Überwältigender Erfolg für Osttirol-Premiere von „Inclusion“

Kaum einmal dürfte der Andrang zu einem Kinofilm in Lienz so groß gewesen sein wie jener, der am 23.3. alle Säle im CineX füllte und eine Zusatzvorstellung erforderte.

Zwischen 800 und 1.000 Kinobesucher – und damit mehr als bei der James Bond-Premiere in Lienz vor einigen Jahren – „stürmten“ am späten Freitagnachmittag das CineX in Lienz, um bei der Osttirol-Premiere des Kinodokumentarfilms über Kinder und Jugendliche der „Special Academy – Sonderschule Lienz“, deren Familien und BetreuerInnen dabei zu sein. Das, was sie zu sehen bekamen, berührte und beeindruckte zugleich. Ohne künstlich auf die Tränendrüse zu drücken, dafür aber mit viel Respekt vor den Protagonisten des Films erhielt man Einblicke in den Lebens- und schulischen Alltag von Menschen mit Behinderung und deren Familien. Angesprochen wurden bemerkenswerte Fortschritte in der Entwicklung der „Special Academy“-Schülerinnen und Schüler ebenso wie die Sorgen, die sich Eltern über deren Zukunft machen. Die tagtäglichen Herausforderungen für die Familien, für Lehrer und Betreuer wurden nicht beschönigt, die Kinder und Jugendlichen aber auch nicht effekthaschend „vorgeführt“, sondern vielmehr in ihrer menschlichen Einzigartigkeit gezeigt. „Jeder Mensch, ob mit Einschränkungen oder nicht“, so Direktor Andreas Weißkopf in einer Einspielung, „ist gleich wertvoll und hat seine Stärken und Schwächen.“

 

Im Vorprogramm spielte Sax Royal auf. Im Anschluss an den Film gab es heißen Apfelsaft und Schlipfkrapfen.

 

Kameramann und Regisseur Alexander Papsch-Musikar drehte in der Sonderschule Lienz und im familiären Umfeld der Kinder und Jugendlichen. Er ließ Lehrer, Betreuer und Eltern zu Wort kommen und flocht die Stellungnahmen von Vertretern der Schulbehörde und der Politik in den Dokumentarfilm ein. Die jahrelange Diskussion um die mögliche Schließung von Sonderschulen wurde thematisiert, die verschiedenen pädagogischen Systeme jedoch nicht gegeneinander ausgespielt. Vielmehr kristallisierte sich deutlich heraus, dass es eine Illusion ist, Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen in den „normalen“ Schullalltag integrieren zu wollen, ohne dafür entsprechende Voraussetzungen zu schaffen bzw. die dafür notwendigen Mittel in die Hand zu nehmen.

 

Die berührenden Porträts der ganz besonderen Kinder und Jugendlichen sind die Highlights des Dokumentarfilms, an dessen Beginn eine Grußbotschaft von Bundeskanzler Sebastian Kurz stand.

 

 

Zwei Jahre wurde an dem anspruchsvollen Filmprojekt gearbeitet. Das Ergebnis lässt erahnen, wie viel Zeit und Energie die Verantwortlichen – allen voran Andreas Weißkopf – in das Projekt gesteckt haben. Ihm persönlich und allen an diesem ganz besonderen Film Beteiligten ein ganz großes Kompliment!

 

Text: E. Hilgartner, Fotos: A. Weißkopf/YouTube