Suchtmittelkriminalität 2014 deutlich angestiegen
Das Bezirkspolizeikommando hat am 13.3. die Kriminalstatistik 2014 präsentiert. Bilanz: Geringste Anzahl an Delikten seit 2005, jedoch starke Zunahme bei Suchtmittelkriminalität.
Im Bezirk Lienz wurden im Jahr 2014 insgesamt 1.721 Delikte zur Anzeige gebracht, was im Vergleich zum Vorjahr einem Rückgang um 9,3 % entspricht. 53,3 % dieser Straftaten konnten von den Polizeibeamten geklärt werden. „Der Rückgang der angefallenen Delikte gegenüber 2013 (= Minus von 177 Delikten) begründet sich in einem Rückgang in beinahe allen Deliktsgruppen. Nur bei den Suchtmitteldelikten war ein Anstieg zu verzeichnen“, berichtet Bezirkspolizeikommandant Obstlt. Silvester Wolsegger. Die Anzeigen in der Deliktsgruppe „Strafbare Handlungen gegen Leib und Leben“ ergaben im vergangenen Jahr in Summe 399 Fälle, was einer Verminderung von 5,7 % entspricht. Anzumerken sei, so der Bezirkspolizeikommandant, dass es sich dabei zum Großteil um Anzeigen wegen fahrlässiger Körperverletzungen, im Besonderen um Verletzungen im Zusammenhang mit Ski- und Verkehrsunfällen, handelte. Im Bereich der vorsätzlichen Körperverletzungen (120 Fälle) war ein Rückgang der Anzeigen um minus 13 % feststellbar. Bei den schweren Körperverletzungen verzeichnete man deutlich weniger Fälle (minus 27,3 %).
1.021 Fälle wurden 2014 im Bezirk im Zusammenhang mit Diebstählen und Einbrüchen zur Anzeige gebracht. Dies bedeutet einen Rückgang von 9,8 % gegenüber dem Vergleichszeitraum. 2014 gab es mit 368 Fällen im Bereich der Diebstähle um 11,8 % weniger Anzeigen als 2013, und auch bei den Einbruchsdelikten war 2014 mit 87 Fällen gegenüber dem Jahr 2013 (117 Fälle) ein Rückgang von 25,6 % zu verzeichnen. Die Zahl der Anzeigen in Hinsicht auf Sachbeschädigungen blieb in etwa gleich. Im Bereich „Cyber Crime“ wurden 2014 42 Delikte registriert, was einem Rückgang von 16 % im Vergleich zum Vorjahr entspricht.
Suchtmittelkriminalität: 2014 konnte die Polizei in Osttirol zahlreiche In- und Outdoor-Plantagen zur Anzeige bringen.
Ein Schwerpunkt der Polizeiarbeit im Bezirk Lienz galt im Jahr 2014 der Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität. Der diesbezügliche Personaleinsatz wurde, wie Silvester Wolsegger betont, deutlich erhöht. Die Gesamtzahl der Anzeigen stieg gegenüber 2013 (49 Delikte) auf 93 Fälle im Jahr 2014 (= Plus von 89,8 %).
Die Bekämpfung der Suchtmittelkriminalität wird auch einen der Schwerpunkte des Jahres 2015 darstellen. Weiters will man sich heuer auch besonders der Präventionsarbeit in Hinsicht auf Eigentumsdelikte, vor allem in Hinsicht auf die Zielgruppen „ältere Menschen, Jugendliche und Frauen“ widmen, da diese Personengruppen ganz besonderen und individuellen Gefahren ausgesetzt sind. Obstlt. Silvester Wolsegger dazu: „Es wird eine unserer Zielsetzungen sein, auf die speziellen Bedürfnisse diese Gefährdungsgruppen einzugehen und ihnen entsprechende Tipps zur Hebung des eigenen Sicherheitsgefühls zu geben!“
Text: E. Hilgartner, Fotos: Osttirol Heute/RM, Sarra22-Fotolia