Theresa Rogl aus Kals erkochte sich den Staatsmeistertitel der Jungköche

Wir besuchten Theresa im Gasthof „Glocknerblick” und stellten fest, dass man neben ihren kulinarischen Kreationen dort auch das im Haus selbst gebraute Bier „unsas” genießen kann.

„Schon als Kind habe ich meiner Mama gerne beim Kochen und beim Backen geholfen. Als meine Eltern 2007 ihr eigenes Gasthaus eröffneten, wurde mein Wunsch, Köchin zu werden, immer konkreter”, erzählt uns Theresa in der gemütlichen Stube des Braugasthofes „Glocknerblick” im Kalser Ortsteil Arnig. Ihre Leidenschaft für das Kochen wurde während der Schulzeit in Lienz noch verstärkt. Nach Abschluss der Hotelfachschule startete Theresa mit ihrer Koch-Lehre im Gradonna Mountain Resort, die sie 2017 abschloss.

 

 

„Kochen ist ganz eindeutig meine Berufung. Ich schätze den Freiraum, den man in der Küche hat, um seine eigenen Ideen umzusetzen. Es ist eine sehr kreative Arbeit!” In der Wintersaison arbeitet die Kalserin auswärts in Spitzenhotels, in der Sommersaison schwingt sie den Kochlöffel im elterlichen Betrieb. „Ich nutze die kalte Jahreszeit dazu, um von den Besten der Branche zu lernen“, sagt sie und betont, dass der Abstand wichtig sei, um den eigenen Horizont zu erweitern und nicht „betriebsblind“ zu werden. Die Jungköchin findet den Austausch mit Kollegen sehr spannend, ihre Ideen setzt sie zu Hause in Kals um. „Hier daheim in Arnig gefallen mir die Rolle als Gastgeberin und der direkte Kontakt zu den Gästen. Zur großen Speisekarte biete ich im Sommer abwechselnd ein Wochen-Highlight an, bei dem sich alles um ein heimisches Produkt dreht, etwa um das Kitz vom Figerhof oder den Spargel vom Michelerhof”, so die 22-Jährige.

 

 

Staatsmeisterin der Jungköche

Bei der GAST 2019 konnte sich die junge Kalserin vor Kurzem den Staatsmeistertitel sichern. „Nach meinem 1. Platz bei der Tiroler Vorausscheidung in Innsbruck war ich bei der Staatsmeisterschaft in Kärnten eine von neun KandidatInnen. In Klagenfurt mussten wir zunächst Vorspeisen und Desserts kochen. Bei dieser Challenge schieden sieben TeilnehmerInnen aus. Im Finale stand ich dann einer steirischen Jungköchin gegenüber. Es galt, in 45 Minuten ein Hauptgericht zuzubereiten. In der so genannten Blackbox befanden sich Hirschrücken, Himbeeren und Zimtblüte. Gefordert war auch ein Nudelteig”, nennt Theresa Details des finalen Bewerbes. Die begeisterte Köchin zauberte aus den Produkten einen rosa Hirschrücken in Kräuterkruste, dazu Ravioli mit Hirsch- und Preiselbeerfüllung und ein Rotweinjus mit Zimtblüte und Selleriecreme. Als Beilage servierte sie marinierten Wirsing und Selleriesalat mit Himbeervinaigrette.

 

 

„Das Duell mit der Kollegin aus der Steiermark war ziemlich stressig, schlussendlich konnte ich mich aber durchsetzen. Die Jury hat nicht nur den Geschmack des Gerichtes, sondern insbesondere auch die Kasnudel-Optik meiner Ravioli gelobt”, freut sie sich. Mit dem Staatsmeistertitel in der Tasche hat sich Theresa auch für die Weltmeisterschaft, die im kommenden Herbst im kanadischen Calgary stattfinden wird, qualifiziert.

 

 

Das naturtrübe Kellerbier „unsas”

„Hier in Arnig haben schon meine Großeltern ein Gasthaus betrieben. Wir haben das Haus 2007 von meiner Tante übernommen und es generalsaniert bzw. erweitert. Seit 2009 bieten wir auch Gästezimmer an. Der Gasthof liegt direkt am Kalser Talrundweg, und man kann von unserem Haus aus den direkten Blick auf den höchsten Berg Österreichs genießen. Viele Wanderer, aber auch immer mehr Radfahrer finden den Weg zu uns. Nachhaltigkeit und Regionalität sind für uns als Nationalpark-Partnerbetrieb wichtige Werte”, erzählt Mama Elisabeth Rogl. Papa Konrad arbeitet während der Woche in Salzburg. An den Wochenenden ist der Kalser – so wie bei unserem Besuch – hauptsächlich im Keller anzutreffen, wo er sich eine kleine Brauerei eingerichtet hat.

 

 

„Bierbrauen und die Gasthauskultur im Allgemeinen haben mich schon immer interessiert. Der Wirt und Präsident des Verbandes der Haus- und Kleinbrauereien Österreichs, Stefan Borer, war mir beim Aufbau unserer kleinen Gasthaus-Brauerei sehr behilflich. Bei ihm in Ernsting in Oberösterreich haben wir auch unser Arniger Wasser getestet”, blickt Konrad zurück. Nachdem sich das Wasser mit seinem geringen Härtegrad als geeignet für das Bierbrauen erwiesen hatte, kaufte der Kalser eine gebrauchte Brauanlage mit Sudkessel, Läuterbottich und zwei Gärtanks an. „Pro Brauvorgang erzeuge ich rund 200 Liter naturtrübes Kellerbier. Das mit Sole gekühlte Bier wird nur bei uns im Gasthof ausgeschenkt”, so der Hobby-Brauer.

 

 

Die Idee für den Namen des Bieres – „unsas” – hatte übrigens die frischgebackene Staatsmeisterin Theresa. Sie zeichnet auch für das Design des Logos auf den Bierdeckeln verantwortlich. Dass sich die Tochter mit ihren Ideen und ihrer Kreativität immer mehr in den Betrieb einbringt, freut die Eltern besonders. „Wir sind natürlich auch sehr stolz, dass sie sich bei der Staatsmeisterschaft als beste Jungköchin Österreichs durchsetzen konnte”, so Elisabeth und Konrad Rogl abschließend.

 

Mit selbst gebrautem Bier stoßen Elisabeth und Konrad Rogl mit Tochter Theresa auf den Staatsmeistertitel an.

 

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Expa/Groder

09. Mai 2019 um