Von der faszinierenden Wunderwelt der Krippen
„Zur Krippe her kommet …“ Der Krippenbauverein der Oberpinzgauer Gemeinde Uttendorf feiert heuer sein 25-jähriges Bestehen mit einer Sonderausstellung.
Zu den mitteleuropäischen Zentren der Krippenbaukultur zählt neben Bayern, Oberösterreich und Tirol vor allem auch das österreichische Bundesland Salzburg. Hier wird die Tradition des Krippenbaues und Krippenzeigens von Privatpersonen ebenso wie von kirchlichen Organisationen und Vereinen hoch gehalten. Zu letzteren gehört der Krippenbauverein der Gemeinde Uttendorf, der 2017 sein 25-jähriges Bestehen mit einer Sonderausstellung begeht. Als Initiator der Vereinsgründung im Jahr 1992 gilt Bildhauermeister Peter Volgger, ein vielbeachteter Krippenfiguren-Schnitzer mit Liebe fürs Detail. Die unter seinem Schnitzmesser erschaffenen Figuren der Weihnachtsgeschichte sind begehrte Sammlerstücke im In- und Ausland.
Gemeinsam mit engagierten Kurshelfern haben sich Obmann Peter Volgger und Obmann-Stellvertreter Johann Seidl in den vergangenen Jahrzehnten dem Ziel verschrieben, diese traditionelle Volkskultur zu erhalten bzw. in die Zukunft zu tragen. Die heute insgesamt rund 60 Mitglieder sind wahre und leidenschaftliche Fans der Krippenbaukunst. Sie organisieren alljährlich auch Krippenbaukurse für Kinder und Erwachsene, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu bieten, sich selbst und unter fachkundiger Anleitung eine Weihnachtskrippe zu bauen. So sind in den vergangenen 25 Jahren rund 900 Krippen verschiedener Art, alpenländische und orientalische Stücke ebenso wie moderne, schnörkellose Varianten oder Schattenkrippen, entstanden.
Mit Unterstützung der Gemeinde und von Sponsoren schritt der Krippenbauverein 1993 daran, eine eigene Uttendorfer Dorfkrippe zu errichten. Diese erstrahlt, inklusive der in reiner Handarbeit und in einer Größe von 110 Zentimetern geschnitzten Figuren, alle Jahre wieder im Garten der örtlichen Volksschule in ihrer ganzen Schönheit. Das breite Tätigkeitsfeld des rührigen Vereins schloss und schließt aber auch intensive Bemühungen um die bestehende Uttendorfer Kirchenkrippe, die Installierung einer neuen Krippe in der Filialkirche in Schwarzenbach (2012), die Renovierung der Räumlichkeiten für die örtliche Krippenwerkstatt (2014), die Restaurierung der Mittersiller Kirchenkrippe (2015) oder das Engagement um die Pflege und Erhaltung der Marterln am Schmetterlingsweg (2016) mit ein.
Ihr 25-Jahr-Jubiläum feiern die Uttendorfer Krippenfreunde mit einer umfassenden Krippenausstellung. Sie wird am 28.12. in der Aula der Neuen Mittelschule eröffnet, ist bis 31.12. zu sehen und umfasst zahlreiche hochwertige, neue und sehr viele interessante Krippen. Alle Interessierten sind dazu herzlich eingeladen!
Bereits im 4. Jahrhundert finden sich in den Katakomben Roms bildliche Darstellungen der Geburt Christi. Urkundlich belegt ist, dass schon in altchristlicher Zeit am Weihnachtstag in den Kirchen religiöse Schaustellungen zu sehen waren, welche ab dem 10. Jahrhundert immer mehr volkstümlichen Charakter annahmen und sich allmählich über ganz Europa verbreiteten. Die Tradition hierzulande reicht bis in die erste Hälfte des 17. Jahrhunderts zurück. Bis heute tragen Krippen jeder Stilrichtung einen besonderen Zauber in sich. Kirchen und Klöster zeigen prachtvolle Barockkrippen, nicht selten von Dramatik und Ästhetik der zeitgenössischen Opern beeinflusst. Die meist kleineren, bürgerlichen und bäuerlichen Krippen des 19. Jahrhunderts punkten hingegen mit heimeligen, im Alpenland angesiedelten, und manchmal auch sympathisch humorvollen Szenen.
Text: E. Hilgartner, Fotos: H. Dörfler


