Tschechische Alpinisten verirrten sich im Nebel
Eine Suchaktion nach verirrten Bergsteigern im Tauerngebiet verlief am Wochenende glimpflich – Bergrettung brachte sieben BergsteigerInnen unverletzt ins Matreier Tauernhaus.
Am Samstag, 29. September 2012, um 19.30 Uhr, ging bei der Leitstelle Tirol ein Notruf ein. Die Mitarbeiter der Leitstelle konnten nur wenig verstehen, weil die Verbindung immer wieder unterbrochen wurde und schließlich total abriss. Die Leitstelle Tirol leitete die Gesprächsaufzeichnung zur Osttiroler Alpinpolizei weiter. „Das Gespräch war auf Englisch, wir konnten aber nachvollziehen, dass es sich um das Gebiet im Bereich der Amertaler Höhe in der Granatspitzgruppe handeln muss“, berichtet Alpinpolizist Franz Riepler. 20 Matreier Bergretter stiegen gemeinsam mit Riepler und zwei seiner Kollegen bei dichtem Nebel in dieses Gebiet auf. Sie gingen aufgrund der Angaben beim Notruf davon aus, dass sich zwei Personen verirrt hatten. Gegen 23.30 Uhr riss der Nebel ein wenig auf, am hinteren Ende des Dabersees auf rund 2 780 Metern Seehöhe konnten die Einsatzkräfte ein Licht erkennen.
Alpinpolizist Franz Riepler suchte mit zwei Kollegen und 20 Matreier Bergrettern im dichten Nebel nach den tschechischen Alpinisten.
„Wir fanden dort schließlich vier junge Männer und drei junge Frauen völlig durchnässt. Sie waren vom Steig abgekommen und hatten ein Notzelt aufgestellt“, so Riepler. Die Bergretter und Alpinpolizisten begleiteten die sieben tschechischen Staatsangehörigen in das Matreier Tauernhaus. Um ca. 3.00 Uhr früh war der Einsatz beendet. Die Alpinisten waren völlig durchnässt und leicht unterkühlt, alle waren jedoch unverletzt. Sie waren vom Hintersee im Pinzgau aufgestiegen und wollten zur Amertaler Höhe. Die Matreier Bergretter brachten die sieben Bergsteiger mit dem Einsatzfahrzeug zu den Autos beim Wolfram-Werk auf der Nordseite des Felbertauern.
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Brunner Images, R. Mühlburger