Corona-Ampel schaltet um: Bezirk Lienz erstmals auf Rot gestellt

Österreich wird nach der Sitzung der Ampelkommission auf Bundesebene auf Rot geschaltet. In Tirol leuchten mit Ausnahme des Außerferns alle Bezirke in Rot – damit erstmals auch Osttirol.

Die Bundesregierung hat am Donnerstag, 29.10., mit einer Expertengruppe über die Auslastung und die verbleibenden Kapazitäten in den österreichischen Spitälern beraten. Im einem Pressestatement verwiesen Bundeskanzler Sebastian Kurz und Gesundheitsminister Rudolf Anschober im Anschluss daran auf die steigenden Zahlen und erklärten, dass bis Ende der Woche bis zu 5.800 Neuinfektionen zu erwarten seien. Allein von Mittwoch auf Donnerstag wurden 4.553 neue Infektionen mit Covid-19 registriert. An dem Schwellenwert von 6.000 Neuinfektionen pro Tag werde weiterhin festgehalten, so der Bundeskanzler, der betonte, dass auch in Österreich die Kapazitäten in den Krankenhäusern beschränkt seien. Gesundheitsminister Anschober sprach von „akutem Handlungsbedarf”. Am Freitag und Samstag werde sich die Bundesregierung, so die beiden Politiker, weiter beraten und die Bevölkerung zeitnah über bevorstehende neue Maßnahmen informieren.

 

Coronavirus-Ampel, 29.10.2020, 19.30 Uhr, Quelle: corona-ampel.gv.at

 

Ampelkommission tagte

In der Sitzung der Ampelkommission am Donnerstag haben die Experten empfohlen, bis auf wenige Ausnahmen alle Bezirke Österreichs auf Rot zu schalten. Auch Tirol leuchtet nun weitgehend rot, die Bezirke Kitzbühel, Kufstein und Lienz wurden hochgestuft. Lediglich der Bezirk Reutte verbleibt auf Orange.

Covid-Patienten in Tirols Krankenhäusern

Die Zahl der PatientInnen, die in Tirol aufgrund einer Corona-Infektion stationär behandelt werden müssen, steigt weiter an: Noch vor zwei Wochen (Stand: 15. Oktober 2020) waren 59 PatientInnen in stationärer Behandlung, für die ein positives Coronavirus-Testergebnis vorlag, davon acht Personen auf einer Intensivstation. Heute, Donnerstag, 29.10., sind es 164 PatientInnen, 24 davon auf Intensivstationen. Die Zahl der stationären Corona-PatientInnen auf Intensivstationen hat sich damit innerhalb von 14 Tagen etwa verdreifacht.

Nach wie vor gilt, dass für alle Tiroler Spitäler ausreichend Bettenkapazitäten auf den Normal- und Intensivstationen vorhanden sind. Bei steigenden Infektionszahlen steigt jedoch auch das Risiko, dass mehr Menschen – vor allem ältere sowie weitere Risikogruppen – stationär behandelt werden müssen.

Die 140 PatientInnen auf Normalstationen verteilen sich wie folgt: Neben 47 PatientInnen in Innsbruck, 25 in Schwaz, 25 in Kufstein und elf in Zams befinden sich 14 Erkrankte in Hall, acht in St. Johann, drei in Natters, fünf in Lienz sowie zwei in Reutte. Betroffen ist zudem auch ein positiv getestetes Kind auf der Kinderstation im Bezirkskrankenhaus Kufstein. Von den 24 IntensivpatientInnen werden 15 an der Innsbrucker Klinik, zwei in Schwaz, drei in Zams, zwei in Hall und jeweils eine Person im Krankenhaus Reutte und im BKH Lienz behandelt.

 

Text: Politikredaktion, Foto: AdobeStock/Arthur Kattowitz

29. Oktober 2020 um