Weihnachten im Lienzer Franziskanerkloster
Advent und Weihnachten ist für die Mitglieder des Franziskanerklosters eine besonders intensive Zeit – wir sprachen mit Guardian Jakob Wegscheider über das Weihnachtsfest. Auch in der Advent- und Weihnachtszeit ist der Tagesablauf im Kloster von liturgischen Feiern geprägt. „Ich nehme als gebürtiger Nordtiroler wahr, dass der Bezirk noch tief katholisch und vor allem auch traditionsverbunden ist. In allen drei Lienzer Pfarren besuchen täglich mehrere hundert Gläubige im Advent die Rorate, das ist sicher einzigartig in ganz Österreich“, so Pater Jakob, der aber auch im urbanen Bereich – wie in Innsbruck – eine Rückbesinnung auf die ursprüngliche Weihnachtsbotschaft ortet. Weihnachten selbst beginnt im Franziskanerkloster mit dem Aufstellen der Krippe in der Kirche ein paar Tage vor den Feiertagen und mit der liturgischen Vorbereitung auf das Fest. Am Heiligen Abend feiern die Franziskaner um 16.00 Uhr die Kindermette in der Klosterkirche. Zur gleichen Zeit wird auch im Wohn- und Pflegeheim mit den Heimbewohnern und deren Angehörigen die Christmette gefeiert.
Pater Jakob besucht von Montag bis Freitag jeden Nachmittag Patienten im Lienzer Krankenhaus und ist für das Spital rund um die Uhr in Rufbereitschaft.
„Um 18.00 Uhr kommen wir im Refektorium (Speisesaal) zu einer brüderlichen Weihnachtsfeier zusammen. Pater Richard singt das Weihnachtsevangelium nach Lukas. Philipp, Maximilian, Raimund und ich selbst musizieren mit Ziehharmonika, Klarinette und Gitarre. Außerdem lesen wir beim kerzenbeleuchteten Christbaum und bei der Krippe weihnachtliche Texte“, beschreibt Jakob Wegscheider die kurze Zeit der „privaten“ Weihnachtsfeier im Kloster. Es gibt ein gutes Essen und bescheidene Geschenke. „Spätestens um 19.30 Uhr ziehen wir uns aber schon wieder zurück, um uns auf die Christmetten vorzubereiten. Wir feiern die Mette mit den Gläubigen nämlich nicht nur in St. Marien, sondern auch in St. Justina in der Gemeinde Assling und in Pfarren im vorderen Iseltal“, so der Guardian. Am Christtag und am Stefanitag zelebrieren die Lienzer Franziskaner jeweils durchschnittlich drei Messen am Tag. „Weihnachten ist bei uns im Kloster eine sehr intensive Zeit. Neben der Vorbereitung auf die zahlreichen Predigten sind wir auch auf vielen Weihnachtsfeiern, bei Adventsingen und bei sozialen Vereinen zur Gestaltung mit Texten eingeladen. Außerdem beschäftigt uns – vor allem Pater Maximilian und die Brüder Philipp und Hans – die Vorbereitung und Durchführung der Sternsingeraktion über den Zeitraum vom 1. bis 6. Jänner sehr“, erzählt Pater Jakob. Urlaubstage sind dann erst ab Mitte Jänner oder im Februar möglich. „Da fahre ich dann gerne in meine alte Heimat nach Nordtirol, besuche Verwandte und Bekannte und werde sicher auch wieder meine Ski mit im Gepäck haben“, so Jakob Wegscheider abschließend.
Text und Fotos: Raimund Mühlburger
