Tausche Rotstift gegen Heugabel: Lehrerin hilft auf Matreier Bergbauernhof mit
Im Rahmen eines Umweltprojektes vermittelt der Alpenverein auch heuer wieder unbezahlte HelferInnen an Bergbauern. Mag. Sabine Rohrer hilft am Hof von Familie Mattersberger.
Vom 27. bis 31. Juli arbeitet die Deutsch- und Geographielehrerin freiwillig auf dem Bergbauernhof von Oswald und Nadja Mattersberger in Matrei mit. Die zweifache Mutter aus dem niederösterreichischen Bezirk Hollabrunn unterrichtet schon über zwanzig Jahre an einem Gymnasium und wollte für ihre SchülerInnen einen Workshop für die letzte Schulwoche organisieren. Dabei stieß sie auf der Webseite des Österreichischen Alpenvereins auf das ehrenamtliche Umweltprojekt „Mithilfe bei Tiroler Bergbauern“. In Zusammenarbeit mit dem Verein „Freiwillig am Bauernhof“ werden dabei unbezahlte HelferInnen an Bergbauern vermittelt.
Sabine Rohrer war sofort begeistert und meldete sich an. Bei Familie Mattersberger am Klaunzerberg in Matrei hilft sie nun gemeinsam mit dem Praktikanten Michael Cohnen aus Belgien eine Woche lang gegen Kost und Logis bei allem mit, was auf dem Hof und auf der Weide so anfällt. Konkret heißt das, um 6.00 Uhr aufstehen, Kühe und Schafe sowie die Katze und die Hühner füttern und zwischendurch die beiden Enkelkinder im Alter von zwei und vier Jahren betreuen. Nach der Stall- und Gartenarbeit bietet die Pädagogin sowohl im Haushalt, beim Butter herstellen und Brot backen, als auch bei der Holzarbeit und der Heuernte im abschüssigen Gelände ihre helfenden Hände an.
Die Arbeitskräfte auf Bergbauernhöfen werden immer weniger, und deshalb vermittelt der Maschinenring mittlerweile über 500 Einsätze pro Jahr mit einer durchschnittlichen Einsatzdauer von elf Tagen pro MitarbeiterIn“, informiert LA Martin Mayerl, Geschäftsführer des Maschinenrings Osttirol. Der Matreier Gemeinderat Norbert Riepler vom Ausschuss für Land- und Forstwirtschaft ergänzt: „Früher haben viele Kinder einer Bauernfamilie am elterlichen Betrieb mitgeholfen. Das ist heute immer weniger der Fall. Ich selbst stamme aus einer bäuerlichen Familie mit neun Kindern. Wir waren es gewohnt, von früher Kindheit an mitanzupacken. Es dauert mehrere Generationen, um eine Kulturlandschaft zu gestalten, allerdings nur fünf bis sechs Jahre, um diese verwildern zu lassen.“
Schon seit 2007 vermittelt der Österreichische Alpenverein mit Hilfe des Maschinenrings jährlich ca. 100 motivierte Freiwillige, vor allem StudentInnen, an Bergbauernhöfe in Tirol. „Als Weinviertlerin, die aus einer eher flachen Gegend kommt, hat mich die hochalpine Bergwelt schon von Jugend an sehr fasziniert“, erzählt Sabine Rohrer. Ich betrachte es auch als sinnvolle Feriengestaltung, die Berge nicht nur im gewohnten Sinne mit den Augen einer Urlauberin zu betrachten und zu genießen, sondern mithelfen zu dürfen, diese kostbaren Naturschönheiten zu pflegen und zu bewahren“, zeigt sich die Lehrerin aus Niederösterreich von ihrem Einsatz auf über 1.300 Metern Seehöhe begeistert.
Text: Redaktion, Foto: ÖAV