BKH Lienz: Eröffnung Tiefgarage und Baustart Gesundheitsinstitut gefeiert
237 zusätzliche Stellplätze stehen nun auf drei Ebenen zur Verfügung. Das neue „Institut für Gesundheitsbildung“ soll Schule, Uni, Fachhochschule und Campus zugleich sein.
Groß gefeiert wurde am Mittwoch, 26. August, am Bezirkskrankenhaus Lienz. Die neue Tiefgarage – sie steht seit 10. August zur Verfügung – wurde offiziell eröffnet und gesegnet. Außerdem feierten zahlreiche Vertreter von Politik, Gesundheitswesen und Wirtschaft den Baustart für das neue „Institut für Gesundheitsbildung“, das auf der neuen Tiefgarage entsteht. Die Notwendigkeit für eine neue Krankenpflegeschule betonte Verbandsobmann Bgm. Dr. Andreas Köll bei seiner Begrüßung der Ehrengäste – unter ihnen LH Günther Platter und Gesundheitslandesrat DI Dr. Bernhard Tilg. „Wir bieten hier seit dem Vorjahr auch ein dreijähriges Bachelor-Studium an. Für das Studienjahr 2020/21 liegen für 30 Studienplätze bereits 36 Bewerbungen vor“, so Köll.

Mag. Josef Gumpitsch von der Krankenhausverwaltung stellte die neue Tiefgarage vor. „6,5 Mio. Euro wurden in die neue Garage investiert. Die Bauzeit war von Ende 2019 bis Ende 2020 veranschlagt. Nun sind wir drei Monate früher fertig. Bisher standen 275 Stellplätze im Bereich des Krankenhauses zur Verfügung, während der Bauphase waren es 200, und jetzt nach Fertigstellung der neuen Tiefgarage verfügen wir über rund 400 Parkplätze“, so Gumpitsch.
Das neue „Institut für Gesundheitsbildung“ in einer Visualisierung von Arch. DI Hans Peter Machne
Architekt DI Hans Peter Machne berichtete von den bautechnischen und städtebaulichen Herausforderungen beim Bau der neuen Gebäude. „Im Erdgeschoss des neuen Instituts entsteht ein öffentlicher Bereich mit Audimax für Veranstaltungen sowie eine Kinderbetreuungseinrichtung. Das Obergeschoss wird eine Art halböffentlicher Bereich für die Studierenden und Lehrenden sein. Auch der Bau der Tiefgarage mit drei Geschossen in der Tiefe war eine Herausforderung“, so Machne.
LR DI Dr. Bernhard Tilg: „Ich möchte besonders auch zu den beeindruckenden Schülerzahlen in der Lienzer Krankenpflegeschule gratulieren. Landesweit gab es in diesem Zusammenhang einige Probleme, vor allem was die Pflegefachassistenz betrifft.“
Die Leiterin der Krankenpflegeschule, Mag. Manuela Girstmair, gab einen Rückblick auf die 1959 gegründete Schule und einen Ausblick in die Zukunft. „Die aktuellen Zahlen bestätigen den dringenden Bedarf an einem Neubau. Das neue Institut soll Schule, Uni, Fachhochschule und Campus zugleich sein. Wir bieten hier die zweijährige Pflegefachassistenz-, die einjährige Pflegeassistenz-Ausbildung, das dreijährige Bachelor-Studium sowie weitere Lehrgänge – wie z.B. den Heimhilfe-Lehrgang – an. Wir werden jährlich mit einem Pflegestudium starten. Ich finde es besonders wichtig, dass Maturantinnen und Maturanten in Osttirol ein Pflegestudium absolvieren können“, so Girstmair.
LH Günther Platter: „Ich bin tief beeindruckt vom Zusammenhalt in Osttirol. In den harten Zeiten der Corona-Pandemie war im Bezirk Lienz alles perfekt organisiert. Die Ärztinnen und Ärzte, das medizinische Personal, die Behörden, die Blaulichtorganisationen und nicht zuletzt die BürgermeisterInnen – sie alle haben hervorragend zusammengearbeitet. In Zukunft wird es vor allem auch um Regionalität gehen müssen. Dezentrale Einrichtungen – wie das BKH Lienz und das neue Institut – sind dabei von entscheidender Bedeutung.“
Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg bedankte sich für den „Schulterschluss in der Versorgungs-Landschaft“ und gratulierte zu den „beeindruckenden Schülerzahlen“ in der Krankenpflegeschule Lienz. LH Günther Platter sprach von „harten Zeiten“ in Zusammenhang mit der Corona-Pandemie. „Der Bezirk Osttirol hat diese Krise perfekt gemeistert. Wir müssen nun mit diesem Virus leben, uns aber gleichzeitig auch wirtschaftlich weiterentwickeln. Ende April hatten wir in Tirol mit über 12 % die höchste Arbeitslosigkeit Österreichs, nun haben wir mit 5,6 % die niedrigste“, so Platter.
Für die Zukunft brauche es vor allem Optimismus und Zuversicht. „Die Gesundheitslage ist in Zukunft entscheidend für die wirtschaftliche Entwicklung. Ich möchte mich heute auch für die unkomplizierte Aufnahme von Südtiroler Patienten im Lienzer Krankenhaus bedanken. Das ist für mich gelebte Zusammenarbeit in Europa und vor allem auch in der EUREGIO“, betonte der Landeshauptmann.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol heute/Mühlburger