Unversehrtheit des Nationalparks gefordert
Verein zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol verabschiedete eine Resolution und fordert politische Grundsatzentscheidungen zu Nationalpark und Iselkraftwerk.
Vor 40 Jahren wurde der Verein zum Schutz der Erholungslandschaft Osttirol gegründet. Der Vereinsgründer Dr. Wolfgang Retter ist bis heute Obmann. Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung am 27. Feber blickte Retter nicht nur auf das vergangene Vereinsjahr, sondern auch auf vier Jahrzehnte Vereinsgeschichte zurück.
„1973 hat das Kraftwerksprojekt Dorfertal Matrei zur Gründung unseres gemeinnützigen und überparteilichen Vereins geführt, 40 Jahre später geht unsere Arbeit in diese Richtung weiter. Wenn seinerzeit Ableitungen in den Hochtälern geplant waren, sind diese nun in fast allen Teilbereichen vorgesehen“, leitete Retter die viel besuchte Mitgliederversammlung ein. Er sprach von einer „regelrechten Torschlusspanik der Wasserkraftwerksbauer“, die in Osttirol ausgebrochen sei. „Überall in Osttirol laufen Planungen, um das Wasser aus bislang noch intakten Gewässerstrecken unserer Landschaft auszuleiten und als unentgeltlichen Rohstoff für die Stromerzeugung zu verwenden – Wasser, welches als öffentliches Wassergut zur Naturausstattung unseres Landes zählt und allen Österreichern gehört“, betonte Retter.
Der Verein beschloss bei der Versammlung einstimmig eine Resolution, in der von der Tiroler Landesregierung die Unversehrtheit des Nationalparks Hohe Tauern und eine Absage an die Kraftwerksvorhaben an der Isel und ihren Zubringern gefordert werden.
„Landespolitik darf nicht darin bestehen, sich hinter bürokratischen Spitzfindigkeiten zu verstecken, sondern hat grundsätzliche Wertentscheidungen für die Allgemeinheit zu treffen, in diesem Falle für unvermehrbare und unersetzliche Naturgüter unseres Landes“, meinte Retter dazu. Der Resolution schlossen sich auch die „Initiative Frauen für die Isel ohne Kraftwerke“ und die „Bürgerinitiative gegen das Kraftwerk Virgental“ an, von denen zahlreiche VertreterInnen bei der Vereinsversammlung anwesend waren.
Im Anschluss an die Versammlung hielt der gebürtige Lienzer Johannes Kastner ein Referat zum Thema „Marke Osttirol“. Kastner entwickelte mit Dietrich Mateschitz den Energy Drink „Red Bull“ und erfand den Werbespruch „Red Bull verleiht Flügel“.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Retter
