Josef Blasisker kandidiert bei LK-Wahl für „Freiheitliche“ auf Bezirksliste Osttirol
Der Kandidat der „Freiheitlichen Landwirte“ fordert Mutterkuh- und Zuchtkalbinnen-Prämien sowie die Herabsetzung des Schutzstatus von großen Beutegreifern.
Am 23. März findet in Tirol die Landwirtschaftskammerwahl statt. Rund 37.300 Bäuerinnen und Bauern sind aufgerufen, per Briefwahl ihre Interessensvertretung zu wählen. Vier Listen treten an – der „Tiroler Bauernbund“, die „Grünen Bäuerinnen und Bauern“, die „Freiheitlichen Landwirte – unabhängige Bauern“ und der „Unabhängige Bauernverband Tirol – Team Alfred Enthofer“. Der Lienzer Bauer Josef Blasisker ist bereits seit 30 Jahren Kammerrat im Bezirk Lienz und seit drei Perioden in der Landes-Landwirtschaftskammer vertreten. Im Bezirk halten die „Freiheitlichen Landwirte“ derzeit zwei Mandate (Josef Blasisker, David Holzer).
„Es geht uns vor allem darum, dass in Osttirol neben dem Bauernbund mit uns eine zweite Bewegung vertreten ist. Vier Augen sehen einfach mehr als zwei. Wir konnten schon in der Vergangenheit einiges bewegen. Ich möchte als Beispiel nennen, dass wir uns stark dafür eingesetzt haben, dass in Lienz/Peggetz ein landwirtschaftliches Zentrum mit Landwirtschaftskammer, RGO und Maschinenring geschaffen wurde“, so Josef Blasisker bei einer Medienpräsentation der Liste. Hinter ihm kandidiert Albin Bodner aus Sillian auf der Bezirksliste. Auf der Landesliste ist Blasisker auf der 3. Stelle zu finden.
Schwerpunktmäßig stellte der Lienzer Landwirt drei Forderungen auf – die Wiedereinführung der Mutterkuhprämie, eine Prämie für Zuchtkalbinnen und die Herabsetzung des Schutzstatus der großen Beutegreifer, wie Wolf, Bär und Goldschakal. „Die Mutterkuhprämie, die es seit 2014 nicht mehr gibt, ist wichtig für die Alm- und Weidewirtschaft. Ohne eine Prämie ist die Wertschöpfung bei der Mutterkuhhaltung zu gering. Der eine oder andere Landwirt hat deshalb mit diesem Betriebszweig schon aufgehört“, so Blasisker.
Auch die Produktion von Zuchtkalbinnen hätte sich im Bezirk verringert, weil der Preis eingebrochen sei. „1.600 bis 1.700 Euro für ein hochträchtiges Tier ist einfach zu wenig. Früher hat man noch 2.000 Euro erlösen können. Wir bräuchten diesen Preis, damit sich die Produktion lohnt. Die Nachfrage ist jedenfalls gegeben, nicht nur im Inland, sondern vor allem auch aus Italien.“
Bei den großen Beutegreifern gibt es für Blasisker keine Kompromisse. „Der Wolf hat bei uns in den Ostalpen keinen Platz. Seine Anwesenheit führt nur zu Chaos. Die Almwirtschaft muss geschützt werden. Sie ist bei uns im Land äußerst bedeutend für einen funktionierenden Tourismus. Der Wolf hat vor allem auch in Osttirol schon genug Schaden angerichtet. Man muss sich auf europäischer Ebene für die Herabsetzung des Schutzstatus einsetzen. Ich bin auch dafür, dass wolfsfreie Zonen geschaffen werden.“
Die „Freiheitlichen Landwirte“ würden sich außerdem für die Stützung regionaler Märkte und für die Erhöhung von Investitionsprämien – Bauten und Mechanisierung – einsetzen. „Es ist sehr schade, dass es bisher in Osttirol nicht gelungen ist, einen regionalen Schlachthof zu etablieren. Osttiroler Bauern könnten Top-Produkte liefern, und ich bin überzeugt, dass auch die Nachfrage nach solchem regional und in hoher Qualität produziertem Fleisch in großem Ausmaß gegeben ist“, so Josef Blasisker abschließend.
Text: Raimund Mühlburger, Foto: Osttirol heute/Mühlburger