO sowie von der Tiroler Landesregierung beschlossen. Nach vorliegendem Beschluss im Landtag kann das Programm starten – das wird voraussichtlich im Juli sein. Ab dann können Förderungen eingereicht werden. Die Förderungen können – abhängig vom Projekt – von 20 Prozent (betriebliche Projekte) bis zu maximal 50 Prozent der Gesamtkosten (etwa bei Ortskernbelebungen und Leerstandsaktivierungen) betragen. Das RMO bietet umfassende Beratungen für Förderwerber:innen vor Ort an.

Vorbild des RWP Osttirol ist das bereits seit 2016 laufende RWP für die Natura 2000 Region Isel. „Bereits das Erfolgsmodell in der Natura 2000 Region Isel hat gezeigt, welche Wirkung Regionalwirtschaftliche Programme entfalten können. Insgesamt wurden dort mit 8 Mio. Euro Investitionen von über 100 Mio.Euro ausgelöst“, erklärte Bürgermeister und RMO-Obmann Dietmar Ruggenthaler.
Mit den Mitteln wurde auch die Makkon GmbH in Matrei unterstützt, ein Unternehmen für Sondermaschinenbau und Automatisierungslösungen. „Die erhaltenen Förderungen waren für uns eine wichtige Unterstützung bei der Erweiterung unseres Betriebsgebäudes mit der Montagehalle und Ermöglichung der internen Teilefertigung mit CNC-gesteuerten Werkzeugmaschinen“, erklärte Geschäftsführer Markus Köll. „Als innovatives Unternehmen für maßgeschneiderte Sondermaschinen und Automatisierungslösungen entwickeln wir modernste computergesteuerte Anlagen für unterschiedlichste Industrie- und Produktionsbereiche. Mit diesen Investitionen und vor allem unseren Mitarbeitern, deren Anzahl wir nach der Erweiterung auf 35 verdreifachen konnten, haben wir die Wertschöpfung am Standort exponentiell erhöhen können und damit auch die Basis für die weitere Entwicklung unseres Unternehmens geschaffen“, so der Unternehmer.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Land Tirol/Philipp Brunner
