Theatermuse wird auf Schloss Lengberg wachgeküsst
Das AufBauWerk und der Theaterverein Nikolsdorf proben derzeit gemeinsam für das Theaterexperiment „Wachgeküsst auf Schloss Lengberg“ – Premiere am 7. Mai 2015.
Rund 30 Menschen im Alter zwischen 10 und 82 Jahren sind die AkteurInnen des Theaterstücks, die alten Mauern von Schloss Lengberg bilden die Kulisse. TeilnehmerInnen des Job Trainings und MitarbeiterInnen des AufBaufWerks spielen genauso mit wie Mitglieder des Theatervereins und BürgerInnen von Nikolsdorf. „Das Theaterexperiment soll Barrieren aufheben. Die dicken Mauern des Schlosses bieten den jungen Menschen, die im AufBauWerk ausgebildet werden, Schutz und ermöglichen ihnen gleichzeitig, am Leben teilzunehmen“, erklärt dazu MMag. Hildegard Goller, Leiterin des AufBauWerks Nikolsdorf.
v.l.n.r.: Hildegard Kollnig-Egger (Bezirksobfrau Theaterverband), Spielleiter Sigmund Huber, die Theaterpädagogen Sonia Ellemunt und Armin Staffler, Obfrau Marianne Mair, Dipl.-Päd. Bianca Wehmeier und MMag. Hildegard Goller vom AufBauWerk
Auf Basis von „Füreinander, Miteinander und für Andere“ wird gemeinsam mit den Theaterpädagogen Sonia Ellemunt aus Bruneck und Armin Staffler aus Ranggen ein Bilderreigen inszeniert, der um die Themenfelder Leben und Arbeit in Osttirol kreist. Der Kontakt zwischen dem Theaterverein und dem AufBauWerk wurde bereits 2008/2009 bei der Renovierung des Schlosses hergestellt. „Dieses Theaterstück zeigt, dass unsere beiderseitige Offenheit und Hartnäckigkeit Früchte trägt. Und das Miteinander soll keinesfalls mit dem Schlussapplaus enden, sondern zu weiteren großen oder kleinen Gemeinschaftsprojekten in unserem Dorf führen“, betontMarianne Mair, Obfrau des Theatervereins Nikolsdorf.
AufBauWerk-Leiterin MMag. Hildegard Goller: „Seit der Generalsanierung 2010 haben uns rund 6.000 Gäste auf Schloss Lengberg besucht. Das Theaterprojekt ist ein weiterer Beweis für die ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Gemeinde und Bevölkerung.“
Auch die Theaterpädagogen zeigen sich von dem Projekt begeistert. „Wir sind die ersten Zuschauer dieses Stücks und wissen noch nicht genau, was sich schlussendlich entwickelt. Ständiges Suchen steht im Vordergrund. Alles ist erst im Entstehen – es geht um Sehen, Hören, Spüren. Figuren, Formen, Szenen und Texte wachsen aus den SpielerInnen heraus“, so Armin Staffler. Ein authentisches Theaterstück, das berühren kann, soll entstehen. „Es ist viel Platz für eigene Wahrnehmungen und Interpretationen, die entstehenden Szenen zeugen von der Vielfalt der unterschiedlichen Lebenswelten“, ergänzt Sonia Ellemunt.
Theaterpädagoge Armin Staffler: „Wir arbeiten uns von Probe zu Probe weiter vor. Was daraus entsteht, davon werden wir wohl selber überrascht sein.“
Bespielt wird das gesamte Schloss – die Zuschauer werden bei der Aufführung auf die verschiedenen Räumlichkeiten aufgeteilt. Sigmund Huber ist normalerweise Spielleiter des Theatervereins, bei „Wachgeküsst auf Schloss Lengberg“ steht er selbst auf der Bühne. „Durch die Arbeit mit den Theaterpädagogen kann ich irrsinnig viel auch als Spielleiter lernen. Wenn wir nur ein bisschen etwas, was wir bei den Proben an Leben spüren und fühlen, hinaus tragen können, sind wir schon zufrieden“, freut sich Huber.
Premiere am 7. Mai, 19.00 Uhr
Weitere Termine: 13., 14., 22., 28. und 29. Mai, jeweils 19.00 Uhr, am 14. Mai auch um 15.00 Uhr
Begrenzte Teilnehmerzahl von 100 Zuschauern pro Aufführung. Karten um 12 Euro und für Kinder ermäßigt um 8 Euro bei Marianne Mair unter Tel.-Nr. 0664/88638766
Text: Raimund Mühlburger, Fotos: AufBauWerk, Osttirol heute/Mühlburger
