Borkenkäfer: Minister Norbert Totschnig verspricht zusätzliche Mittel für Osttirol
Allein heuer sind aufgrund des Borkenkäfer-Befalls in Osttirol rund 1 Million Festmeter Schadholz angefallen. 11 Mio. Euro an Bundes- und Landesmitteln fließen 2022 in den Bezirk.
Bei einem Lokalaugenschein machte sich Land- und Forstwirtschaftsminister Norbert Totschnig am Mittwoch, 31. August, in Oberlienz gemeinsam mit LH-Stv. Josef Geisler, Landesforsdirektor Josef Fuchs, Bezirkshauptfrau Olga Reisner sowie Bürgermeisterin Berta Staller (Ainet) und Bürgermeister Markus Stotter (Oberlienz) ein Bild vom Borkenkäfer-Befall der Osttiroler Wälder. Das Sturmtief VAIA 2018 und der Schneedruck in den Wintern 2019/20 und 2020/21 haben bereits massive Schäden verursacht. Heuer haben die ungewöhnliche Trockenheit und die hohen Temperaturen südlich des Alpenhauptkammes zu einem extremen Borkenkäfer-Befall geführt.
Bundesminister Norbert Totschnig: „Vom Borkenkäfer-Befall ist der gesamte Bereich südlich des Alpenhauptkammes betroffen – also neben Osttirol auch Kärnten, die Steiermark oder Südtirol. Um die Waldbewirtschafter bei Borkenkäferschäden, bei der Wiederaufforstung und Pflegemaßnahmen sowie bei der Umstellung auf klimafitte Wälder zu unterstützen, wurde der Waldfonds geschaffen. Mit 350 Millionen Euro ist er das größte Unterstützungspaket, das es für unsere Wälder jemals gab. Bisher wurden daraus für Tirol rund 5,9 Millionen Euro ausgezahlt.“
„Um dem Land Tirol auch für künftige Maßnahmen bestmöglich zur Seite zu stehen, stellen wir seitens des Bundes zusätzliche Unterstützungsleistungen zur Verfügung. Eine Million Euro an Bundesmitteln soll daher zusätzlich in die Schutzfunktionalität der Wälder und in technische Maßnahmen zum Schutz des Siedlungs- und Kulturraumes fließen. Insgesamt investiert der Bund heuer knapp sieben Millionen Euro allein in flächenwirtschaftliche Maßnahmen in Tirol aus Mitteln des Katastrophenfonds, insbesondere im Objektschutzwald“, erklärte der aus Tristach stammende Minister.

Von der Wiederbewaldung der Schadflächen über die Optimierung der Schadholzvermarktung bis hin zu zahlreichen technischen Vorkehrungen – die Palette an geplanten und bereits umgesetzten Maßnahmen ist breit. Im Rahmen des Lokalaugenscheins wurden in der vom Borkenkäferbefall stark betroffenen Gemeinde Oberlienz Aufforstungsflächen sowie Maßnahmen im direkten Objektschutzwald besichtigt. „Eine ungünstige Witterung mit nur zwei Dritteln der durchschnittlichen Niederschlagsmenge, um drei bis vier Grad wärmeren Temperaturen als im langjährigen Durchschnitt und eine um 20 Prozent höhere Sonnenscheindauer – diese Umstände haben südlich des Alpenhauptkammes die Wälder geschwächt und die Ausbreitung des Borkenkäfers begünstigt. Heuer werden aufgrund dieses Schädlings in Osttirol rund 1 Million Kubikmeter Schadholz anfallen, in Kärnten werden es etwa 2 Millionen Festmeter sein“, informierte Totschnig.
Hanspeter Pussnig (stv. Gebietsbauleiter Wildbach- und Lawinenverbauung Osttirol): „In 24 Osttiroler Gemeinden haben wir 5.000 Hektar an hochprioritären Flächen ausgewiesen. Dort werden – aufgeteilt auf Einzelprojekte – vorrangig forstliche und technische Maßnahmen gesetzt, um die Schutzwälder wiederherzustellen und so die Unterlieger – vor allem den Siedlungsraum – bestmöglich schützen zu können.“
„Aktuell liegt die Konzentration der forstlichen und technischen Maßnahmen auf Wäldern mit direkter Objektschutzwirkung und der Wiederbewaldung der Schadflächen“, informierte Landesforstdirektor Josef Fuchs gemeinsam mit Hanspeter Pussnig, dem stellvertretenden Gebietsbauleiter der Wildbach- und Lawinenverbauung Osttirol. „Allein an forstlichen Mitteln werden heuer 8 Mio. Euro nach Osttirol fließen. Rund 950.000 Pflanzen werden im Bezirk Lienz 2022 für die Wiederaufforstung eingesetzt, im gesamten Bundesland Tirol sind es etwa 2 Millionen Bäume. An Bundes- und Landesmitteln fließen heuer rund 11 Millionen Euro nach Osttirol“, so der Landesforstdirektor.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger