„Universität im Dorf“: Neue Medien im Fokus

Bereits zum 14. Mal ging am 29. und 30.11. im Haus Valgrata die „Universität im Dorf“ über die Bühne. Das für 2014 gewählte Thema der Veranstaltung fand breiten Publikumszuspruch.

Seit 2001 besteht die Arbeitsgemeinschaft „Universität im Dorf“ als eine Kooperation zwischen der Gemeinde Außervillgraten und der Universität Innsbruck und gilt seitdem als bester Beweis dafür, dass periphere Räume nicht weniger, sondern ein Mehr an Bildung benötigen. Dass dies so ist und die Bevölkerung dementsprechende Möglichkeiten auch sehr gut annimmt, kam am ersten Adventwochenende 2014 im Haus Valgrata deutlich zum Ausdruck. Der voll besetzte Vortragssaal bot den idealen Rahmen, um Wissenschaft und Forschung direkt zu den Menschen zu bringen. Bgm. Mag. Josef Mair, gemeinsam mit VS-Dir.i.R. OSR Josef Told und der Universität für die Organisation verantwortlich, freute sich sehr über das große Interesse: „Unser diesjähriges Ziel war es, aufzuzeigen, wie sich Öffentlichkeit und Privates durch die digitalen Medien verändern und welche Chancen sowie Gefahren diese für unser aller Leben bergen“, resümierte der Bürgermeister von Außervillgraten.

Mag. Josef Mair, Bürgermeister von Außervillgraten

Mag. Josef Mair, Bürgermeister von Außervillgraten

Die „Universität im Dorf“ war am Morgen des 29. November mit der „Kinderuniversität“ in der Volksschule Außervillgraten in das 14. Veranstaltungsjahr gestartet. Hier herrschte ab den Morgenstunden reger Betrieb. Vertreter der „Jungen Uni“ informierten an vier Stationen zu „Nachrichten einmal anders“, „Social media goes real life“, „News today“ oder „Deine Wahrnehmung, deren Darstellung“. Am Samstagnachmittag und Sonntagvormittag ging dann im Haus Valgrata ein vielfältiges, abwechslungsreiches Programm mit namhaften Referenten über die Bühne, moderiert von Ass.-Prof. Mag. Dr. Wolfgang Meixner von der Universität Innsbruck. Besonders interessant gestalteten sich die Vorträge von Univ.-Prof. Dr. Theo Hug, Sprecher des Medienforums Innsbruck, und Univ.-Prof. Dr. Andreas Venier vom Institut für Strafrecht, Strafprozessrecht und Kriminologie/LFU. Professor Hug verwies in seinen Ausführungen auf die neuen Techniken, wie u.a. die moderne Visualisierung von Ereignissen, die einen rasanten Einzug in die Medienlandschaft gefunden haben. Schwerpunkt seines Vortrags war das Überthema der Veranstaltung, die „Chancen und Gefahren digitaler Medien“. Hier, wie auch in den anderen Referaten, kam klar zum Ausdruck, dass durch die enge Vernetzung der Welt eine große Chancenvielfalt entstanden ist, dass aber auch die Risiken vielgestaltig sind. Als Beispiele dafür nannte Hug etwa die neu entstandene „Öffentlichkeitskultur“, bei der viele glauben, überall online dabei sein zu müssen, oder das Cybermobbing. Der Innsbrucker Wissenschaftler erläuterte, dass man historisch gesehen schon immer vor Neuem gewarnt habe, dass die Neuen Medien jetzt und in Zukunft aber Teil unseres Lebens sein werden. Als Conclusio für die Chancen und Risiken der Neuen Medien mag der Ansatz von Ass.-Prof. Marie-Luisa Frick in ihrem Vortrag über „Ethik im Journalismus“ gelten, in dem sie eine bessere Ausbildung und Bildung bei der Berufsgruppe der Journalisten einforderte. „Dies und eine gute Absicht bei der Verwendung der Neuen Medien sollte für alle gelten“, so die Referentin.

Univ.-Prof. Dr. Andreas Venier (in Vordergrund)

Univ.-Prof. Dr. Andreas Venier (in Vordergrund)

Univ.-Prof. Dr. Theo Hug und Vizerektor Dr. Wolfgang Meixner (v.l.n.r.)

Univ.-Prof. Dr. Theo Hug und Vizerektor Dr. Wolfgang Meixner (v.l.n.r.)

„Mit insgesamt mehr als 200 Besuchern stießen die Vorträge an beiden Tagen auf reges Interesse. Die `Universität im Dorf`?in Außervillgraten war wieder ein voller Erfolg“, zog Bgm. Josef Mair eine durch und durch positive Bilanz der Veranstaltung.

Text: J. Hilgartner, Fotos: Osttirol heute/A.F.

02. Dezember 2014 um