Seit 25 Jahren gibt es Erdbebenmessdienst in Tirol

Mit zehn Erdbebenstationen verfügt Tirol über das dichteste seismische Messnetz Österreichs. Eine Messstelle befindet sich in Abfaltersbach.

Anlässlich des Jubiläums „25 Jahre Österreichischer Erdbebenwarndienst in Tirol“ veranstaltet das Land Tirol gemeinsam mit der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik am 11. und 12. November 2015 im Landhaus ein Festsymposium. Erdbeben sind in Tirol eine reale Gefahr. Fast jedes dritte Erdbeben in Österreich wird im Großraum Innsbruck verzeichnet. Das Inntal, das Wipptal, das Tiroler Oberland mit Schwerpunkt Arlberg und Lechtal gehören zu den Hotspots, was die Erdbeben betrifft. Heuer hat die Erde in Tirol schon neun Mal gebebt, wenn auch nur in geringer Intensität.

Die Hälfte der zehn Erdbebenmessstationen ist bereits mit Breitband-Systemen ausgestattet. Laut Sicherheitsreferent LH-Stv. ÖR Josef Geisler werden auch die restlichen seismischen Messstationen in den nächsten Jahren aufgerüstet. Die vier Stationen in Gnadenwald, im Wattental, in St. Quirin im Sellrain und in Telfs gehören zu den „Senioren“ unter den Messstationen. In den Jahren 2004 bis 2012 kamen im Rahmen von zwei Interreg-Projekten Stationen in Abfaltersbach, Reutte, Namlos, im Kaunertal, in Zell am Ziller und in Fulpmes im Stubaital hinzu. Alle Stationen wurden auf einer Seehöhe von 1.500 bis 2.000 Metern in Stollen installiert und arbeiten mit vollständig automatischen Geräten. Die digitalen Messwerte werden über Richtfunk und Lichtwellenleiter direkt an die Berufsfeuerwehr in Innsbruck weitergeleitet, zwischengespeichert und dann nach Wien an die Zentrale des Erdbebenwarndienstes übertragen.

Text: Raimund Mühlburger, Foto: Land Tirol

11. November 2015 um