Nach Dorfentwicklungsprozess: Gemeinde Thurn baut „Generationenhaus“
Errichtet wird ein Wohngebäude mit insgesamt neun Mietwohnungen und gemeinschaftlich nutzbaren Bereichen. Die Gemeinde Thurn tritt bei dem Projekt selbst als Bauträger auf. Bis Ende 2027 sollen die ersten Mieter einziehen.
Bereits Anfang September haben die Bauarbeiten für die neue Wohnanlage unterhalb der Kirche begonnen. Am 23. September lud die Gemeinde Thurn zu einer kleinen Spatenstichfeier und stellte das Projekt vor.
Im Jahr 2021 nutzte die Gemeinde Thurn die Möglichkeit, das „Jochenhaus“ zu erwerben, 2022 wurde das Altgebäude abgerissen. „Bereits im Vorfeld der Gemeinderatswahl 2022 waren leistbares Wohnen und die Errichtung eines Generationenhauses zentrale Themen und wurden zu wesentlichen Vorhaben für die weitere Entwicklung der Gemeinde“, erklärte Bgm. Reinhold Kollnig.
2023 startete die Gemeinde einen öffentlichen Dorfentwicklungsprozess. „Im Rahmen von vier Ideenschmieden wurden Kinder der Volksschule Thurn, die Jugendlichen, die Seniorinnen und Senioren sowie die gesamte Thurner Bevölkerung aktiv eingebunden. In den Workshops wurden zentrale Entwicklungsfelder für die Gemeinde definiert und insgesamt 246 Ideen gesammelt.
Eine wesentliche Erkenntnis aus diesem Beteiligungsprozess war das große Interesse am Thema leistbares Wohnen“, so Kollnig. Die bereits bestehende Idee eines Generationenhauses wurde aufgegriffen, gemeinsam mit der Bevölkerung weiterentwickelt und konkretisiert.

Vergleichbare Projekte in Nordtirol wurden besichtigt, eine Steuerungsgruppe eingerichtet und in Arbeitsgruppen unterschiedliche Varianten für das Generationenhaus diskutiert. „Eine anschließende Machbarkeitsstudie bewertete die Vorschläge unter anderem hinsichtlich Umsetzbarkeit, Kosten und Grundstückssituation. Dabei erwies sich das Generationenhaus auf dem gemeindeeigenen Grundstück unterhalb der Kirche als beste Variante“, so der Bürgermeister.
Nach einem Planungswettbewerb und einer intensiven Planungsphase liegt nun das fertige Projekt vor. Die Gemeinde Thurn tritt bei dem Projekt selbst als Bauträger auf. Errichtet wird ein Wohngebäude mit insgesamt neun Mietwohnungen und gemeinschaftlich nutzbaren Bereichen. Acht Wohnungen verfügen über eine Wohnfläche von jeweils rund 40 Quadratmetern. „Diese sind insbesondere für Seniorinnen und Senioren sowie für junge Bürgerinnen und Bürger gedacht. Eine weitere Wohnung mit rund 80 Quadratmetern soll insbesondere jungen Familien leistbaren Wohnraum bieten“, so Kollnig.
Das Gebäude erhält eine zentrale Wärmeversorgung mittels Wärmepumpe. Ergänzend wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage errichtet. Dadurch sollen die laufenden Energiekosten möglichst niedrig gehalten und gleichzeitig erneuerbare Energie direkt vor Ort genutzt werden. Investiert werden rund 1,9 Millionen Euro netto. 782.000 Euro können aus Wohnbauförderungsmitteln finanziert werden.
Bis Ende 2027 sollen die ersten Bewohnerinnen und Bewohner in die neue Wohnanlage einziehen können. „Das Generationenhaus soll langfristig einen wichtigen Beitrag dazu leisten, leistbares Wohnen für unterschiedliche Generationen in Thurn zu ermöglichen und damit die Lebensqualität und Attraktivität der Gemeinde weiter zu stärken“, fasste Bgm. Reinhold Kollnig zusammen.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute/Mühlburger, Visualisierung: Machné & Glanzl Architekten



