Südsudan: Sozialverein leistet weiter vor Ort Hilfe

Das Health Care Center des Vereins „Osttirol für Jalimo/Mondikolok“ musste vorerst geschlossen werden. Nun wird das Projekt durch humanitäre Soforthilfe ergänzt.

Von einer dramatischen Verschlechterung der Situation im Südsudan berichtete Dr. Franz Krösslhuber, Obmann des Vereins „Osttirol für Jalimo/Mondikolok“, bei der Jahreshauptversammlung am Freitag, 23. Februar. „Der Südsudan war auch 2017 das für Helfer gefährlichste Land weltweit. Equatoria und damit Kajo-Keji wurde vom Bürgerkrieg erfasst. Die lokale Bevölkerung flieht – vor allem in die Flüchtlingslager nach Norduganda“, so Krösslhuber. Das vom Verein aufgebaute Mondikolok Health Care Center ist seit rund einem Jahr vorübergehend geschlossen. Ein Großteil der ehemaligen Mitarbeiter hilft derzeit in den Flüchtlingslagern und in den IDP-camps. Die Hilfsstrategien mussten also geändert werden. „Aus unserem hoffnungsvollen Entwicklungsprojekt wurde eine humanitäre Soforthilfe für die hungernden Menschen in den IDP-camps. Wir unterstützen vor allem unseren Partner Erich Fischnaller. Ihm gelang es Woche für Woche, auf abenteuerlichen und gefährlichen Wegen Lebensmittel in den Südsudan zu schaffen“, so Krösslhuber.

Dr. Franz Krösslhuber in friedlicheren Tagen mit seinen Mitarbeitern vor dem Mondikolok Health Care Center

Der Obmann schilderte ausführlich die derzeitige Situation im Hilfsgebiet und erläuterte die Herausforderungen für 2018. „Die humanitäre Hilfe in den Lagern in Kajo-Keji muss fortgesetzt und um medizinische Hilfe erweitert werden. Die laufende Änderung der militärischen Situation führt auch zu raschen Veränderungen der Anzahl und Örtlichkeit der Flüchtlinge. Der Umfang der Hilfsmittel und die Zugangswege sind jeweils kurzfristig zu adaptieren“, erklärte der Obmann. Einigermaßen sichere  Zugangswege seien abhängig von Beziehungen zu den kämpfenden Gruppen und bedürfen einer strengen Risikoeinschätzung. „Da die Aufenthalte vor Ort so kurz wie möglich gestaltet werden müssen, erfolgt die Planung und Versorgung von Österreich bzw. Norduganda aus. Die Distanz stellt ein zusätzliches Hindernis dar“, so Krösslhuber.

Bei der Jahreshauptversammlung v.l.n.r.: Obmann Dr. Franz Krösslhuber, Obm.-Stv. DI Harald Haider, Kassier Mag. Hansjörg Mattersberger, Schriftführer Hans J. Themessl

Trotz dieser widrigen Umstände werde derzeit an einer mobilen und flexiblen medizinischen Versorgung in Form eines Notfall-Einsatzfahrzeuges  gearbeitet. In Kombination mit den vorhandenen einfachen lokalen Strukturen und einheimischem, im Mondikolok Health Care Center ausgebildetem Personal soll dieses betrieben werden. Alle hoffen jetzt natürlich, dass sich die Sicherheitslage möglichst bald zum Guten wendet. „Wenn die Flüchtlinge in ihre angestammten, fruchtbaren Heimatgebiete zurückkehren können und sich das Leben wieder normalisiert, sind wir jederzeit bereit und in der Lage, unser Health Care Center in Mondikolok weiter aufzubauen“, so Franz Krösslhuber.

Die Vorstandsmitglieder baten abschließend darum, den Verein „Osttirol für Jalimo/Mondikolok“ weiterhin auch finanziell zu unterstützen. Das Spendenkonto ist bei der DolomitenBank eingerichtet (IBAN: AT55 4073 0000 0001 7523).

 

Text: Raimund Mühlburger, Fotos: Osttirol für Jalimo/Mondikolok

26. Februar 2018 um