Weltrotkreuztag: Carina Bstieler ist eine von 74.000 Freiwilligen in Österreich

Der 8. Mai ist weltweit ein Gedenktag an Rotkreuz-Begründer Henry Dunant. Derzeit sind die Freiwilligen aufgrund der Corona-Krise gefordert wie nie zuvor – auch in Osttirol.

Der Schweizer Geschäftsmann Henry Dunant war 1859 auf der Durchreise in Italien, als er die Not der Verwundeten der Schlacht von Solferino sah. Mithilfe der Zivilbevölkerung organisierte er die Versorgung der Schwerverletzten – und zwar neutral. Damit legte er den Grundstein für das Rote Kreuz, das bis heute nach den Grundsätzen der Menschlichkeit, Unparteilichkeit, Neutralität, Unabhängigkeit, Freiwilligkeit, Einheit und Universalität Menschen in Not hilft.

 

Obmann Egon Kleinlercher: „Vor allem die lange Dauer und die direkte Betroffenheit der Einsatzkräfte sind beim Covid-Einsatz die besonderen Herausforderungen. Das unterscheidet die Corona-Krise von Katastropheneinsätzen, bei denen Helferinnen und Helfer aus nicht betroffenen Gebieten die Bevölkerung vor Ort unterstützen!“

 

Helfen auf Hochtouren. Der Corona-Einsatz ist selbst für Katastrophenorganisationen wie das Rote Kreuz eine absolute Ausnahmesituation. Ein Kraftakt, der nur durch die große Beteiligung von Freiwilligen möglich ist. Daran erinnert der Osttiroler Rotkreuz-Bezirksstellenleiter und Vizepräsident des ÖRK Tirol, Egon Kleinlercher, anlässlich des Weltrotkreuztages am 8. Mai. Aktuell sind österreichweit täglich rund 1.500 Rotkreuz-Helferinnen und -Helfer im Covid-Einsatz – und das seit über einem Jahr, zusätzlich zum Regelbetrieb. „Das Rote Kreuz befindet sich in einem Jahrhunderteinsatz, der so noch nie dagewesen ist. Diesen Kraftakt stemmen wir nur dank der Unterstützung der vielen Freiwilligen. Dieser Einsatz zeigt einmal mehr den großen Wert der Zivilgesellschaft“, sagt Kleinlercher, der seine Funktion ebenfalls ehrenamtlich ausübt.

 

Carina Bstieler mit ihren Schwestern Lorena und Alexandra vor der Rotkreuz-Ortsstelle Matrei

 

Aktuell im Einsatz ist auch Rettungssanitäterin Carina Bstieler aus Virgen. Sie ist eine von rund 74.000 Rotkreuz-Freiwilligen in Österreich. Bis zu zweimal in der Woche ist die Zahnarztassistentin als Covid-Testerin und im Rettungsdienst in ihrer Freizeit unterwegs, auch in der Nacht. „Für mich ist es selbstverständlich, zu helfen. Gerade jetzt ist es mir wichtig, dass ich meinen Beitrag leiste“, sagt sie. Helfen liegt in der Familie – auch ihre Zwillingsschwester Lorena und ihre Schwester Alexandra sind beim Roten Kreuz. „Das Schönste ist die Dankbarkeit. Man bekommt so viel zurück. Oft reichen ein paar aufmunternde Worte, um Patienten Angst zu nehmen“, sagt Bstieler.

Mit dem Slogan „Wir haben die passende Jacke für Dich!“ sucht die Hilfsorganisation zurzeit nach neuen Freiwilligen. Interessierte können unter www.passende-jacke.at oder über 04852-62321 direkt mit dem Roten Kreuz Osttirol in Kontakt treten.

 

Text: Redaktion, Fotos: ÖRK Matrei, ÖRK Tirol

08. Mai 2021 um