Thomas Mariacher: Osttiroler Dreitausender als Sehnsuchtsziele

In seinem neuen Tourenführer „3000er in Osttirol – 66 x hoch hinaus“ gibt der Lienzer Berg- und Skiführer Einblicke in eine archaisch anmutende Bergwelt abseits des Massentourismus.

Schon sein erstes bei Tyrolia erschienenes Buch „Skitouren in Osttirol und Oberkärnten“ war ein großer Erfolg. In seinem neuesten Führer stellt Thomas Mariacher nun 66 der schönsten Dreitausender Osttirols vor. Die Nebengipfel eingerechnet, überschreiten im Bezirk Lienz insgesamt 270 Berge die magische Höhe von 3.000 Metern. „Diese Gipfel zu besteigen, gestaltet sich in der Regel als anspruchsvoll. Oft ist das Gelände weglos, vergletschert, und viele Grate bestehen aus brüchigem, jäh abbrechendem Gestein“, informiert der Lienzer.

 

 

Als staatlich geprüfter Berg- und Skiführer ist der 45-Jährige im Winter mit Skitourengehern vor allem in der Osttiroler und Nordtiroler Bergwelt, ab April auch in den Westalpen (Chamonix/Mont Blanc) unterwegs. Im Sommer führt er seit 2007 als „Zermatter Bergführer“ seine Gäste in den Walliser Alpen auf das Matterhorn, die Dufourspitze, das Weisshorn und auf andere Viertausender. „Mein Lieblingsberg außerhalb Osttirols ist die Dufourspitze, mit 4.634 Metern der höchste Berg der Schweiz. Im Sommer unternehme ich besonders gerne auch längere Touren, wie z.B. die Monte Rosa-Durchquerung.“

 

Thomas Mariacher am Gipfel des Spinevitrolkopfs (2.483 m) in Kals a.Gr.

 

In seinem neuen Tourenführer legt Thomas den Fokus auf Osttiroler Dreitausender, die sich auf markierten Pfaden ersteigen lassen und die obendrein mit einem stattlichen Gipfelkreuz versehen sind. „Es gibt, wie überall im Leben, aber auch Ausnahmen. Ich stelle in meinem neuen Führer auch Gipfel vor, die weder über einen markierten Steig, noch über ein markantes Gipfelkreuz verfügen, die für mich aber landschaftlich derart reizvoll sind, dass ich sie immer wieder erklimmen möchte, egal, ob alleine oder mit Gästen.“

 

Sonnenaufgang am Hochgall Ende Juni. Die Hochgallrinne zeigt sich noch gut mit Schnee gefüllt.

 

Sehnsuchtszielen mit klingenden Namen wie Hochgall, Rötspitze, Dreiherrnspitze, Großglockner oder Großvenediger widmet sich der Osttiroler Alpinist in seinem neuen Tourenführer ebenso wie weniger bekannten Gipfeln. Thomas präsentiert die 66 Dreitausender im Uhrzeigersinn – beginnend mit der Rieserfernergruppe über die Venedigergruppe, die den größten Anteil an 3.000ern aufweist, und die Lasörling- und Granatspitzgruppe bis hin zu den abenteuerlichen Bergen der Schobergruppe. Er beschreibt immer den möglichst leichtesten, schnellsten und unkompliziertesten Anstieg auf den höchsten Punkt, wobei „leicht“ aufgrund der Höhe und Geländebeschaffenheit ein relativer Begriff ist.

 

Unterwegs am Firngrat zum Großvenediger (3.657 m)

 

Nicht immer führt ein markierter Steig bis zum Gipfel. Das im Tyrolia-Verlag erschienene Buch wendet sich auch deswegen an eigenverantwortliche und risikobewusste Wanderer und Bergsteiger. „Wenn ich in den Osttiroler Bergen unterwegs bin, schätze ich vor allem die Einsamkeit, die Ruhe und die unberührte Gebirgswelt abseits des Massentourismus, der andernorts das Geschehen prägt. In meiner Heimat findet man noch viele ruhige, wenig besuchte und stille Plätze. Ein klassisches Beispiel dafür ist der Wiener Höhenweg in der Schobergruppe, auf dem man vielfach noch alleine unterwegs ist“, so der leidenschaftliche Alpinist abschließend.

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Thomas Mariacher

07. Juli 2023 um