Freiwilligenwoche 2024: Vielseitiges und buntes Programm in Osttirol

Rund 450 Interessierte nahmen an den Veranstaltungen der Freiwilligenwoche im Bezirk Lienz teil. Elf Menschen werden sich auch künftig als Freiwillige engagieren.

Die Freiwilligenwoche startete am Mittwoch, 24. April, mit einer Welle der Hilfsbereitschaft und viel Gemeinschaftssinn. Drei Paare helfender Hände von Freiwilligen und zahlreiche Unterstützer der Lebenshilfe Lienz bereiteten eine große Menge der Würzbasis „Sette Gusti“ zu.

Weiter ging es mit dem Besuch einiger Bewohnerinnen und Bewohner des Wohn- und Pflegeheimes Matrei in der Pfarrkirche St. Alban. Begleitet von Pflegepersonal und Freiwilligen erfuhren die TeilnehmerInnen viel Wissenswertes über die Geschichte der Kirche und genossen einen aufregenden Vormittag, der mit einem köstlichen Mittagessen abgerundet wurde.

 

Bewohnerinnen und Bewohner des Wohn- und Pflegeheimes Matrei beim Besuch der Pfarrkirche St. Alban

 

Am Nachmittag trafen sich Interessierte und Profis der Nachbarschaftshilfe „von mir zu dir“ sowie des Sozialsprengels in der Seniorenstube in Debant, um Erfahrungen auszutauschen und zukünftige Aufgaben als Freiwillige zu erkunden. Es war ein beschwingter Nachmittag, an dem einige ihre Scheu überwinden konnten und sich in Zukunft vorstellen können, das Team der Nachbarschaftshilfe „von mir zu dir“ zu unterstützen.

Mit der Frage „bevor ich sterbe, möchte ich …“ konnte man sich am 25. April im Foyer des Bezirkskrankenhauses Lienz auseinandersetzen. Die ehrenamtlichen BegleiterInnen der Tiroler Hospiz Gemeinschaft luden ein, über diese Fragestellung ins Gespräch zu kommen. Man konnte mit bunter Kreide Antworten auf eine der vier Seiten der Box schreiben.

 

Lesung am Campus Lienz

 

In Lienz boten zwei Vorlesepatinnen in Zusammenarbeit mit dem Lernzentrum UMIT Tirol und der Stadtbücherei Lienz am Campus Lienz eine Lesung eines spannenden Jugendthrillers an, der rund 80 SchülerInnen und ihre Lehrpersonen gleichermaßen fesselte.

Am Nachmittag konnte man seine Neugier stillen und einen Blick in das Tageszentrum Virgen werfen. Dort wurden die Freiwilligen herzlich empfangen, und es wurde gespielt, gelesen, ein kleiner Spaziergang gemacht, gestrickt und vor allem viel miteinander geredet.

 

Marlen Resinger und Theresia Lang – ehrenamtliche Begleiterinnen der Tiroler Hospiz Gemeinschaft – bei der Box „bevor ich sterbe, möchte ich …”

 

Am Freitag, 26. April, war die „bevor ich sterbe, möchte ich …“-Box erneut unterwegs, nämlich am Hauptplatz in Lienz. PassantInnen hatten die Möglichkeit, ihre Antworten mit bunter Kreide auf die vier Seiten der Box zu schreiben. Viele nutzten die Gelegenheit, um mit den ehrenamtlichen BegleiterInnen der Tiroler Hospiz Gemeinschaft über ihre Erfahrungen mit dem Sterben und ihren Zugang zum Leben zu sprechen. Menschen jeden Alters hinterließen ihre Wünsche, darunter: „die Matura schaffen“, „eine Katze haben“, „dass meine Frau glücklich ist“, „Frieden erleben“ und „angstfrei sein und voller Erwartung“.

Ein weiteres Highlight war der Kleidertausch des Vereins „die gute Speis – FoodCoop Osttirol“ in der Tammerburg, bei dem viele TeilnehmerInnen gut erhaltene Kleidung gegen neue Lieblingsstücke eintauschten und so zu einem nachhaltigen Umgang mit Kleidung beitrugen.

Im Bildungshaus Osttirol informierte ein Film über die Kostenwahrheit rund um Fast Fashion und regte zu Diskussionen über lokale Lösungen und weitere Möglichkeiten an. Das Publikum bekam durch Rita Feldner von „Gwandolina“ Einblicke in den Secondhand-Handel in Lienz und was genau mit den Altkleidersäcken passiert. Anna Oberdorfer vom Atelier Marianna erzählte, wie die Produktion von Kleidung in Osttirol vonstatten geht, und Silva Lamprecht, welche Möglichkeiten man selbst durch Upcycling von Kleidung hat.

 

Christian Pichler, Mitorganisator des Flohmarktes des Familienverbandes Dölsach

 

Am Sonntag, 28. April, hatte man die Möglichkeit, den Flohmarkt „wiederverwenden statt wegwerfen“ des Familienverbandes Dölsach im Tiroler Hof zu besuchen. Es wurde die Möglichkeit geboten, selbst einen Tisch anzumieten, aber man hatte auch die Gelegenheit, gut erhaltene Flohmarktware zu spenden. Die gespendeten Gegenstände wurden verkauft, und der Erlös kommt einem wohltätigen Zwecke zugute. Die vielen BesucherInnen erfreuten sich nicht nur an der angebotenen Flohmarktware sondern auch daran, dass so gut für das leibliche Wohl gesorgt wurde.

Kinderaugen strahlten am Nachmittag des 29. April, als die Kinder des SOS-Kinderdorfs gemeinsam mit Freiwilligen die Beete und Hochbeete des Gartens bepflanzten. Zuvor hatten zwei engagierte Freiwillige die Grundlage geschaffen, indem sie die Hochbeete errichteten und befüllten. Die Kinder waren voller Freude und Spannung, während sie Gemüsesorten und Kräuter einpflanzten und säten. Nun warten sie gespannt darauf, ob ihre Pflanzen gedeihen und die kommenden Mahlzeiten mit ihren eigenen Erzeugnissen verfeinern werden.

 

Im SOS-Kinderdorf Debant wurden Beete und Hochbeete bepflanzt

 

Die Woche endete mit der Übergabe einer zweiten Rikscha an das Wohn- und Pflegeheim Nußdorf-Debant. Interessierte hatten die Möglichkeit, die Rikscha auszuprobieren und ein Teil des Rikscha-Teams zu werden, das den HeimbewohnerInnen mit den Ausfahrten Freude bereitet.

Insgesamt nahmen rund 450 Menschen an den Veranstaltungen der Freiwilligenwoche teil. „Elf neue Freiwillige werden sich auch weiterhin in der einen oder anderen Organisation engagieren. Doch abgesehen von Zahlen steht fest: Die Freiwilligenwoche hat allen Beteiligten große Freude bereitet und bewiesen, dass Helfen glücklich macht”, so die Osttiroler Freiwilligenkoordinatorin Simone Ortner-Trebo.

 

 

Text: Redaktion, Fotos: FoodCoop Osttirol, Freiwilligenzentrum Osttirol, Familienverband Dölsach

03. Mai 2024 um