45.000 m³ Erd- und Geröllmassen entfernt
Seit kurzem sind in Mellitz und Göriach (Virgen) die Geschieberückhaltebecken wieder frei und stellen damit als Stauräume hinter den Sperren den Siedlungsraumschutz erneut sicher.
Infolge der Vermurungen im August 2012 waren die beiden Geschieberückhaltebecken in Mellitz und Göriach bis oben hin mit Schlamm gefüllt. Aus dem Mellitzbach-Becken wurden an die 20.000 m³, aus dem Firschnitzbach-Becken an die 25.000 m³ Erdmassen geräumt. Seit Ende September sind nun die Stauräume hinter den Sperren wieder leer. Seitens der Wildbachverbauung werden außerdem auch laufend vorbeugende Gewässerpflegemaßnahmen zur Erhaltung staufreier Abflussverhältnisse durchgeführt. Diese prophylaktischen Begleit- und Wartungsmaßnahmen der Wildbachbetreuung sichern die Schutzfunktion von Verbauungen sowie geordnete Bachabflüsse und damit den Schutz für die angrenzenden Lebensräume. Nicht immer stoßen diese aber auf das Verständnis der Bevölkerung. „Vor zwei Jahren wurde beispielsweise der Bachlauf des Firschnitzbaches von Bewuchs befreit. Nicht wenige Anrainer protestierten. Bei der verheerenden Schlammmure hat diese vorausschauende Maßnahme allerdings Schlimmeres verhindert“, hält dazu Virgens Bürgermeister Ing. Dietmar Ruggenthaler fest.
Mit dem Ausräumen der Sperre wurde unmittelbar nach dem Katastrophenereignis im August 2012 begonnen.
Beim Murenereignis Firschnitzbach handelte es sich um eine Katastrophe, die weit über bisher bekannte Ereignisse hinausging und durchaus als „mehrhundertjähriges“ Ereignis angesehen werden kann. DI Otto Unterweger, Leiter der Bezirksstelle der Wildbach- und Lawinenverbauung, erklärt: „Der Siedlungsbereich von Virgen ist – das hat die Katastrophe trotz aller Schäden gezeigt – gut geschützt. Zudem muss betont werden, dass in Virgen kein einziges Wohnobjekt im Siedlungsbereich in der sogenannten „roten“ Gefahrenzone steht.“
Derzeit laufen die Planungen für einen Lawinenschutzdamm oberhalb des Siedlungsraumes am Firschnitzbach. Dieser soll bei zukünftigen Murenreignissen für eine Erhöhung der Sicherheit des Siedlungsraumes sorgen. Das bei der Katastrophe am 4. August mitgerissene Geländer entlang des Firschnitzbaches soll noch im Herbst 2012 wiederhergestellt werden.
Text: Redaktion, Fotos: Gemeinde Virgen